Gebärmutterentfernung?!
Organerhaltende Operationsmethoden bei Erkrankungen der Gebärmutter


Eine Entscheidungshilfe für betroffene Frauen
Professor Dr. Gerlinde Debus

Kart.; ISBN 978-3-938580-05-9/ € 21,90 (D)

vorbestellen
Erscheinungstermin:
September 2010

Die Gebärmutter ist mehr als nur ein Reproduktionsorgan. Dennoch werden fast
90 Prozent der Gebärmutterentfernungen aufgrund gutartiger Erkrankungen vorgenommen und gerade bei Myom-Befunden oft vorschnell zur Organentfernung geraten.

Frauen nehmen das „weiblichste“ aller Organe durchaus unterschiedlich wahr. So kann der Verlust der Gebärmutter als tiefer Einschnitt in die weibliche Mitte erlebt werden, während andere Betroffene den Eingriff als für sie richtig empfinden. Die Praxis zeigt, dass die Zufriedenheit der Patientinnen mit der Behandlungssituation zunimmt, je umfassender sie über individuelle Faktoren Bescheid wissen.

In ihrer Entscheidungshilfe für betroffenen Frauen informiert Gerlinde Debus, Professorin und Chefärztin an der Frauenklinik Dachau, über die heute angewandten Operationsverfahren und chirurgischen Eingriffe bei Gebärmuttererkrankungen, wie Senkungen, Myomen, Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut, Krebsvorstufen und Karzinomen. Im Kontext der jeweiligen Krankheitsbilder werden Diagnostik und organerhaltende operative Therapien anschaulich beschrieben, deren Vor- und Nachteile für die Patientin aufgezeigt, und wann eine Gebärmutterentfernung medizinische notwendig sein kann.

Mit Tipps und Informationen des FrauenGesundheitsZentrum München e.V.

Inhalt

I. Die Gebärmutter – mehr als nur ein Reproduktionsorgan

1. Aufbau des inneren und äußeren weiblichen Genitals
2. Hormoneller Zyklus: Menarche, Schwangerschaft, Geburt und Menopause

II. Erkrankungsbilder: Symptomatik, Diagnostik und operative Therapien

1. Angeborene Abweichungen von der „normalen“ Anatomie
Lageveränderungen der Gebärmutter
Doppelfehlbildungen, Septen, genetische Störungen

2. Starke Monatsblutungen und Unterbauchschmerzen
Zysten
Hormonelle Störungen
Adhäsionen (Verwachsungen)
Entzündungen
Blutungsstörungen und starke Blutungen mit unklarer Ursache

3. Myome
Krankheitsbild, Wachstumsformen und Entstehung
Wann sollten Myome behandelt werden?
Diagnostik, operative Therapien und nicht-chirurgische Behandlungsverfahren

4. Endometriose
Krankheitsbild, Wachstumsformen und Entstehung
Beschwerden, Diagnostik und Behandlung der Endometriose
Operative Therapien zum Entfernen von Endometrioseherden
 Medizinische Gründe für eine Entfernung der Gebärmutter

5. Senkungszustände
Senkung und Inkontinenz – ein tabuisiertes Alltagsproblem
Senkungsformen und ihre möglichen Beschwerden
Konservative Therapien
Operative Therapieoptionen bei Senkungen
 Langzeitergebnisse

6. Gutartige Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut und Vorstufen von Krebserkrankungen
Zervixdysplasie
Diagnostische Verfahren zur Krebsfrüherkennung
PAP-Abstrich
 HP-Viren-DNA-Diagnostik
 Kolposkopie
 CIN-Klassifizierung (Cervikale Intraepitheliale Neoplasie)
Polypen
Endometriumhyperplasie
Resektoskopie

7. Krebserkrankungen
Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom)
Operative Therapie bei Gebärmutterhalskrebs
Entfernung der Lymphknoten zur Diagnostik und Therapie
Gebärmutterkörper-/Gebärmutterschleimhautkrebs (Korpus- oder Endometriumkarzinom)
 Blutungen um und nach der Menopause
Operative Therapie bei Gebärmutterschleimhautkrebs
Eierstockskrebs (Ovarialkarzinom)

8. Was tun, wenn…
 Unterbauchschmerzen auftreten,
 Blutungsstörungen auftreten,
 Myome entdeckt werden oder bekannte Myome wachsen,
 eine Veränderung im Krebsabstrich gefunden wird,
 die Gebärmutter entfernt werden soll?

