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Frühchen & Co
Praktische Tipps rund um Schwangerschaft und Geburt
Ein kleiner Ratgeber für werdende Mütter und Frauen, die es werden wollen.
Manon Sander
Ebook € 12,90
ISBN 9783938580134
Auszug (PDF) (kostenfrei)
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Inhaltsverzeichnis |
Das beste Alter für eine Schwangerschaft
Abstand zwischen den Schwangerschaften
Schwangerschaftstest
Ungewollt schwanger
Wie schwanger bin ich eigentlich
Risikoschwangerschaft
Eileiterschwangerschaft
Kompetente Begleitung
Arztwahl
Betreuung durch die Hebamme
Der Mutterpass
Vorsorgeuntersuchungen
Die ersten drei Monate
Plazentasitz
Mehrlinge
Wer soll es wann erfahren?
Arbeiten Krankschreibung Beschäftigungsverbot
Wie organisiere ich meinen Haushalt
Sport Bewegung
Geschlechtsverkehr
Impfungen
Zahnarzt
Ratschläge
Übelkeit und andere Wehwehchen
Eisenmangel
Blutdruck
Rückenprobleme
Blutungen zu Beginn der Schwangerschaft
Schmerzen im Bauchbereich
Medikamente
Hausmittel
Ist mein Kind gesund?
Ernährung
Kaffee, Cola, Alkohol und Co
Rauchen/Passivrauchen
Urlaub
Autofahren
Sonne und Solarium
Sonnenschutz
Haare färben, Kosmetik und andere Chemikalien
Bäder und Duschen
Sauna
Fehlgeburt/Abort
Viele Untersuchungen mehr Sicherheit?
3D Ultraschall / Doppler
Humangenetische Beratung
Amniozentese
Chorionzottenbiopsie
Trippeltest
Nackentransparenzmessung
Nabelschnurpunktion
Fetoskopie
Vorzeitige Wehen und weitere Komplikationen
Auslöser für vorzeitige Wehen und Möglichkeiten der Therapie
Cervix Insufizenz
Cerclage
Badewannen-Test
Aromatherapie
Blutungen im weiteren Verlauf der Schwangerschaft
Röteln, Windpocken und andere Infektionskrankheiten
Schwangerschaftsdiabetes
EPHGestose
HELLP-Syndrom
Thrombose
Krampfadern
Schwangerschaftsstreifen
Vorbereitung auf die Geburt
Gewicht
Dicker Bauch kleiner Bauch
Retardierung
Frühgeburt
Mein Kind sitzt
Spontane Geburt versus Kaiserschnitt
Wahl des Gebärortes
Hilfe im Internet
Vorbereitungen für das Kind
Anmelden in der Klinik
Schlafprobleme gegen Ende der Schwangerschaft
Trainieren der Schmerzgrenze
Die Kliniktasche
Blasensprung
Einleiten der Geburt
Wann in die Klinik fahren
Die Geburt und die ersten Tage danach
Dammschnitt
Wochenfluss
Die ersten zwei Wochen
Kinderklinik
Stillen
Rückbildung
Einmal Frühchen, immer Frühchen?
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Auszug |
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Risikoschwangerschaft
Zu Beginn der Schwangerschaft werden eventuell bestehende Risiken abgefragt, die bei der Schwangeren, bzw. in deren Familie bestehen. Es ist wirklich wichtig hier die richtigen Angaben zu machen. Nur wenn erkannt wird, welche Probleme gegebenenfalls auftreten können, kann vorbeugend gehandelt werden. Liegen beispielsweise behandlungs- oder kontrollbedürftige (Vor-)Erkrankung vor, kann in der Schwangerschaft besonders darauf geachtet werden und wenn erforderlich, weitere Experten (Ärzte, Ernährungsberater etc.) hinzugezogen werden. Oder es können Kontakte zu Beratungsstellen vermittelt werden, die bei sozialen Problemen weiterhelfen.
Es gibt zwei verschiedene Gruppen von Risiken: Einmal die im Vorfeld bereits bekannten Faktoren, und die Probleme, die erst in und mit der Schwangerschaft auftauchen. Beide werden auf den Seiten 5 und 6 im Mutterpass aufgelistet und jeweils einer Nummer zugeordnet.
