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Gebärmutterentfernung?!
Organerhaltende Operationsmethoden bei Erkrankungen der Gebärmutter
Eine Entscheidungshilfe für betroffene Frauen
Prof. Dr. Gerlinde Debus
Kart.; ISBN 978-3-938580-05-9/ € 21,90 (D)
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Erscheinungstermin: September 2010
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Patientinnenorientiert informiert dieses Buch über die neuesten Diagnoseverfahren und organerhaltenden Operationsmethoden bei einer Gebärmuttererkrankung, zeigt die Vor- und Nachteile auf und wann eine Hysterektomie angezeigt ist. |
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Inhalt
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Erkrankungsbilder: Symptomatik, Diagnostik und operative Therapien
1. Angeborene Abweichungen von der „normalen“Anatomie
Fehlbildungen, Septen, genetische Störungen
Lageveränderungen der Gebärmutter
Doppelfehlbildungen
2. Starke Monatsblutungen und Unterbauchschmerzen
Zysten
Hormonelle Störungen
Verwachsungen
Entzündungen
Blutungsstörungen und starke Blutungen unbekannter Ursache
3. Myome und Blutungsstörungen
Krankheitsbild, Wachstumsformen und Entstehung
Wann sollten Myome behandelt werden
Diagnostik, operative Therapien und nicht-chirurgische Behandlungsverfahren
Medizinische Gründe für eine Entfernung der Gebärmutter
4. Endometriose
Krankheitsbild, Wachstumsformen und Entstehung
Beschwerden, Diagnostik und Behandlung der Endometriose
Operative Therapien zum Entfernen von Endomedrioseherde
Medizinische Gründe für eine Entfernung der Gebärmutter
5. Senkungszustände
Senkung und Inkontinenz ein tabuisiertes Alltagsproblem
Senkungsformen und ihre mögliche Beschwerden
Konservative Therapien
Operative Therapieoptionen bei Senkungen
Langzeitergebnisse
6. Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut
Polypen
Zervixdysplasie
CIN und PAP-Abstrich
Hyperplasie
7. Krebserkrankungen
Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom)
Gebärmutterschleimhautkrebs (Endometrium- oder Corpuskarzinom)
Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom)
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Auszug |
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DIE BEDEUTUNG DER GEBÄRMUTTER
Dass sich die Bedeutung der Gebärmutter nicht nur auf die Funktionen reiner Reproduktion reduzieren lässt, hat sich in den letzten Jahren auch als Einsicht in den medizinischen Fachkreisen etabliert. Kaum ein Gynäkologe und Gynäkologin, die noch laut und offiziell das Gegenteil äußern würden.
Dennoch weisen die statistischen Erhebungen der Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung (BQS) auf, dass von den insgesamt 142.385 Gebärmutterentfernungen in 2007 mehr als 90 % (129.430) aufgrund benigner (gutartiger) Erkrankungen des Uterus vorgenommen wurden. Davon entfallen 86.476 Organentfernungen auf Myom-Befunde. Betroffen waren mit fast 50 % Frauen im Alter zwischen 40 und 49 Jahren.
Trotz leicht rückläufiger Tendenz im Vergleich zu den Vorjahren, eine erschreckend hohe Zahl von Organentfernungen, die im Hinblick auf die inzwischen vorhandenen organerhaltenden Behandlungsalternativen bei Myomen vielfach unnötig sind.
Begünstigt wird die häufig vorschnelle und unnötige Gebärmutterentfernung durch den Umstand, dass Frauen auch heute noch vielfach mit „dem da unten“ möglichst wenig zu tun haben wollen.
Neben der Harninkontinenz als häufig auftretende Folge einer Hysterektomie weisen einige Studien auch eine erhöhte Rate an Herz- und Kreislauferkrankungen bei Betroffenen nach. Weitere organische Funktionen, die die Gebärmutter außerhalb der Reproduktion übernimmt, sind bislang noch nicht genau erforscht.
