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Kraftzentrum Beckenboden
Ganzheitliche Therapie und Training bei
Blasenschwäche
Dr. med. Brigitte Kita
978-3-938580-04-2
Kart., mit 56 Abbildungen
Ebook € 9,90 download
Auszug (PDF) kostenfrei
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Eine Beckenbodenschwäche mit ihren das körperliche und psychische Wohlbefinden stark belastenden Folgen ist keine schicksalhafte oder zwangsläufig altersbedingte Erscheinung.
Die Autorin: Brigitte Kita ist Ärztin für Medizinische Genetik und Naturheilverfahren. Sie war mehrere Jahre an der Tokyo Daigaku-Universität tätig und hält im Rahmen der Schwangerschaftsberatung seit vielen Jahren Kurse für autogenes Training und Beckenboden-Gymnastik.
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Auszug aus:
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I. Ursachen der Beckenbodenschwäche
2. Selbsthilfe bei leichter Senkung
III. Blasenschwäche und Harn-Inkontinenz
1. Die drei häufigsten Formen
2. Therapeutische Möglichkeiten und Hilfsmittel
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Auszug |
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Ursachen der Beckenbodenschwäche
Über Aufgaben und Funktionen des Beckenbodens und seine Anfälligkeit gegenüber verschiedenen Belastungen macht man sich meist erst Gedanken, wenn Beschwerden auftreten. Normalerweise verfügt ein junger und gesunder Mensch über einen straffen und elastischen Beckenboden. Die entsprechenden Muskelpartien und knöchernen Anteile des Beckens bilden den Halteapparat für die Bauchorgane und sind für ihre Lagefestigkeit zuständig. Die weiblichen Geschlechtsorgane (Eileiter, Eierstöcke, Gebärmutter), Blase und Teile des Darmes werden zwar von den Beckenknochen, Kreuz- und Steißbein sowie Schambeinfugen und Weichteilen getragen und gestützt, durchbrechen aber mit ihren drei Ausgangsöffnungen die Muskulatur des Beckenbodens und verringern dadurch an diesen Stellen seine Stützfähigkeit. Darum reagiert der Beckenboden auf Belastungen, auf Druck- und Gewichtssteigerung im Bauchraum, zum Beispiel während der Schwangerschaft, starken Hustenattacken, übertriebenem Bauchpressen bei Verstopfung und Darmentleerung, aber auch bei körperlicher Überforderung äußerst sensibel. Mögliche Gewebseinrisse mit Blutungen bei einer Geburt und spätere Narbenbildung, schweres Heben und Tragen, Hormonmangelzustände im Klimakt rium und Alter, Übergewicht und ererbte Gewebeschwäche wirken sich zusätzlich ungünstig aus und führen zu einer geschwächten, laschen Beckenbodenmuskulatur.
• Ererbte Bindegewebsschwäche
• Körperliche Überforderung, Tragen und Heben von schweren Lasten
• Übergewicht
• Schwangerschaft, Geburten, Geburtsverletzungen
Hormonmangel im Klimakterium und Alter
Von allen Beschwerden, die auf einer Muskelschwäche des Beckenbodens beruhen, übt besonders die Blasenschwäche mit Urinverlust einen enormen Leidensdruck aus. Unter dieser Störung leiden in Deutschland schätzungsweise vier Millionen Menschen. Darunter sind ca. zwei Millionen ältere Mitbürger über 65 Jahre, die an einer behandlungs- bzw. versorgungsbedürftigen Harninkontinenz leiden. Zwar zeigt sich meist erst zu Beginn des 5. Lebensjahrzehnts eine steigende Tendenz, jedoch sind selbst jüngere Frauen und Mädchen zeitweise davon betroffen. Wasserlassen und Stuhlgang werden von den Schließmuskeln um Harnröhre und After geregelt, je nach Volumenfüllung in Blase und Darm. Dieser Mechanismus wird durch die vorgenannten Ursachen übermäßig beansprucht und begünstigt die Störungen.
Die nach einer Geburt auftretende Blasenschwäche und Harninkontinenz ist meist vorübergehender Natur, die sich mit einer gezielten Kräftigung der Beckenbodenmuskulatur wieder beheben läßt.
Stimulierende Zwischendurch-Übungen: Neben der Beckenbodengymnastik gibt es stimulierende Übungen, die den Beckenboden und seine Muskeln kräftigen und überall während des Sitzens, Liegens oder im Stehen ohne zusätzliche Anstrengung ausgeführt werden können. Diese Übungen sind besonders für Frauen gedacht und haben sich neben den zahlreichen Übungen der Beckenboden-Gymnastik bei allen Altersklassen bewährt, um ein Gefühl für den Beckenboden zu entwickeln.
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Folgen der Beckenbodenschwäche
Senkung der Unterleibsorgane: Wenn die Straffheit und Elastizität der Muskeln und Gewebe nachläßt, können Gebärmutter, Teile der Scheide, Blase und Enddarm tiefer oder schlimmstenfalls aus der Öffnung im Beckenboden heraustreten (Vorfall). Nach Ausschluß anderer Erkrankungen können Ziehen und Druck im Scheidenbereich und/oder Unterbauch bereits auf eine Senkung der dort liegenden Organe hindeuten. Dieses Druck- und Schweregefühl ist auch bei langem Stehen und Heben von schweren Gegenständen zu bemerken.