III. Operative Methoden im Überblick

1. Operative Techniken und medizinische Gründe für ihre Anwendung
Ausschabung (Abrasio, Kürretage)
Blasendruckmessung (Urodynamik)
Blasenspiegelung (Urethrozystoskopie)
Bauchspiegelung zur Diagnostik und Therapie (Pelviskopie oder Laparoskopie)
Bauchschnitt (Laparotomie)
Chirurgische Verfahren
Endometriumablation
Gebärmuttermundspiegelung (Kolposkopie)
Gebärmutterspiegelung zur Diagnostik und Therapie (Hysteroskopie oder Resektoskopie)
Konisation (Kegelförmige Gewebsentfernung am Muttermund)
Lymphknotenentfernung (Lymphadenektomie)
Myomenukleation
TVT® (Tension Free Vaginal Tape) – Einlage einer Schlinge unter die Harnröhre
Uterus-Ballon-Therapie
Vordere und hintere Scheidenplastik

2. Hysterektomie
Entfernung des Gebärmutterkörpers bei Erhalt des Gebärmutterhalses (suprazervikale Hysterektomie)
Entfernung der gesamten Gebärmutter (einfache Hysterektomie)
Entfernung der gesamten Gebärmutter mit beidseitigen Eileitern und Eierstöcken (Ovarektomie)
Erweiterte Hysterektomie (Wertheim-Operation)
Das Mitentfernen benachbarter Organe (Exenteration)
Teilentfernung der Gebärmutter (Trachelektomie)

3. Mögliche Folgen nach einer Gebärmutterentfernung

IV. Frauengesundheitszentren: Der geschlechtersensible Gesundheitsansatz

V. Anhang
Informations- und Beratungsstellen
Stichwortverzeichnis

Auszug

DIE BEDEUTUNG DER GEBÄRMUTTER

Dass sich die Bedeutung der Gebärmutter nicht nur auf die Funktionen reiner Reproduktion reduzieren lässt, hat sich in den letzten Jahren auch als Einsicht in den medizinischen Fachkreisen etabliert. Kaum ein Gynäkologe und Gynäkologin, die noch laut und offiziell das Gegenteil äußern würden.
Dennoch weisen die statistischen Erhebungen der Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung (BQS) auf, dass von den insgesamt 142.385 Gebärmutterentfernungen in 2007 mehr als 90 % (129.430) aufgrund benigner (gutartiger) Erkrankungen des Uterus vorgenommen wurden. Davon entfallen 86.476 Organentfernungen auf Myom-Befunde. Betroffen waren mit fast 50 % Frauen im Alter zwischen 40 und 49 Jahren.
Trotz leicht rückläufiger Tendenz im Vergleich zu den Vorjahren, eine erschreckend hohe Zahl von Organentfernungen, die im Hinblick auf die inzwischen vorhandenen organerhaltenden Behandlungsalternativen bei Myomen vielfach unnötig sind.

Begünstigt wird die häufig vorschnelle und unnötige Gebärmutterentfernung durch den Umstand, dass Frauen auch heute noch vielfach mit „dem da unten“ möglichst wenig zu tun haben wollen.
Neben der Harninkontinenz als häufig auftretende Folge einer Hysterektomie weisen einige Studien auch eine erhöhte Rate an Herz- und Kreislauferkrankungen bei Betroffenen nach. Weitere organische Funktionen, die die Gebärmutter außerhalb der Reproduktion übernimmt, sind bislang noch nicht genau erforscht.

Betroffene Frauen erleben die Entfernung ihrer Gebärmutter sehr unterschiedlich. Während manche Frauen den - vorausgesetzt medizinisch notwendigen - Eingriff als für sie richtig empfinden und gut damit leben können, nehmen andere Frauen die Entfernung als Verlust des Zentrums ihrer Weiblichkeit, ihrer weiblichen Mitte, dem Heil- und Ganzsein wahr.
In der Praxis zeigt sich, dass die Zufriedenheit der Patientinnen mit der Behandlungssituation zunimmt, je umfassender die Betroffene Kenntnis über die individuellen Faktoren hat, da die getroffene Entscheidung ohne falsche Erwartung als selbstbestimmt in ihrer Handlungsfähigkeit empfunden wird.