Betroffene Frauen erleben die Entfernung ihrer Gebärmutter sehr unterschiedlich. Während manche Frauen den - vorausgesetzt medizinisch notwendigen - Eingriff als für sie richtig empfinden und gut damit leben können, nehmen andere Frauen die Entfernung als Verlust des Zentrums ihrer Weiblichkeit, ihrer weiblichen Mitte, dem Heil- und Ganzsein wahr.
In der Praxis zeigt sich, dass die Zufriedenheit der Patientinnen mit der Behandlungssituation zunimmt, je umfassender die Betroffene Kenntnis über die individuellen Faktoren hat, da die getroffene Entscheidung ohne falsche Erwartung als selbstbestimmt in ihrer Handlungsfähigkeit empfunden wird.
Was Sie grundsätzlich bei jeder Entscheidung für eine Operation beachten sollten:
Lassen Sie sich nicht unter Zeitdruck setzen. Selbst bei einer Krebsdiagnose muss nicht auf der Stelle sofort operiert werden.
Holen Sie eine zweite ärztliche Meinung, einen zweiten Kontrollbefund ein.
Informieren Sie sich bei entsprechenden Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen über mögliche Behandlungskonzepte und Erfahrungswerte.
Erkundigen Sie sich, wo es für Ihre Erkrankung spezialisierte Behandlungszentren gibt. Denn ein chirurgischer Eingriff kann hohe Anforderungen an das Können eines Operateurs stellen.
Seien Sie besonders kritisch, wenn Ihnen Ihr behandelnder Gynäkologe/Gynäkologin mit Belegbetten zu einer Operation rät, die von ihm/ihr selbst durchgeführt wird.
Nehmen Sie bei bedrohlichen Befunden eine Person Ihres Vertrauens zum Arztgespräch mit, da viele Betroffene in dieser Angstsituation mit einer Art Tunnelblick reagieren und nur noch sehr selektiv Informationen aufnehmen.
Ist eine Organentfernung faktisch das kleinere Risiko mit dem für Sie größten Nutzen oder medizinisch unvermeidbar, dann können Formen der Trauerarbeit helfen, Verlustgefühle besser zu bewältigen. Das Empfinden von Trauer ist in dieser Situation weder unangemessen noch lächerlich, sondern ein berechtigter Gefühlszustand, für den Sie sich die Zeit nehmen sollten, die Sie dafür brauchen.
Operation - Ja oder Nein
Grundsätzlich bedeutet jede Operation, ob organerhaltend oder organentfernend, einen Eingriff in den Körper und damit eine "Körper-Verletzung". Dennoch stellt die operative Therapie eine sehr effektive Behandlungsmethode dar, die sich vor allem bei bösartigen Erkrankungen wie Krebs, als die medizinische Maßnahme mit den größten Überlebenschancen erwiesen hat.
Bei der Frage, ob ein operativer Eingriff für die individuelle Erkrankungssituation die richtige Behandlung ist, hilft eine Risiko-Nutzen-Abwägung. Denn jede Behandlungsmethode, ob medikamentös, operative oder naturheilkundlich, hat ihre Vor- und Nachteile.
Was soll (kann) mit der Behandlung erreicht werden?
Welche anderen Therapien stehen gleichwertig gegenüber?
Kann ich auch mit einer Besserung der Beschwerden gut leben (lernen) ohne dass die Erkrankung selbst beseitigt wird?
Wie weit bin ich bereit, mich mit meiner Erkrankung auseinanderzusetzen?
Brauche ich eine schnelle Problemlösung oder will ich mir lieber Zeit nehmen und behutsam vorangehen?
In der Praxis zeigt sich, dass die Zufriedenheit der Patientinnen mit der Behandlungssituation zunimmt, je umfassender die Betroffene Kenntnis über die individuellen Faktoren hat, da die getroffene Entscheidung ohne falsche Erwartungen als selbstbestimmt in ihrer Handlungsfähigkeit empfunden wird.
