Dein Körper ist ein weiser Coach
Körperorientiertes Coaching im Beruf

Angelika Koppe
Kart.; 82 S.
ISBN 978-3-938580-00-4/ € 14,90 (D)

Leseprobe (PDF) kostenfrei
  • Videoclip "Sprechen Sie mit Ihrem Körper" ansehen
Stellen Sie sich vor, Sie haben einen ganz persönlichen "Berater", der zu jeder Zeit für Sie ansprechbar ist. Dieser Consultant kennt Sie seit Ihrer Geburt, kennt alle Ihre Stärken und Schwächen, Ihre Begeisterungsfähigkeit und Resignation, Ihren Mut und Ihre Ängste, und er kennt die schlummernden kreativen Potenziale. Er ist ein kluger Consultant, der Ihre ganze Geschichte, aber auch die Geschichte und Gesetzmäßigkeiten der natürlichen Abläufe von Wachstum und Sterben kennt. Er weiß um das, was Sie brauchen, damit Sie in Ihrem Leben gesund und erfolgreich existieren können. Dieser „Consultant“ ist Ihr Körper!

Körperorientiertes Coaching bezieht die Körper-Intelligenz und das gespeicherte Körper-Wissen als richtungsweisende Qualitäten in den Coachingprozess mit ein. Das KOPPE-Coaching konzentriert sich dabei in seinem Körper-Dialog auf die Anforderungen der Arbeitswelt und wie berufliche Vorhaben mit Zustimmung des Körpers umgesetzt werden können.
Auszug Coaching im Dialog mit dem Körper

Ein Beispiel aus der Praxis

»SPANNEND!« ist die wohl häufigste Beschreibung, die Menschen wählen, wenn sie ihre beruflichen oder gesundheitlichen Themen körperorientiert im Koppe-Coaching angehen.

Körperorientiert bedeutet, da, wo der Kopf überfragt ist und die Informationen des Verstandes für eine Lösung nicht ausreichend sind, das Wissen und die Intelligenz des Körpers miteinzubeziehen.Spannend ist dieses Vorgehen, weil der Körper bis dahin nicht-gewusste Informationen über die Fähigkeiten der eigenen Persönlichkeit liefert und Hinweise zur Gestaltung eines erfolgreichen, gesundheitsfreundlichen Berufsalltags geben kann.Diese Informationen eröffnen oft völlig überraschende Möglichkeiten für neue Verhaltensweisen im Beruf, die eine tatsächliche Veränderung bewirken.

In einen Dialog mit dem Körper zu treten und sich von ihm beraten zu lassen, kann uns in unterschiedlichen Lebenssituationen weiterhelfen:

 Eine unübersichtliche berufliche Entscheidungssituation,

 Zukunftsplanungen und längerfristige Strategien für das weitere Berufsleben,

 die Frage nach der körperlichen Gesundheit beim nächsten Karriereschritt oder beim Start in die Selbständigkeit,

 bei körperlichen Beschwerden, die einen Stopp im Alltag erzwingen, den wir nicht »verstehen«.

Dass der Körper über diese Intelligenz verfügt, zeigte sich anfänglich in der Arbeit mit erkrankten Menschen, die an der Aktivierung ihrer Selbstheilungskräfte arbeiteten. Dabei stand oftmals auch die berufliche Lebenssituation in direktem oder indirektem Zusammenhang und musste in die heilsamen Veränderungsprozesse miteinbezogen werden. Aus dieser Erfahrung heraus wurde ein Körperorientiertes Coach ing für den Beruf, das Koppe-Coaching, entwickelt. Es konzentriert sich darauf, das Gedächtnis und Wissen des Körpers von den Lebensgesetzen und den individuellen eigenen Leistungs- und Kreativpotenzialen für die persönliche Karriere- und Berufssituation einzusetzen.