Was Sie grundsätzlich bei jeder Entscheidung für eine Operation beachten sollten:

 Lassen Sie sich nicht unter Zeitdruck setzen. Selbst bei einer Krebsdiagnose muss nicht auf der Stelle sofort operiert werden.
 Holen Sie eine zweite ärztliche Meinung, einen zweiten Kontrollbefund ein.
 Informieren Sie sich bei entsprechenden Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen über mögliche Behandlungskonzepte und Erfahrungswerte.
 Erkundigen Sie sich, wo es für Ihre Erkrankung spezialisierte Behandlungszentren gibt. Denn ein chirurgischer Eingriff kann hohe Anforderungen an das Können eines Operateurs stellen.
 Seien Sie besonders kritisch, wenn Ihnen Ihr behandelnder Gynäkologe/Gynäkologin mit Belegbetten zu einer Operation rät, die von ihm/ihr selbst durchgeführt wird.
 Nehmen Sie bei bedrohlichen Befunden eine Person Ihres Vertrauens zum Arztgespräch mit, da viele Betroffene in dieser Angstsituation mit einer Art Tunnelblick reagieren und nur noch sehr selektiv Informationen aufnehmen.

Ist eine Organentfernung faktisch das kleinere Risiko mit dem für Sie größten Nutzen oder medizinisch unvermeidbar, dann können Formen der Trauerarbeit helfen, Verlustgefühle besser zu bewältigen. Das Empfinden von Trauer ist in dieser Situation weder unangemessen noch lächerlich, sondern ein berechtigter Gefühlszustand, für den Sie sich die Zeit nehmen sollten, die Sie dafür brauchen.

Operation - Ja oder Nein

Grundsätzlich bedeutet jede Operation, ob organerhaltend oder organentfernend, einen Eingriff in den Körper und damit eine "Körper-Verletzung". Dennoch stellt die operative Therapie eine sehr effektive Behandlungsmethode dar, die sich vor allem bei bösartigen Erkrankungen wie Krebs, als die medizinische Maßnahme mit den größten Überlebenschancen erwiesen hat.

Bei der Frage, ob ein operativer Eingriff für die individuelle Erkrankungssituation die richtige Behandlung ist, hilft eine Risiko-Nutzen-Abwägung. Denn jede Behandlungsmethode, ob medikamentös, operative oder naturheilkundlich, hat ihre Vor- und Nachteile.

Was soll (kann) mit der Behandlung erreicht werden?
Welche anderen Therapien stehen gleichwertig gegenüber?
Kann ich auch mit einer Besserung der Beschwerden gut leben (lernen) ohne dass die Erkrankung selbst beseitigt wird?
Wie weit bin ich bereit, mich mit meiner Erkrankung auseinanderzusetzen?
Brauche ich eine schnelle Problemlösung oder will ich mir lieber Zeit nehmen und behutsam vorangehen?

In der Praxis zeigt sich, dass die Zufriedenheit der Patientinnen mit der Behandlungssituation zunimmt, je umfassender die Betroffene Kenntnis über die individuellen Faktoren hat, da die getroffene Entscheidung ohne falsche Erwartungen als selbstbestimmt in ihrer Handlungsfähigkeit empfunden wird.

Entzündungen

Da bei Frauen im geschlechtsreifen Alter die Verbindung zwischen der Scheide und der Bauchhöhle „offen“ ist und nur durch den Schleim des Gebärmutterhalses geschützt wird, besteht ein höheres Risiko für Unterleibsentzündungen. Die Keime, die meist aus dem Darmbereich kommen, heißen Escherichia coli und Enterokokken.

Typische Keime für Unterleibsentzündungen sind aber auch Chlamydien und Gonokokken. Die beiden zuletzt genannten sind typische Keime von Geschlechtskrankheiten, die durch Geschlechtsverkehr übertragen werden.

