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EL AMAL - Die Hoffnung
Tagebuch über eine deutsch-ägyptische Ehe und deren Scheitern
Sabine Kiefner
ISBN 978-3-9809069-0-6
Ebook € 6,90 download
Leseprobe (PDF) kostenfrei
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Für meinen Sohn Amir,
der mir durch seine Liebe die Kraft gegeben hat, zu kämpfen.
Für meinen Vater,
der in dieser schwierigen Situation immer an meiner Seite gestanden hat.
Und
für Sybille 0.,
die mir durch unsere Gespräche einen Weg aus der Vergangenheit gezeigt
und die Frau in mir wieder zum Leben erweckt hat.
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Auszug |
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In der Phantasie gibt es viele Wege, die ans Licht führen. Endlich weg von den Alpträumen der letzten Jahre.
Zulassen, das etwas geschieht und ich mich nicht nur im Kreis bewege, der immer wieder zum Anfang zurückkehrt.
Nach vier Jahren habe ich den Entschluss gefasst, mich von dem Vater meines Kindes zu trennen. Eine schwere Entscheidung. Auch getroffen aus Angst vor Wiederholung der Ereignisse. Bloß nicht noch einmal die gleichen Fehler machen.
Es soll ein kompletter Neuanfang werden. Kein Leben mehr in der Warteschleife.
Es wird sich nichts ändern, wenn ich nicht handele. Unsere Beziehung hat keine Zukunft. Die Entfernung ist zu groß.
Er war eine Urlaubsliebe und so möchte ich ihn auch in Erinnerung behalten, obwohl er der Vater meines Kindes ist.
Glückliche Momente, an die ich gerne denke, aber ich will nicht, dass er nach Deutschland kommt.
Ich liebe ihn nicht mehr.
Zuviel ist geschehen seit wir uns kennen gelernt haben.
Damals habe ich diesen Schritt gewagt - eine folgenschwere Entscheidung.
Ein Heiratsantrag, dem ein Jahr später eine siebenwöchige Ehe folgt, in der es nur um ein
Thema ging - Geld - mein Geld. Um daran zu kommen war ihm jedes Mittel recht. Sogar ein Selbstmordversuch, raffiniert in Szene gesetzt.
So hatte ich mir das langersehnte Zusammenleben nicht vorgestellt. Wo war der liebevolle, fürsorgliche Mensch geblieben, den ich in Alexandria kennen gelernt habe?
Die Nächte verbrachte er im Wohnzimmer vor dem Fernsehen, schlief auf meinem Sofa, während ich im Schlafzimmer lag - unglücklich und auf der Suche nach einem Ausweg.
Mit Liebe hatte das alles nichts zu tun. Ich fühlte mich betrogen.
Er wich meinen Fragen aus und machte mich für die verfahrene Situation verantwortlich.
Seine Familie durfte von unserer Hochzeit nichts erfahren, ich sollte in meiner eigenen Wohnung nicht ans Telefon gehen. Das machte ich nicht mit.
Er drohte, mich zu verlassen. Wir stritten fast nur.
Ich versuchte mich mit dem Gedanken zu trösten, dass es in jeder Beziehung Probleme gibt.
So schnell wollte ich nicht aufgeben. Schließlich hatte ich lange genug dafür gekämpft ihn nach Deutschland holen zu können. Er bemerkte gar nicht, wie sehr ich unter dieser Situation litt - es war ihm wohl gleichgültig.
Mein Herz begann zu frieren.
Aus meinem Traum von einer glücklichen Familie war ein Alptraum geworden, dessen Ende noch nicht abzusehen ist. Ich sah zu, wie er mich immer mehr benutzte, stundenlang hinter meinem Rücken nach Ägypten telefonierte, Geschenke für seine Familie kaufte, die er besuchen wollte.
Ich bin unfähig, Entscheidungen zu treffen, weiß nicht mehr, was ich eigentlich will.
Im Büro gelang es mir kaum noch, mich zu konzentrieren. Ich hatte kein gutes Gefühl, ihn alleine in meiner Wohnung zu wissen.
Die Situation geriet allmählich außer Kontrolle.
Ich hatte das Telefon für Auslandsgespräche gesperrt. Seine Wutausbrüche begannen mir Angst zu machen, unsere Auseinandersetzungen wurden heftiger. Eines Tages wird er die Beherrschung verlieren und mich schlagen“.
Aber ich hielt nicht still, warf ihm vor, ein schlechter Ehemann zu sein, der nur mein Geld wollte - nicht mehr. Er reagierte beleidigt, verließ für ein paar Stunden unsere Wohnung, ohne zu sagen, wohin. Als er zurückkam stellte ich mich schlafend, um einer weiteren Diskussion zu entgehen.
Zumindest für den Moment. Sehnsucht nach Frieden. Tränen der Verzweiflung. Hilferufe, die nicht nach außen dringen.
Je mehr ich mich auflehnte, desto unerträglicher wurde der Alltag mit ihm. Ich entzog mich jeder Berührung, um nicht noch mehr verletzt zu werden. Sicher fühlte ich mich nur noch, wenn wir nicht alleine waren, aber er lehnte fast jeden Besuch ab.
Und immer wieder die Forderung nach Geld für seine Familie in Alexandria, der er erzählt hatte, er würde hier in Deutschland arbeiten und viel Geld verdienen.
Mein striktes Nein machte ihn rasend.
Er droht, sich vom Balkon zu stürzen, stieg über die Brüstung.
"Spring doch!" hörte ich mich selber sagen.
Ich wollte nicht zulassen, dass er mich erpresste. Auch nicht mit Selbstmorddrohungen.
Für einen Moment glaubte ich, er würde springen
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Die Autorin Sabine Kiefner, geboren 1962 in Köln, Germanistik- und Pädagogikstudium, Universität Bonn, ist Verlagskauffrau und alleinerziehende Mutter.
Autobiografische Erzählung „El Amal Die Hoffnung“ 2002;
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