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Stress und Ernährung beeinflussen endometriosebedingte Schmerzen
Eine chronische Endometriose spielt sich nicht nur im biologischen, sondern auch im sozialen Leben von Frauen ab. Denn wenn starke chronische Schmerzen über eine längere Zeit den Alltag dominieren, verändert sich auch die Person.
Für die Endometrioseerkrankung, bei deren Entstehung und Verlauf sowohl genetische, hormonelle, mechanischen als auch immunologische Faktoren eine Rolle spielen, gibt es nach wie vor keine wirkliche Heilung. Manchmal sind es deshalb die Betroffenen selbst, die nach ganz eigenen, neuen Therapiewegen gegen ihre endometriosebedingten Beschwerden suchen.
Auch das Leben der Schmerztherapeutin Nicole von Hoerschelmann veränderte sich radikal, als sie 1991 im Alter von 22 Jahren an Endometriose erkrankte und trotz mehrfacher operativer Eingriffe die monatlich wiederkehrenden, oft unerträglichen Schmerzzustände blieben. Nach der jahrelangen Einnahme hochdosierter Schmerzmittel begann sie nach Alternativen zu suchen und auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse über die immunologischen Prozesse die verschiedensten Ernährungsempfehlungen
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auszuprobieren. Insbesondere eine konsequent weizenfreie Ernährung zeigte bereits nach wenigen Wochen erste Erfolge: Die Schmerzen gingen spürbar zurück. Eine Erklärung dafür liefern Shepperson Mills und Vernon, die die Nebenwirkungen von Weizen auf dessen Überzüchtung zurückführen (Shepperson Mills D, Vernon M, 2002: A key to healing and fertility through nutrition. London, Thorsons).
In der Schmerzberatung weiss man seit langem um die schmerzverstärkende Wirkung von Stressfaktoren. Aus ihrer beruflichen Erfahrung heraus, hat von Hoerschelmann Gegenstrategien, wie den „Notfallkoffer“, und die sich als wirksam gezeigten Ernährungsempfehlungen zu einem alltagstauglichen Schmerzbewältigungs-konzept optimiert, mit dem sie bis heute trotz ihrer Endometriose schmerzfrei lebt.
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Diagnose Endometriose
- Symptome und Behandlung der Endometriose
Schmerzgeschehen und Schmerzerleben
- Was ist Schmerz, und wann ist ein Schmerz chronisch
- Warum leiden manche Endometriosefrauen an chronischen Schmerzen, andere hingegen nicht?
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Wie kann ich mir selbst helfen?
- Schmerzbewältigungs-Strategien
- Das Salutogenese-Konzept
- Ein gesundheitsfördernder Umgang mit Stress
- Welchen Einfluss hat unsere Ernährung?
- Meine Ernährung unter der Lupe
- Die Qualität der Nahrungsmittel
- Trotz Fehler zum Erfolg
- Weizenfreie Koch-Ideen
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Obwohl meine Endometriose mehrfach operative behandelt wurde, litt ich 15 Jahre unter monatlich wiederkehrenden starken, krampfartigen Schmerzphasen, die im November 2005 geradezu eskalierten. Ich hatte mir während der Mittagspause auf die Schnelle beim Bäcker süßes und salziges Gebäck (aus 100 % Weizen!) gekauft. Kurze Zeit später setzte die Blutung ein, und das Schmerzmittel, das ich sofort einnahm, schien überhaupt nicht zu wirken. Da ich in einer Klinik arbeite, bat ich eine Ärztin um Hilfe. Doch die Schmerzmittelkombination, die sie mir gab, hatte keinen Einfluss auf die Schmerzen, und sie reagierte entsetzt über das Ausmaß, als ich unter den Krämpfen stöhnte.
Bis Feierabend wurden die Schmerzen unerträglich, sodass ich mich mehr und mehr verkrampfte und kaum noch die Beine bewegen konnte. Zu Hause angekommen, war ich nicht einmal mehr in der Lage, meine Jacke auszuziehen, so sehr hatte sich mein Körper verkrampft.
Nach einem weiteren Schmerzmittelcocktail kamen mir sehr makabre Gedanken in den Sinn. Normalerweise hatte es mich immer getröstet, dass die Schmerzen irgendwann vorbei sein würden. Diesmal bedauerte ich, dass Menschen so starke Schmerzen aushalten konnten.
Alle vier Wochen quälte ich mich mit Schmerzen herum, die von Monat zu Monat schlimmer wurden. Damals wünschte ich mir, alles hätte ein Ende. Ich jedenfalls war am Ende, sowohl körperlich als auch psychisch, und außerdem völlig verzweifelt. Es musste etwas passieren.Meist dauerten die Schmerzzustände eine Woche an, und ich brauchte anschließend eine Woche, um mich davon zu erholen. Als es mir besser ging, war ich entschlossen, nach einem Ausweg für mich zu suchen, und ich begann, systematisch meine Notizen durchzusehen, die ich im Laufe der Erkrankung gesammelt hatte.
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Ich hatte mich über alternative Heilmethoden bei Endometriose informiert, sichtete regelmäßig deutschsprachige Fachliteratur und recherchierte auf dem englischsprachigen Buchmarkt. Im Ergebnis stellte Ernährung einen immer wieder angeführten Genesungs-, aber auch Risikofaktor für viele Erkrankungen dar. In der Mitgliedszeitschrift »Endo-Info« der Endometriose-Vereinigung Deutschland e.V. wurde ein amerikanisches Buch empfohlen, das sich mit Ernährung bei Endometriose auseinandersetzt und in dem physiologische Abläufe und Zusammenhänge sehr gut erklärt sind. Es ist von den Autoren Diane Shepperson Mills, Ernährungswissenschaftlerin, und Dr. Michael Vernon, Physiologe, verfasst und heißt übersetzt »Ein Schlüssel zu Heilung und Fruchtbarkeit durch Ernährung«
Dieses Buch beeinflusste mich neben anderen am nachhaltigsten bei meiner Ernährungsumstellung. Parallel begann ich, meine beruflichen Erfahrungen aus der Beratung chronischer Schmerzpatienten mit den ernährungsphysiologischen Empfehlungen Schritt für Schritt zu verknüpfen. Als sich die ersten Erfolge einstellten und die endometriosebedingten Schmerzen spürbar nachließen, entwickelte sich daraus fast zwangsläufig ein kombiniertes Ernährungs- und Stressbewältigungsprogramm, mit dem es mir bis heute gelingt, schmerzfrei zu leben.
Eine nicht unbedeutende Rolle spielte dabei die unmittelbare Erfahrung, diesen Schmerzzuständen nicht mehr ohnmächtig gegenüberzustehen. Das gibt neuen Lebensmut und ein Stück der Selbstgewissheit zurück, denn man erfährt an sich selbst, dass man die Macht und die Fähigkeit hat, den Schmerz zu beherrschen, anstatt ihm wie bisher hilflos ausgeliefert zu sein. "reinlesen"
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