Jüngste Untersuchungen haben gezeigt, dass bereits ein Jahr nach Aufnahme des Geschlechtsverkehrs bis zu 70 Prozent der jungen Mädchen eine Chlamydieninfektion erworben haben. Frauen mit häufig wechselnden Partnern sind besonders gefährdet. Untersuchungen aus den USA, wo es spezielle Kliniken für Geschlechtskrankheiten gibt, zeigen, dass diejenigen Frauen, die häufig wechselnde Geschlechtspartner haben, viel mehr Infektionen bis hin zu Krebs erzeugenden Virusinfektionen aufweisen, als Frauen, die einen oder wenige Geschlechtspartner in ihrem Leben haben. Kondome können hier schützen.

Myome

Myome sind gutartige Wucherungen der Gebärmutter, bestehend aus Muskelzellen und Bindegewebe, die schnell wachsen, aber auch wieder schrumpfen können. Sie kommen mit einer Häufigkeit von bis zu 15 Prozent vor. Altersgipfel für Myome ist das vierte und fünfte Lebensjahrzehnt. Ihr Vorkommen ist, wie man mittlerweile weiß, genetisch bedingt, so dass häufig diejenigen Frauen Myome aufweisen, deren Mütter bereits Myome hatten.
Bekannt ist auch, dass das Wachstum der Myome durch hormonelle Einflüsse, insbesondere des Östrogens, gefördert und begünstigt werden, da Myome nicht vor der Pubertät auftreten und sich meist nach den Wechseljahren wieder zurückbilden.

In vielen Fällen bereiten Myome keine oder nur geringe Beschwerden, so dass keine Behandlung erforderlich ist.

Die häufigsten Symptome sind starke Monatsblutungen, Druck- und Schweregefühl im Unterbauch, Schmerzen, die bis in den Rücken und die Beine ausstrahlen können und die sich bei körperlicher Anstrengung und in der zweiten Zyklushälfte verstärken.

Myome kommen an verschiedenen Stellen in der Gebärmutter vor :

- Unmittelbar unter der äußeren „Haut“ der Gebärmutter (subseröse Myome). Diese Myome stören im Allgemeinen nicht. Sie werden daher oft sehr spät, d.h. in einem fortgeschrittenen Wachstumsstadium entdeckt.

- In der Gebärmutterwand (intramurale Myome). Diese Myome stören die Kontraktionsaktivitäten der Gebärmutter, durch die während der Menstruation die im vorangegangenen Zyklus gebildete Schleimhaut abgestoßen wird (= Menstruationsblutung). Die Folge sind Schmerzen während der Menstruation und lang andauernde und starke Blutungen.

- Unter der „Innenhaut“ der Gebärmutter (submuköse Myome). Diese Myome stören ebenfalls die Gebärmutterkontraktionen während der Menstruation und führen zu starken und schmerzhaften sowie lang andauernden Blutungen.
- Im Bindegewebe neben der Gebärmutter zwischen den Bändern (intraligamentäre Myome).

Wann sollten Myome behandelt werden?

Eine Indikation zur Behandlung der Myome ist immer dann gegeben,

- wenn starke und lang andauernde Blutungen evtl. verbunden mit regelmäßigen Anämien (Blutarmut) auftreten,
- wenn sie Schmerzen verursachen,
- wenn sie schnell wachsen. In diesen Fällen befürchtet man eine Entartung, die allerdings nicht häufiger als in 0,1 Prozent der Fälle vorkommt. Es entstehen Sarkome, extrem bösartige Geschwülste, die gegen viele Therapiemöglichkeiten resistent sind und die daher unbedingt so früh wie möglich entfernt werden sollten.
- wenn sie bei einer Schwangerschaft den sich entwickelnden Fötus so behindern, dass er nicht genug Platz hat und eingeengt liegen muss, was schwere Bewegungsstörungen verursachen kann.

Diagnostik, operative Therapien und nicht-chirurgische Behandlungsverfahren

Die unterscheidende Diagnostik wird mittels Ultraschall durchgeführt. Falls viele Myome die Gebärmutter verformen, wird zur genauen Lagebestimmung der einzelnen Knoten eine Kernspintomographie der Gebärmutter durchgeführt, die zusätzlich in der Lage ist, mit Hilfe von Kontrastmittel die Durchblutung der Myome zu messen.

Die Operation von Myomen erfolgt heute fast immer mittels Bauchspiegelung (Laparoskopie) oder Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie), wenn die Geschwülste innen in der Gebärmutterhöhle sitzen. Operationen mittels Bauchschnitt (Laparotomie) sind primär bei sehr vielen oder sehr großen Myomen vorgesehen oder wenn die Myome aufgrund ihrer Lage schwer zugänglich sind.