Eileiterschwangerschaft
Viele Frauen hören gleich zu Beginn der Schwangerschaft diesen niederschmetternden „Verdacht, der sich im weiteren Verlauf meist als falscher Alarm herausstellt. Bei einer Eileiterschwangerschaft nistet sich die Eizelle nicht in der Gebärmutter ein, sondern im Eileiter. Diese Schwangerschaft muss immer operativ entfernt werden. Zwar wird bei jeder ersten Untersuchung geprüft, ob bereits zu Beginn der Schwangerschaft eine Fruchthöhle in der Gebärmutter sichtbar ist, was eine Einnistung im Eileiter ausschließt. Aber nicht immer kann die Bildung einer Fruchthöhle nachgewiesen werden. Das Wahrscheinlichste in einer solchen Situation ist meistens eine Verzögerung, die durch einen verspäteten Eisprung hervorgerufen wurde. Weitere Anzeichen für eine Eileiterschwangerschaft sind Blutungen (-> Blutungen) und starke Schmerzen auf einer Seite im unteren Bauchbereich. Treten diese Schmerzen in Verbindung mit starken Blutungen auf, dann sollte sofort ein Krankenhaus aufgesucht werden.
Betreuung durch die Hebamme
Da ich bei meiner zweiten Schwangerschaft zwischen meinen Krankenhausaufenthalten zu Hause liegen musste und jeden dritten Tag meine Ärztin aufzusuchen hatte, wurde mir zum ersten Mal bewußt, wie hilfreich eine häusliche Betreuung gewesen wäre. Als ich dann mit dem dritten Kind schwanger war, habe ich mich eingehend mit Hebammen beschäftigt.
Jede Frau, die gesetzlich versichert ist, hat Anspruch auf eine Hebammenbetreuung in der Schwangerschaft. Abgesehen von den 3 Ultraschalluntersuchungen, die im Krankenhaus oder bei einem Arzt durchgeführt werden müssen, können alle anderen Untersuchungen von einer Hebamme durchgeführt werden. Eine Hebamme nimmt sich viel mehr Zeit für eine Untersuchung als eine Ärztin/ein Arzt und kann sich intensiver um jede einzelne Schwangere kümmern, da sie viel weniger Patientinnen gleichzeitig betreut. Sie ist auch bei Problemen und Schwierigkeiten telefonisch leichter erreichbar.
Wie die Gewichtung zwischen Arzt/Ärztin und Hebamme aussehen soll, muss jede Schwanger individuell für sich selbst festlegen.
Hebammen übernehmen die unterschiedlichsten Aufgaben. Neben der äußerst sinnvollen und wichtigen Betreuung während einer Schwangerschaft und der Vorbereitung auf die Geburt, begleiten sie die Schwangere beim Eintritt der Wehen bis zur Fahrt ins Krankenhaus, führen die Nachsorge zu Haus durch und kümmern sich um Mutter und Neugeborenes, und bieten Kurse zur Rückbildung. Einige Hebammen entbinden die Frauen im Krankenhaus oder zu Hause in Form von Hausgeburten. Da nicht jede Hebamme das gesamte Spektrum abdecken kann, sollte jede Frau im Vorfeld für sich festlegen, was sie von ihrer Hebamme erwartet.
Eine wirklich gute Hebamme zu finden, ist fast noch schwieriger als einen guten Frauenarzt zu bekommen. Fündig wird frau bei www.hebammensuche.de oder beim Verband der Hebammen e.V. in Karlsruhe www.bdh.de, der Bund deutscher Hebammen, 76133 Karlsruhe, Fon 0721 - 98189-0. Fax 0721 - 98189-20, info@bdh.de, sowie der Bund freiberuflicher Hebammen, Deutschland e.V., Frankfurt, Fon 069 79534971 geschaeftstelle@bfnd.de
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Vorsorgeuntersuchungen
Vorgesehen sind 12 Vorsorgeuntersuchungen. Die erste ist ca. in der 6.-8. Woche.
Bis zur 32. SSW gibt es alle vier Woche eine weitere. Ab der 32.SSW ist bis zur 40.SSW im zweiwöchigen Rhythmus jeweils eine Untersuchung. Sollte das Kind nach der vierzigsten Woche immer noch im Bauch sein, werden die Abstände noch kürzer. Auch bei risikoschwangeren Frauen sind in der Regel häufigere Untersuchen erforderlich, wobei die Untersuchungen zwischen Ärzten und Hebammen aufgeteilt werden können. Es unterliegt dabei der individuell Situation, wie oft untersucht oder einfach nur geredet werden muss. Die Abstände müssen nicht exakt eingehalten werden, sondern können auch um eine Woche verschoben werden, wenn zum Beispiel ein Urlaub den nächsten Termin nicht ermöglicht.