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Myome
Myome sind gutartige Geschwülste der Gebärmutter, die mit einer Häufigkeit von bis zu 15% vorkommen. Altersgipfel für Myome ist das 4. und 5. Lebensjahrzehnt. Ihr Vorkommen ist, wie Man mittlerweile weiß, genetisch bedingt. Daher haben häufig Frauen Myome, deren Mütter bereits Myome hatten.
Myome kommen an verschiedenen Stellen in der Gebärmutter vor:
- unmittelbar unter der äußeren „Haut“ der Gebärmutter. Diese Myome stören im Allgemeinen nicht. Sie werden daher oft erst spät, d.h. in einem fortgeschrittenen Wachstumsstadium entdeckt.
- in der Gebärmutterwand. Diese Myome stören die Krämpfe der Gebärmutter, die diese während der Menstruation macht, um die im zurückliegenden Zyklus gebildete Schleimhaut abzustoßen (= Menstruationsblutung). Die Folge sind Schmerzen bei der Menstruation und lang dauernde und starke Blutungen.
- unter der „Innenhaut“ der Gebärmutter: Diese Myome stören ebenfalls die Gebärmutterkontraktionen während der Menstruation und führen zu starken und schmerzhaften, sowie lang dauernden Blutungen.
Eine Behandlung von Myomen ist immer dann erforderlich, wenn sie zu schweren Blutungen führen, evtl. verbunden mit regelmäßigen Anämien (= Blutarmut), wenn sie Schmerzen verursachen und wenn sie schnell wachsen. Im letztgenannten Fall befürchtet man eine Entartung, die allerdings nicht häufiger als in >0,3% der Fälle vorkommt. Es entstehen Sarkome, extrem bösartige Geschwülste, die gegen viele Therapiemöglichkeiten resistent sind und die daher so früh wie möglich operiert werden sollten.
Die Operation von Myomen erfolgt heute fast immer mittels Bauchspiegelung (Skizze) oder mittels Gebärmutterspiegelung (Skizze), wenn die Geschwülste innen in der Gebärmutterhöhle sitzen. Die unterscheidende Diagnostik ist mittels Ultraschall möglich. Falls allerdings so viele Myome die Gebärmutter verformen, dass eine genaue Lagebestimmung der einzelnen Knoten nicht möglich ist, wird eine Kernspintomograhie der Gebärmutter durchgeführt, die ebenso wie die Ultraschalluntersuchung in der Lage ist, die Art der Durchblutung der Myome zu messen. Bei einer Vielzahl von Myomen in der Gebärmutter wird, wenn die Entfernung der Myome, nicht aber der Gebärmutter als Ganzes gewünscht wird, die offen-chirurgische Myomeenukleation durchgeführt. Das Foto zeigt ca. 30 enukleaierte Myome mit einem Gewicht von 1500g. Zum Vergleich: eine gesunde Gebärmutter wiegt 80g.
Frauen, die eine Operation ablehnen, haben mehrere Möglichkeiten, die durch die Myome bedingten Beschwerden behandeln bzw. entfernen zu lassen:
1. die Einnahme einer Pille
2. die Einlage einer Gestagen-beladenen Spirale
3. die Myomembolisation
4. die MRgFUS-Methode
Bei der Entscheidung für eine Operation sollten Sie folgende Faktoren berücksichtigen:
Beschwerden, die durch Verwachsungen entstehen können
Myome auch nach einer Operation erneut auftreten können (Rezidivrate bis 25%)
Für die Wahl der Operationstechnik und chriurgischen Methoden sind die Lokalisation und die Größe der Myome ausschlaggebend, sowie die individuelle Lebenssituation, Lebensplanung und persönliche Präferenezen der betroffenen Frau.
Mehr zu Myome: Ernährung - Methode Wildwuchs
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