Muss eine Vielzahl von Myomen in der Gebärmutter entfernt werden, kann mit einer offen-chirurgischen Myomenukleation die Gebärmutter trotzdem erhalten werden. Bei der Entscheidung für eine Operation sollten Sie folgende Faktoren berücksichtigen:

 Beschwerden, die durch Verwachsungen entstehen können.
 Myome können auch nach einer Operation erneut auftreten (Rezidivrate bis 25 Prozent).

Für die Wahl der Operationstechnik und chirurgischen Methoden sind die Lokalisation und die Größe der Myome ausschlaggebend. Ebenso sind die individuelle Lebenssituation und Lebensplanung sowie persönliche Präferenzen der betroffenen Frau zu berücksichtigen.

Myomabtragung mittels Gebärmutterspiegelung (submuköse Myome) Myomenukleation mittels Bauchspiegelung

Frauen, die eine Operation ablehnen, haben mehrere Möglichkeiten, die myombedingten Beschwerden behandeln zu lassen...

Neben verschiedenen hormonellen Therapien, gibt es vielfältige naturheilkundliche und alternative Behandlungswege und -methoden. Nehmen Sie sich Zeit, sich zu informieren, und suchen Sie sich kompetente Ansprechpartner, mit denen Sie sich beraten können. Selten ist Eile geboten.

Mehr zu Myome: Ernährung - Methode Wildwuchs

Myom an der linken hinteren Seitenwand der Gebärmutter bevor es ausgeschält wird.
Gebärmutter nach dem Myome am Fundus laparoskopisch abgetragen wurden.
Blick vom Bauchnabel in das kleine Becken: Gebärmutter mit einem Myom an der Hinterwand (intramurales Myom) und unter der Außenhaut (subseröses Myom)
Die PAP-Methode unterteilt in Gruppen:

- PAP I, II und III mit der Untergruppe III D,

- PAP IV mit seinen Untergruppen IV a und b

- und die Gruppe V.

Die Gruppen I und II werden als normale, gesunde Befunde definiert.

In die Gruppe III werden Zellveränderungen eingestuft, die der Zytologe nicht beurteilen kann beziehungsweise deren Herkunft unklar ist. Diese Zellen sehen völlig anders aus als Gebärmutterhalszellen. Es kann sich beispielsweise um Zellen aus der Gebärmutterhöhle oder aus dem Eileiter handeln, aber es können auch Zellen sein, die durch einen sehr lange andauernden und/oder sehr ausgeprägten Hormonmangel des Genitals verändert sind.

Hier empfiehlt sich eine Kontrolluntersuchung nach einem Zeitraum von drei Monaten, in dem die Scheide mit einer Hormontherapie (Creme oder Tabletten) behandelt wird. So kann der Hormonmangel ausgeglichen werden und die Zellen bauen sich auf und werden besser beurteilbar.

Hat sich die Zellveränderung auch nach der Östrogengabe nicht gebessert, ist eine feingewebliche (histologische) Abklärung durch Ausschabung des Muttermundes, des Gebärmutterhalskanals und der Gebärmutterhöhle nötig.

...

Die Qualität des Aussagewertes eines PAP-Abstrichs hängt ganz wesentlich von der Qualität des Abstrichpräparates und von der Erfahrung des auswertenden pathologischen Labors ab. Häufige Fehlerquellen finden sich bereits bei der Abstrichentnahme aus dem Zervixkanal und bei der Fixierung des Abstrichs. So sind an der Luft getrocknete Zellen nicht mehr beurteilbar, wenn mit ihrer Fixierung zu lange gewartet wird. Auch können unklare Zellen falsch interpretiert oder übersehen werden.

Bevor ein operativer Eingriff aufgrund eines PAP-Wertes vorgenommen wird, sollten Sie unbedingt eine zweite ärztliche Meinung einholen und ggf. einen Kontrollabstrich machen lassen. Dysplasie-Spezial-Sprechstunden in gynäkologischen Zentren bieten hier zumeist einen hohen Qualitätsstandard.

 HP-Viren-DNA-Diagnostik