Eine Sonographie (Ultraschall) wird bei den Regeluntersuchungen nur durchgeführt, wenn aufgrund vorheriger Untersuchungen ein Risiko vorliegt, das beobachtet werden muss, oder die Untersuchungswerte auf eine Störung hindeuten. Die normale Untersuchung beinhaltet:
eine Urinuntersuchung,
eine Gewichtsmessung,
das Messen des Blutdrucks,
eine Überprüfung des Eisenwertes im Blut (dazu ist ein kleiner Ritz im Finger oder Ohr erforderlich)
und eine gynäkologische Untersuchung, bei der die Größe der Gebärmutter überprüft wird (Fundusstand gemessen am Abstand zum Schambein und zum Nabel), und ob der Muttermund geschlossen ist und keine Keime im Scheidenbereich angesiedelt sind.
Je nach Arzt und Verlauf der Schwangerschaft wird ab einem bestimmten Zeitpunkt die Herztätigkeit des Kindes abgehört, bzw. ein CTG (Cadio-Toko-Gramm frei übersetzt Herz/ Wehen/ Aufzeichnung) geschrieben. Hebammen hören die Herztöne des Kindes manchmal noch mit einem Hörrohr ab, andere haben ein kleines Gerät mit dem die Töne so verstärkt werden, dass auch die werdende Mutter sie hören kann. Dies Gerät ist ein kleines Ultraschallgerät, das bei der richtigen Anwendung die Herztöne des Babys überträgt. Gerade wenn der Fötus noch recht klein ist, gehört viel Erfahrung und Geduld dazu, die Herztöne zu treffen. Eine Selbstanwendung ist oft recht enttäuschend, da häufig nur die langsameren Töne der Mutter gefunden werden.
In der Praxis oder im Krankenhaus werden beim CTG zwei Aufnahmeköpfe mit einem Baumwollschlauch, den man überziehen muss, auf dem Bauch befestigt. Der eine zeichnet die Herztöne des Kindes auf und der andere Kopf misst die Wehentätigkeit. Sollte bei dieser Untersuchung der Herzton des Kindes für einige Zeit verschwinden, dann ist das kein Grund zur Beunruhigung, sondern ein normaler Vorgang, denn das Kind bewegt sich und der Schallkopf kann die Töne dann nicht mehr erfassen.
Bei den drei größeren Untersuchungen wird jeweils eine Ultraschallkontrolle vorgenommen: Beim I. Screening (zwischen der 9. und der 12. Schwangerschaftswoche) wird kontrolliert, ob sich die Schwangerschaft richtig in der Gebärmutter eingenistet hat. Intrauteriner Sitz bedeutet das in der Fachsprache. Die meisten Ärzte schauen aber zu Beginn der Schwangerschaft bereits nach, ob in dieser Hinsicht alles in Ordnung ist. Des Weiteren wird geprüft, ob der Embryo darstellbar und eine Herzaktivität vorhanden ist. Wenn nicht, liegt im günstigsten Fall eine falsche Berechnung der Schwangerschaftswochen vor. Andernfalls müssen andere Ursachen abgeklärt werden. Zusätzlich wird überprüft, ob es sich um einen Einling oder um Mehrlinge (Mehrlinge)) handelt.
In vielen Fällen wird dieses Screening schon mit einem Schallkopf ab der 12. Schwangerschaftswoche über die Bauchdecke gemacht. Eingetragen und gemessen werden muss einer der drei Werte, der Aufschluss über die Schwangerschaftswoche gibt: FS (Fruchtsackdurchmesser), SSL (Scheitel-Steiß-Länge) oder BPD (der Querdurchmesser des kindlichen Kopfes - von Schläfe zu Schläfe). Das zweite Screening findet zwischen der 19. und 22. Schwangerschaftswoche statt. Hier werden zunächst die Lebenszeichen des Kindes geprüft und ob es ein Einling ist oder Mehrlinge sind. Zusätzlich wird die Plazenta begutachtet, die die Versorgung des Kindes in den kommenden Wochen gewährleisten muss. Bei der Darstellung des Kindes und seiner Organe wird insbesondere auf die Beurteilung der Wirbelsäule, des Schädels, Bauchraumes und der Extremitäten geachtet, sowie die Harnblase und die Magenblase begutachtet und das Kind zum ersten Mal komplett vermessen.
