Getragenwerden und Gehaltensein
als tröstender
Beziehungsraum

Eine psychoonkologische Begleitung für
Krebspatienten,
Angehörige und Betreuer

Dietlinde Baldauf/Birgit Waldenberger

3. Auflage 2011, 88 S.
Kart.; ISBN 978-3-938580-06-6/ € 16,90 (D)
ISBN 978-3-938580-32-5/ € 9,90
"reinlesen"
Eine Krebserkrankung erfasst den Menschen als Ganzes in seiner körperlichen, seelischen und geistigen Existenz. Sie stellt die bisherige Identität infrage und wandelt die Betroffenen ungefragt, mitunter bis zum Sterben. In diesem Ringen stellen sich Fragen nach Woher und Wohin, nach dem, was Halt gibt und tröstet.

An konkreten Situationen aus der Praxis reflektieren die Autorinnen mit einfühlendem Verstehen die inneren Bewegungen und Bewegtheit, die Gedanken und Fragen der an Krebs Erkrankten. So eröffnen sich Wege, sich mit dem Leidenden zu verbinden, und es finden sich Worte für Erfahrungen, für die wir meist keine Worte haben.

EINLEITUNG
WÜRDIGUNG
EXISTENZIELLE LEIDENSZUSTÄNDE

• Häufig beobachtete Auslösebedingungen
• Die Angst
• Das Gefühl der Einsamkeit
• In die Bodenlosigkeit fallen
• Die Erfahrung des Hinfälligseins
• Hoffnungslosigkeit
• Müdigkeit und das Bedürfnis nach Ruhe
• Niedergeschlagensein
• Das Erleben der eigenen Ohnmacht
• Panik
• Das Empfinden tiefer Scham
• Existenzielle Schmerzerfahrung
• Im Zustand von Schock
• Tiefe Trauer
• Abwehr und Trotz
• Das Verlorensein
• Verzweiflung

HINTERGRUNDKONZEPTE

Einführung

Hier geht es um existenzielle Leidenszustände. Sie bedürfen existenzieller Antworten im

  • ERKENNEN - TRAGEN - HALTEN - TRÖSTEN

Existenzielle Antworten setzen voraus, dass die durch Leiden angesprochenen Menschen mit ihrem eigenen Wesen etwas vom Wesen ihres leidenden Gegenübers erfassen. Dadurch entsteht ein Beziehungsraum, in dem sich existenzielle Leidenszustände mitteilen können. Erkennen und Erkanntwerden im Wesen und Wesentlichen rührt an größere Zusammenhänge, auch im Leiden. Es lässt den großen Musiker erahnen.

  • Das Erkanntwerden ist existenzielle Antwort im Leiden.

Getragenwerden ist die grundlegende Vertrauenserfahrung des Menschen, der seine ersten Monate im Mutterleib verbringt.

  • Das Getragenwerden ist existenzielle Antwort im Leiden.

Gehaltensein ist die Erfahrung der Anwesenheit eines behütenden und berührenden Du.

  • Das Gehaltensein ist existenzielle Antwort im Leiden.

Getröstetsein ist das Geschenk unerwarteter Labsal und Aufrichtung.

  • Solches Getröstetsein ist existenzielle Antwort im Leiden.

In einem Beziehungsraum, der durch die Anwesenheit zweier existentiell angesprochener Menschen, die in den folgenden Ausschnitten aus der Reflexion der Autorinnen »D« und »B« genannt werden, entsteht, werden berufliche und soziale Rollen im wechselseitigen Dialog für Augenblicke fühlbarer Teil eines größeren mit-menschlichen Ganzen.

» ... Doch alles, was uns anrührt, dich und mich, nimmt uns zusammen wie ein Bogenstrich der aus zwei Saiten eine Stimme zieht. Auf welches Instrument sind wir gespannt? Und welcher Geiger hat uns in der Hand? ... « aus
LIEBES-LIED (Rilke, R. M.)

"reinlesen"


Die Autorinnen:
Baldauf, Dietlinde: Psychotherapeutin (Integrative Gestalttherapie, Systemische Familientherapie, Psychoonkologie, Initiatische Therapie), Sozialarbeiterin, langjährige Leiterin der psychosozialen Krebsberatungsstelle Krebshilfe Vorarlberg

Dr. Waldenberger, Birgit: Klinische und Gesundheitspsychologin, Psychotherapeutin (Integrative Gestalttherapie, Systemische Familientherapie), Intuitionsschulung, Supervisorin mit Leitungserfahrung, freie Praxis. www.waldenberger.net
Beiträge v. Dr. Birgit Waldenberger:
Zwischen möglichem Wunder und zukünftigem Tod (PDF) kostenfrei
Gartenzwerg und Engelsgestalt, auf jeden Fall mein Innerstes
(mp3-Datei) kostenfrei