Ein Drang zum Wasserlassen kann neben einer Anfälligkeit für Entzündungen im Unterleib und Blase ebenfalls bestehen. Bei zusätzlich erschöpftem Blasenschließmuskel und einem durch die Senkung verursachten Druck auf die Blase mit abtröpfelndem Urin sind neben den körperlichen Funktionsstörungen auch psychische Beeinträchtigungen vorprogrammiert. Wie die meisten Beckenboden-Beschwerden ist die Hauptursache für die seltener auftretende Inkontinenz des Afterschließmuskels ebenfalls auf die Muskelschwäche zurückzuführen.
Hämorroiden und chronische Verstopfung mit starkem Pressen zur Stuhlentleerung begünstigen dies zusätzlich. Nervenlähmungen und Verletzungsfolgen können ebenfalls eine Rolle spielen. Eine beginnende Funktionseinbuße des Afterschließmuskels kann sich schon durch nicht zu beeinflussendes, unkontrollierbares Abgehen von Winden oder/und breiig-flüssigem Stuhl anzeigen. In fortgeschrittenen Stadien ist der Darminhalt nicht mehr zurückzuhalten. Die erschlaffte Muskulatur kann dann einen Darmprolaps (Vorfall) kaum mehr verhindern.
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Selbsthilfe bei leichter Senkung
Da das Senken der Unterleibsorgane mit seinen Folgen vorwiegend in den Wechseljahren durch den Rückgang der Sexualhormone bemerkt wird, sind die Behandlungsmethoden und Hilfen ähnlich. Denn durch das Absinken des Beckenbodens hat sich die Lage der dort liegenden Organe innerhalb des Bauchraumes verändert. Ihre Funktion wird gestört. Besonders betroffen ist die Schließmuskulatur der Blase, weniger die des Afters. Eine leichte Senkung kann mit ausgiebigem Beckenboden-Training behoben werden. Doch was können Sie neben eventuellen ärztlichen Verordnungen außerdem zur Vorbeugung oder zur Erleichterung von Beckenbodenbeschwerden tun?
1. Körperliche und seelische Belastungen vermeiden
2. Schonendes Verhaltensmuster aneignen
3. Geeignete Kleidung und Schuhwerk tragen
4. Für Bewegung sorgen
5. Auf ausgewogene Ernährung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten
6. Regelmäßige Verdauung bewirken
7. Eventuelles Übergewicht regulieren
8. Geeignete Hilfen in Anspruch nehmen
9. Entsprechende Hilfsmittel anwenden
10. Beckenbodenmuskulatur trainieren
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Blasenschwäche und Harn-Inkontinenz
Die drei häufigsten Formen
Die 3 häufigsten Formen einer Blasenschwäche mit Inkontinenz sind Belastungs- oder Streßinkontinenz, Dranginkontinenz und die hauptsächlich beim Mann vorkommende Überlaufinkontinenz.
Neben den angeführten Inkontinenzformen verursachen Fehlbildungen und Verengungen der Harnwege oder Zuckerkrankheit mit Nervenläsionen bei beiden Geschlechtern eine Blasenschwäche. Da verschiedene Erkrankungen Ursache für eine Inkontinenz sein können, sollten alle Anzeichen einer Blasenschwäche von einem Facharzt abgeklärt werden. Nur so kann ein bösartiger Tumor erkannt oder ausgeschlossen und eine gezielte Behandlung begonnen werden. Welche Form der Inkontinenz vorliegt, läßt sich oft schon an den Symptomen erkennen.
• Urinverlust bei Belastung deutet auf Streßinkontinenz
• Häufiger Drang zum Wasserlassen: Dranginkontinenz oder Reizblase
• Harntröpfeln und/oder abgeschwächter Harnstrahl: Überlaufinkontinenz
• Schmerzhafte Blasenentleerung: Infektion der Harnwege
Therapeutische Möglichkeiten und Hilfsmittel
Die Streßinkontinenz als Folge einer schlaffen Beckenbodenmuskulatur spricht auf physikalische Behandlungen und ein aktives Beckenbodentraining gut an, genauso wie die Schließmuskelschwäche der Blase und Harnröhre, bei der mit Beckenbodengymnastik sehr positive Resultate erzielt werden.
Bei Dranginkontinenz infolge einer Überaktivität im Blasenmuskel zeigen pflanzliche Stoffe wie Kürbiskerne, Johanniskraut- und Hopfenpräparate eine beruhigende, positive Wirkung. Krampflösende Medikamente verschreibt der Arzt bei schwereren Formen mit Krampfzuständen. Beruht die Dranginkontinenz auf einer Harnwegsinfektion, wird eine ärztliche Behandlung gegebenenfalls mit verordneten Antibiotica erforderlich.