Aus acht möglichen Maßeinheiten sind dabei vier Werte zu grundezulegen, die als Mittelwert über die Größe des Kindes Aufschluss geben: BPD (der Querdurchmesser des kindlichen Kopfes - von Schläfe zu Schläfe), FOD (der Längsdurchmesser des Kopfes - von Stirn zu Hinterkopf), KU (der Kopfumfang), ATD (der Querdurchmesser des kindlichen Bauches), AU (der Bauchumfang), APD (Durchmesser des Bauches von vorne nach hinten) FL (die Länge des kindlichen Oberschenkelknochens) auch Femur genannt, HL (die Länge des kindlichen Oberarmknochens). Geprüft wird auch, ob die Fruchtwassermenge normal ist und keine Anzeichen auf Störungen hindeuten. Beim geringsten Verdacht wird entweder ein neuer Termin vereinbart oder die Überweisung zu einem Spezialisten angeraten.
Beim dritten Screening, das zwischen der 29. und 32. Schwangerschaftswoche stattfindet, wird zusätzlich die Lage des Kindes ermittelt, und ab da bei jeder weiteren Untersuchung in den Mutterpass eingetragen. Dazu ist zukünftig kein weiterer Ultraschallbefund nötig, die die Lage des Kindes durch einfaches Abtasten lokalisiert werden kann. Auch wenn alle Vorsorgeuntersuchungen von einer Hebamme übernommen werden, sollten diese Screenings in jedem Fall von einem Arzt oder einer Ärztin durchgeführt werden. Da nicht alle GynäkologInnen bereit sind, ausschließlich die Screenings durchzuführen, ist es sinnvoll mit der Hebamme im Vorfeld abzusprechen, welcher Arzt oder welches Krankenhaus dafür in Frage kommt.
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Die ersten drei Monate
Die ersten drei Monate gehören für viele Frauen mit zu den schwierigsten der Schwangerschaft überhaupt. Jede Störung der Schwangerschaft kann zu einem Abort, also zu einem Abbruch, führen. Aber auch danach können noch vielfältige Störungen die Schwangerschaft frühzeitig beenden. Eine der möglichen Ursachen kann ein Mangel an Progesteron sein. Dieses Hormon erzeugt der Körper normalerweise selbst im Mutterkuchen und verhindert so den Abbau der Schleimhaut. Wenn das Progesteron nicht in ausreichender Menge vorhanden ist, kann dies eventuell eine Fehlgeburt auslösen. Deshalb verordnen einige GynäkologInnen bei ersten auftretenden Blutungen oder bei Verdacht auf eine zu geringe Progesteronproduktion z.B. das Medikament Urtogest. Eigentlich ein Medikament, das in den Wechseljahren verabreicht wird, da zu diesem Zeitpunkt der Progesteronspiegel sinkt. In der Packungsbeilage steht, dass eine Gabe während der Schwangerschaft nicht sinnvoll sei, da der Körper in dieser Zeit dieses Hormon selber erzeugt. Das Medikament kann dennoch verordnet werden, um einer eventuellen Unterproduktion entgegen zu wirken. Allerdings ist die positive Wirkung des Präparats umstritten.
Eingenommen werden kann es oral, also durch den Mund, oder vaginal, direkt in die Scheide. Der vaginalen Einnahme ist unbedingt der Vorzug zu geben, da oral sehr viel mehr in den gesamten Organismus gelangt und das Mittel außerdem Übelkeit verursachen kann. Ich selbst habe das Medikament in zwei Schwangerschaften eingenommen, ohne dass Probleme aufgetreten sind. Alleine die Tatsache, dass ich damit selbst etwas tun konnte, um die Schwangerschaft zu unterstützen, gab mir ein gutes Gefühl.