Wie ökonomische Entscheidungen mit der Aktivität des Gehirns und somit körperlichen Vorgängen korrespondieren, zeigen inzwischen die Forschungen der Neuroökonomie. Sie stellten fest, dass auch wirtschaftliche Entscheidungen nicht auf rein rationalem und logischem Boden getroffen werden, sondern dass die Entscheider überwiegend emotionalen und intuitiven Impulsen folgen.
Die Erkenntnisse aus den Studien der Neurowissenschaften (Neurobiologie und Psycho-Neuro-Immunologie) belegen darüber hinaus, dass die Impulse für Verhalten und Handeln auf der körperlichen Ebene verankert sind, was bedeutet, dass der Körper bei jeder (beruflichen) Aktion ein entscheidendes Wort mitspricht!

Das vorliegende Buch führt Sie in die Prozesse des Körperorientierten Coachings ein, zeigt, was Körper-Wissen und Körper-Intelligenz beschreibt und wie Sie sich die Informationen des Körpers für die Gestaltung Ihres eigenen Berufsalltags nutzbar machen können.

Hört sich diese Lebensqualität in Ihrem Arbeitsbereich für Sie wie eine nicht erreichbare Utopie an? Dann lassen Sie sich überraschen!

Ein Beispiel aus der Praxis:

C., eine junge Firmeninhaberin, befand sich in der Gründungsphase ihres im Gesundheitsbereich angesiedelten Unternehmens. Sie kontaktierte uns in einer Situation, in der ihre unternehmerische Aktivität zu stagnieren schien. Nach einem hoffnungsvollen und wirtschaftlich vielversprechenden Start galt es, für das zweite und dritte Geschäftsjahr eine Finanzplanung zu erstellen. Obwohl C. die bisherige gesamte Finanzierung erfolgreich bewältigt hatte, war es ihr nicht möglich „Zahlen aufs Papier zu bringen“, und neue Umsatzziele festzulegen. Sie traute sich nicht, die neuen Umsatzgrößen so hoch anzusetzen, dass sie schon einen gewissen Wohlstand für sich würde realisieren können. Sie konnte an diesem Punkt nicht weiter denken, drückte sich drum herum. Die Umsetzung dieses Vorhabens wollte ihr trotz aller bisherig gezeigten Tatkraft nicht gelingen. Sie war gestoppt.

Zu Beginn des Coachings benannte sie zwei Themen, die ihr hinsichtlich ihres Problems bereits bewusst waren. Zum einen berichtete sie von einem Trotzgefühl, das sie gegen ihr eigenes Vorhaben in sich verspürte. Zum zweiten beschrieb sie eine diffuse Angst, von ihrer Familie als erfolgreiche Unternehmerin angefeindet zu werden.

Im Dialog mit dem Körper entschied sich C. dann, die Thematik des Trotzes zu bearbeiten um die darin enthaltene Kraft zu erkennen. Anstelle einer langen verbalen Beschreibung des Trotzes forderte ich sie auf, die Augen zu schließen und wahrzunehmen, wie das Körperempfinden reagiert, wenn sie trotzig ist. Es ging also nicht darum, den Trotz los zu werden, sondern das Erleben des Trotzes mit Hilfe der Körperempfindungen zu intensivieren und ihm Raum zu geben.

C beschrieb ihr körperliches Empfinden mit „starre Augen, Verspannungen im seitlichen Halsbereich und im Nacken, harter Brustkorb, flache Atmung“. Für den nächsten Schritt der Erkundung forderte ich C. auf, sich ein Symbol für den Trotz zu suchen. Dieses Symbol ermöglicht ein Sich-distanzieren vom Erleben und ist Voraussetzung für eine Annährung Sie wählte ein Kissen als Symbol und legte dieses in einiger Entfernung vor sich hin. Ich ließ sie wählen, ob sie mit dem Trotz reden oder ob sie, wie eine Schauspielerin, sich mit ihm identifizieren wolle (eine Technik aus dem Psychodrama und der Gestalttherapie). C. entschied, sich mit dem Trotz zu identifizieren, um seine Kraft körperlich spürbar entschlüsseln zu können.

