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Bücher zum Thema
Endometriose - Die verkannte Frauenkrankheit. Diagnostik und Therapie aus ganzheitsmedizinischer Sicht
Endometriose: Schmerzfrei durch optimale Ernährung und einen gesundheitsfördernden Umgang mit Stress
Wie führe ich ein gutes Gespräch mit meinem Arzt, meiner Ärztin? Faltblatt (PDF) der Endometriose-Vereinigung Deutschland e.V.
Die typischen Erscheinungsbilder der Endometriose
• wie sie sich dem Auge darstellen (Makroskopie) • wie sie unter dem Mikroskop beobachtet werden (Mikroskopie) • welche funktionellen Aktivitäten (Biochemie) die Endometrioseherde haben; d. h., welche Stoffwechselvorgänge in den Absiedelungen ablaufen und wie die natürlichen Stoffwechselvorgänge der befallenen Organe beeinflusst werden. Wegen dieser großen Unterschiede im Aussehen und im Wachstumsverhalten wird die Endometriose neuerdings in drei Typen eingeteilt: |
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• tief eindringende (infiltrierende) Endometriose, die knotig in die Tiefe wächst, tumorartige Herde bildet und die Organe unterhalb des Bauchfells (Blase, Darm usw.) befällt. Kürzlich konnten jedoch zwei deutsche Arbeitsgruppen zeigen, dass ein Eiweiß (Tumornekrosefaktor alpha), das u.a. bei der Immunabwehr und der Gefäßneubildung eine wichtige Rolle spielt, bei einer Sterilität mit Endometriose gegenüber einer Sterilität ohne Endometriose deutlich erhöht ist.
Neben diesen Beschwerden, die die Endometriose am Ort ihrer krankhaften Wachstumsprozesse hervorruft, leiden die betroffenen Frauen noch an verschiedenen unspezifischen Symptomen, die ihr Befinden z. T. erheblich beeinträchtigen und sie durch chronische Beschwerden auch psychisch belasten. Allgemeines Unwohlsein, diffuse Bauchbeschwerden, Völlegefühl, Stimmungs-schwankungen und Antriebsarmut sind viel häufiger mit Endometriose verbunden, als dies aus der medizinischen Literatur hervorgeht. Nur wenn wir Ärzte in der Zukunft auch auf uncharakteristische Beschwerden genauer achten und die Endometriose in allen Altersklassen mit in Erwägung ziehen, werden wir den betroffenen Frauen helfen und unnötige jahrelange Schmerzzustände, Beeinträchtigungen des Wohlbefindens und der Leistungsfähigkeit vermeiden können. Die derzeit weltweit angewandte Standardmethode, um eine Endometriose zu diagnostizieren, beschränkt sich auf eine Bauchspiegelung, mit der die Lokalisation und die Ausdehnung der Endometrioseherde und Zysten erkannt werden können. Diese Methode hat aber nur einen begrenzten Voraussagewert, was den Effekt einer notwendigen Behandlung betrifft, und hängt in ihrer Qualität sehr von den Fähigkeiten des Laparoskopikers ab.
Da bis heute nur durch eine Bauchspiegelung in Narkose eine genaue Krankheitserkennung der Endometriose möglich ist, wird verständlich, warum Ärzte bei anfangs nur leichten Beschwerden zögern, diese invasive Diagnostik anzuwenden. Aber auch die Frauen selbst stellen häufig die Notwendigkeit der Bauchspiegelung infrage, wechseln den Arzt, um nach alternativen Untersuchungs- und Behandlungsmöglichkeiten zu fragen, und verzögern so den Zeitpunkt der richtigen Diagnosestellung. Eine zu späte Diagnose und fortgeschrittene Erkrankungsfälle sind die Folge! Auf der anderen Seite sind Menstruationsbeschwerden in bestimmten Altersklassen sehr häufig (bis zu 70 %), sodass natürlich unnötige und allzu leichtfertig durchgeführte Bauchspiegelungen zu vermeiden sind. Für die Praxis haben sich folgende Empfehlungen bewährt: Wenn Menstruationsbeschwerden nicht mit einer Wärmflasche oder einer Tablette Aspirin zu beseitigen sind, erhalten junge Frauen bei einem normalen gynäkologischen Untersuchungsbefund einschließlich des Ultraschalls ein niedrig dosiertes kombiniertes orales Verhütungsmittel (KOK) für drei Monate. Bessern sich die Beschwerden, wird die Pille weiter verordnet; bessern sich die Beschwerden nicht, wird eine Kombinationspille mit einem anderen oder stärkeren Gestagen eingesetzt (KOK-Test). Hilft diese Medikation innerhalb der nächsten drei Monate auch nicht oder nicht ausreichend, kann die Gabe im sogenannten Langzyklus versucht werden: Drei oder vier Blister werden hintereinander genommen, danach folgt eine Woche Pause, sodass die Regel nur alle neun bzw. zwölf Wochen zugelassen wird. Ist auch hiermit kein befriedigender Erfolg zu erzielen, sollte eine diagnostische Bauchspiegelung durchgeführt werden. Dieses Vorgehen vermeidet einerseits unnötige Bauchspiegelungen und verzögert andererseits die Diagnose einer Endometriose höchstens um ein Jahr. Autor: Professor Karl-Werner Schweppe, Direktor der Frauenklinik Ammerland |
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