Auch ständige vaginale Untersuchungen können eher eine Störung hervorrufen, als das sie nutzen. Meine Erfahrung ist, dass mehr Untersuchungen nur eine kurzfristige Sicherheit bieten, und unter Umständen zusätzliche Ängste auslösen und die Beunruhigung verstärken können. Denn nicht immer lassen sich unterstützende Maßnahmen aus den Ergebnissen ableiten (> viele Untersuchungen - mehr Sicherheit?). Man kann leider wenig tun, wenn es zu Blutungen kommt. Nach meiner Erfahrung hilft es ruhig zu bleiben, sich viel auszuruhen. Das ist sehr schwer, denn jede Frau, die diese Angst durchmacht, würde am liebsten permanent eine Sonde in ihren Bauch einsetzen lassen, um nachschauen zu können ob alles o.k.
Die Wahrscheinlichkeit, dass alles gut geht, nimmt im Verlauf der Schwangerschaft ständig zu. Wenn man sich das vor Augen hält und jeden Tag als positives Zeichen wertet, dann kann die Angst besser ausgehalten werden. Es gibt ein paar Meilensteine, die gesetzt werden können. Der erste ist dann schon geschafft, wenn eine Schwangerschaft festgestellt werden kann. Der nächste ist kurz danach geschafft. Sobald im Ultraschall eine Fruchthöhle oder vielleicht noch mehr dargestellt werden kann, kann eine Eileiterschwangerschaft (-> Eileiterschwangerschaft)) ausgeschlossen werden. Das ist zwischen der fünften bis siebten Woche in der Regel der Fall.
Ein sehr aufregender Moment ist, wenn der Herzschlag zum ersten Mal sichtbar wird. Je nach Entwicklung des Kindes und Möglichkeiten des Ultraschallgerätes zwischen der sechsten und achten Woche. Die Entwicklung des Kindes hängt davon ab, wann der Eisprung stattgefunden hat. War das etwas später, dann ist auch die Entwicklung des Kindes verzögert. Wenn die ersten zwölf Wochen geschafft sind, ist die Gefahr geringer geworden. Zeit zum Aufatmen und Durchatmen, es liegen noch ein paar aufregende Monate vor der Geburt!
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Plazentasitz
Bei den Ultraschalluntersuchungen wird der Sitz der Plazenta in der Gebärmutter überprüft. Wenn als Befund „Fundus“ angegeben wird, handelt es sich um eine Plazenta die im oberen Bereich der Gebärmutter sitzt (Vorderwandplazenta). Frauen mit einer Vorderwandplazenta spüren ihr Kind in der Regel 1 bis 2 Wochen später, als Frauen mit einer Hinterwandplazenta (sitzt mehr Richtung Rücken). Eine tiefsitzende Plazenta führt leichter zu Blutungen und kann den Muttermund verschließen. Wenn eine Woche vor Geburtstermin die den Gebärmuttermund verschließende Plazenta sich nicht zurückgebildet hat, ist in der Regel ein Kaiserschnitt erforderlich.
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Übelkeit und andere Wehwehchen
Viele Frauen leiden zu Beginn der Schwangerschaft unter Übelkeit, Appetitlosigkeit, Müdigkeit bis hin zu Schwindelanfällen, die zu kurzen Ohnmachtsanfällen führen können.
Gegen die Müdigkeit hilft reichlich Schlaf. Dabei sollte wirklich versucht werden zu schlafen, also kein Fernsehen, kein Buch. Ständiges Liegen wirkt dagegen eher ermüdend. Lauwarme bis kalte Duschen helfen, den Kreislauf ein wenig in Schwung zu bringen.
Gegen Übelkeit hilft Essen in kleinen Portionen, die gut durchgekaut werden sollten. Eine weiter Möglichkeit ist, sich abends schon etwas zu essen ans Bett zu stellen. Dafür eigenen sich Vollkornkekse oder Zwieback. Manche Frauen greifen zu erfrischenden Kaugummis. Auch Eisenmangel (- > Eisenmangel)) kann Übelkeit hervorrufen. Wird die Übelkeit hauptsächlich durch Gerüche hervorgerufen, bietet sich ein Riechfläschchen mit einer wohlriechenden Substanz an, dass bei Bedarf griffbereit ist. Besonders gut eignen sich folgende ätherische Duftöle: Bergamotte, Mandarine, Neroli, Pampelmuse, Pfefferminze oder Zitrone (-> Aromatherapie)). Ärzte und Hebammen können oft weitere Anregungen geben.