Die Überlaufinkontinenz gehört auf jeden Fall in ärztliche Hände. Zunächst muß die Diagnose gesichert sein, damit die genaue Ursache und der Zustand der Prostata abgeklärt und ein bösartiger Blasen- oder Prostatatumor ausgeschlossen ist. Frühe Entleerungsstörungen reagieren gut auf pflanzliche Präparate. Kürbiskerne spielen auch hier eine wichtige Rolle. Sie werden vorbeugend aber auch therapeutisch eingesetzt. Neben Auszügen aus Brennesseln und bestimmten Pflanzenölen sind Extrakte zur Abwehrsteigerung und Verbesserung der Immunlage in manchen Fällen angezeigt. In fortgeschrittenen Stadien gelingt meist nur durch die operative Entfernung der Prostata eine Heilung. Die Behandlungsmöglichkeiten sind je nach Symptomatik verschieden. Zum Teil können sie vom Patienten selbst angewandt werden.
Blasenentzündungen mit vermehrtem Harndrang und Schmerzen beim Wasserlassen sind schnellstmöglichst ärztlich zu behandeln, um Folgeschäden (Nierenentzündung, Harninkontinenz) zu verhindern.
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Blasen- und Toilettentraining
Obwohl unwillentlicher Urinverlust für alle Betroffenen peinlich ist, reagieren Patienten sehr unterschiedlich darauf. Während junge Frauen schon bei geringen Mengen bestürzt sein können, nehmen ältere dies mehr schicksalshaft hin. Doch in beiden Fällen ist es wichtig, mit dem behandelnden Arzt (Gynäkologen, Urologen) zu sprechen, denn eine genaue Abklärung der Ursache erleichtert die Behandlung und Heilung. Um auf den unterschiedlichen Leidensdruck der Einzelnen besser eingehen zu können und die Behandlungsart und den Verlauf festzulegen, wird meist ein schriftliches Tagesprotokoll (Miktionsprotokoll) angelegt. Darin vermerkt man Trinkmenge, Harndrang und Urinverlust zu bestimmten Uhrzeiten. Wenn ersichtlich ist, daß keine funktionelle Störung und keine Infektion vorliegt, kann mit einem Toiletten- und Blasentraining begonnen werden. Beim Toilettentraining gewöhnt man sich bestimmte Tageszeiten auch ohne Harndrang für den Gang zur Toilette an, beispielsweise morgens nach dem Aufstehen, nach dem Frühstück, im Laufe des Vormittags usw. oder immer eine halbe Stunde nach dem Trinken. Man konzentriert sich auf das Wasserlassen, nimmt sich dabei Zeit, bleibt ruhig sitzen und wartet, bis die Blase wirklich geleert ist. Bestehen stärkere Störungen, wird ein Blasentraining sinnvoll. Dabei wird beim Harndrang nicht sofort die Toilette aufgesucht, sondern trotz abgehendem Urin die Entleerung zunächst wenige Minuten verschoben. Der Erfolg zeigt sich daran, daß allmählich die Toilettengänge vermindert und die Zeiten zwischen den Blasenentleerungen verlängert werden können. Als Ziel wird, wenn möglich, ein Zeitintervall von etwa 3 Stunden gesetzt. Das erfordert ein diszipliniertes Durchhaltevermögen.
Wenn übrigens einmal der Drang zur Entleerung groß, aber eine Toilette nicht gleich erreichbar ist, hilft es, sich vom Stand herunter zu beugen und mit den Händen fast den Boden zu berühren. Kopf und Oberkörper liegen dabei tiefer als das Becken. Da in dieser Stellung durch Umkehr der Druckverhältnisse Beckenboden und Blase entlastet werden, vermindert sich auch der Harndrang.
Die Akupunktur kann bei Blasenstörungen als Zusatzbehandlung Erleichterung bringen.
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Stimulierende Zwischendurch-Übungen: Diese Übungen sind besonders für Frauen gedacht und haben sich neben den zahlreichen Übungen der Beckenboden-Gymnastik bei allen Altersklassen bewährt, um ein Gefühl für den Beckenboden zu entwickeln. Man spannt dabei die Beckenboden-Muskeln wie zur Urin- und Stuhlzurückhaltung an. Es ist mehr ein Zusammenkneifen, ein kurzes Antippen der Muskeln. Dann läßt man wieder los, entspannt. Das wiederholt man 10 bis 20 mal. Nach einigem Üben kann die Anspannungsdauer langsam verlängert werden: Man zählt beispielsweise ab dem Zusammenkneifen bis 5, läßt los, zählt bis 10 (= doppelte Entspannungszeit), um dann erneut anzuspannen. Auch dies ist je nach Lust und Laune 10 bis 20 mal zu wiederholen. Mit der Zeit, bei öfterem Üben, wird man in der Lage sein, das Halten der Spannung noch weiter zu steigern. Dabei möglichst immer die doppelte Entspannungszeit einhalten, damit die Muskeln sich erholen können und nicht überstrapaziert werden. Das aktive, bewußte Anspannen der Beckenbodenmuskulatur und das innere Hochziehen und Loslassen ähnelt den unwillkürlichen Kontraktionen dieser Muskeln beim Intimkontakt, so daß dabei Lustgefühle entstehen können.
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