Der Trotz erzählte dann: „Als Trotz bin ich groß und mächtig, nehme Raum ein, kann schützen und abwehren“. C. zeigte dabei mit den Armen, wie viel Raum sie als Trotz einnehmen konnte und wie groß seine Stacheln für die Abwehr sind. Sie spürte eine Weile das „Raum-Einnehmen“ und die Abwehrbewegungen des Trotzes. Danach erzählte der Trotz weiter, dass C. ihn ständig einenge bis er so klein sei „wie eine bucklige alte Frau“, und C. nahm bei diesen Worten eine zusammengezogene „sich-klein-machende“ Körperhaltung ein. Der Trotz wünschte sich, dass C. seine Größe und Kraft mit in ihr Leben nehme und in ihrem Alltag auslebte. Bei der Formulierung dieses Wunsches verändert C. gleichzeitig ihre Körperhaltung zu einer hoch aufgerichteten Figur mit ausgebreiteten Armen.

Durch diesen Coaching-Schritt war das Potenzial des Trotzes identifiziert und bekannt. Dann ging es um die Frage, ob und wie diese Ressource von C. genutzt werden kann. Methodisch leitete ich eine Konfrontation der Aussagen und Wünsche der Trotzfigur an, was bedeutete, das C. die Identifizierung auflöste und auf dem Trotz-Kissen Platz nahm. Hier fing sie an zu weinen. Sie sagte, dass jetzt die Angst kommt, die sie bisher immer wieder erfolgreich aus der bewussten Wahrnehmung verdrängt hatte. “Kraft und Größe zu zeigen ist lebensbedrohlich! Wenn ich Größe als Unternehmerin lebe, werde ich abgelehnt, angegriffen und bedroht (Familie)“.

Das waren die im wahrsten Sinne des Wortes „eingefleischten“ alten Glaubenssätze von C., deren Macht und Tragweite sie im Schutzraum des Coachings körperlich-seelisch wahrnehmen und spüren konnte.

Die Vision von C. für ihren Beruf war, Menschen eine neue Art von Gesundheitswegen zu eröffnen, verbunden mit finanziellem Erfolg. Durch eine Körperorientierte Visualisierung nahm jetzt C. die Position der Vision ein. Sie stellte sich sozusagen in die Zukunft und betrachtete von dieser Perspektive aus den aktuellen Konflikt. Dadurch fand sie folgende praktische Handlung für ihren Alltag: „Jeden Morgen wenn ich alleine bin, werde ich zunächst nur für mich die Körperhaltung der Größe einnehmen, um diese Kraft zu beleben, auch wenn ich die bedrohlichen Glaubenssätze innerlich noch nicht sofort aufgeben kann.“

Zur Überprüfung nahm C nun nochmals die Rolle des Trotzes ein, um seinen Kommentar zu der gefunden Alltagshandlung wahrnehmen zu können. Für ihn sei es o.k, war die Antwort, aber sie solle beim erneuten Auftreten der Angst immer eine Handbewegung machen, die sie an ihre Kraft und Größe erinnere und die diese Seiten ihrer Unternehmerinnenpersönlichkeit stärke. C. probierte dann eine Handbewegung aus, die unauffällig genug war, um sie in ihren Berufsalltag integrieren zu können. Abschließender Kommentar der Trotzfigur: „Du musst diese Bewegung aber auch wirklich machen!“ ...

Die Autorin Angelika Koppe, Jahrgang 1952, ist Diplom-Pädagogin für Erwachsenenbildung und Fachauditorin für Qualitätssicherung im Bildungsbereich. In ihrer soziotherapeutischen Arbeit mit chronisch und lebensgefährlich Erkrankten begleitet sie seit mehr als 20 Jahren Menschen in ihren Selbstheilungsprozessen und leitet im Rahmen der Selbstheilungsarbeit Aus- und Fortbildungen in Gesundem Coaching. Die heute europaweit bekannte "Methode Wildwuchs" und das "Koppe-Coaching im Beruf" wurden von ihr entwickelt und im Institut Angelika Koppe & Partnerinnen gelehrt und praktiziert.Sie ist Mitglied im Kuratorium der Stiftung "Wegbegleitung", die die gesellschaftliche Anerkennung und Verbreitung von Selbstheilungsarbeit fördert.