Bei Schwindelanfällen sollten Sie ihr Umfeld informieren, damit jeder Bescheid weiß, was zu tun ist. Ein kleiner Trost: Nach den ersten drei Monaten werden in den allermeisten Fällen diese Beschwerden vorbei sein. Wenn nicht, sollte spätestens jetzt ein Gespräch mit dem Arzt oder der Hebamme geführt werden, da eventuell auch andere Ursachen Auslöser sein können.
Andere Beschwerden können mit kleinen Tricks gemildert werden. In der Schwangerschaft wird zur besseren Versorgung des Ungeborenen die Insulinproduktion des Körpers gesteigert. Dadurch kann plötzlich der Blutzuckerspiegel rapide abfallen, was eine Heißhungerattacke zumeist auf kohlenhydratreiche Nahrungsmittel auslöst. Diesen Attacken kann frau vorbeugen, indem über den Tag verteilt mehrere kleine Mahlzeiten gegessen werden.
Wadenkrämpfe können durch einen erhöhten Bedarf an Magnesium entstehen. Die Zufuhr von mehr Magnesium hilft dem Körper sich zu entspannen. Magnesiumhaltige Nahrungsmittel sind zum Beispiel: Vollkornprodukte, Bohnen, Kartoffeln, Mais und Erbsen, Cashewnüsse, Obst, Fisch, Muskelfleisch und Milchprodukte. Sollten die Krämpfe trotz der Magnesiumaufnahme durch die Nahrung nicht nachlassen, können Sie zusätzlich Magnesiumkapseln einnehmen. Das Magnesium sollte jedoch vier Wochen vor dem errechneten Geburtstermin abgesetzt werden, da Magnesium auch entspannend auf den Bauch wirkt und so die Wehen verhindern oder zumindest verzögern kann.
In der Schwangerschaft öffnet sich eine Verschlusskappe zwischen dem Magen und der Speiseröhre, wodurch Sodbrennen ausgelöst werden kann. Dagegen hilft, Mandeln oder Nüsse gut gekaut zu genießen, oder kleinere Essensportionen über den Tag verteilt zu sich zu nehmen. Außerdem sollte Sie beobachten, bei welchen Nahrungsmitteln der Magen mit Sodbrennen verstärkt reagiert. Empfehlenswert ist auch Fencheltee in kleinen Schlücken nach dem Essen zu trinken. Entsteht das Sodbrennen während des Schlafens, sollten Sie den Kopf etwas höher legen.
Während der Schwangerschaft verlangsamt sich die Tätigkeit des Magen-Darm Bereiches, was zu Verstopfung führen kann. Hier hilft ballastreiche Ernährung und viel Flüssigkeit. Leinsamenkörner können dabei Wunder bewirken. Die geschroteten Körner einfach ins Müsli mischen oder Leinsamenbrot essen. Joghurt und Molkedrinks regen ebenfalls die Verdauung an.
Wenn die Hände und Füße häufig einschlafen, zwischendrin einfach ein paar Bewegungsübungen einlegen oder warm-kalte Wechselgüsse. Sollte das Kribbeln gar nicht mehr aufhören, sollte Sie den Arzt oder die Hebamme konsultieren. Hier kann eventuell ein Karpaltunnelsyndrom vorliegen, das durch eine Verengung der Blutbahnen in der Hand ausgelöst wird. Geschieht häufig in der Schwangerschaft aufgrund vermehrter Wassereinlagerungen. Dabei treten meist beim Aufwachen starke Schmerzen im Mittelfinger auf. Abhilfe kann eine Schiene oder Akupunktur leisten. In schweren Fällen ist eine Operation angeraten.
Bei Lippenherpes Vorsicht: Nicht alle Produkte, die es dagegen gibt, sind für Schwangere geeignet bzw. ausgetestet. Erkundigen Sie sich vorab in der Apotheke. Das manchmal empfohlene Auftragen von Zahnpasta zum Austrocknen der Herpesbläschen hilft dagegen nicht. I
Genitalherpes ist ein gravierenderes Problem. Während der Geburt darf dieser Herpes nicht aktiv sein, da sonst eine Schädigung des Kindes sehr wahrscheinlich ist. In diesen Fällen wird vorsichtshalber zu einem Kaiserschnitt geraten. Frauen, die unter Genital-Herpes leiden, sollten frühzeitig mit ihrem Arzt/ihrer Ärztin sprechen.
Häufige Ursache für Übelkeit ist Eisenmangel. Ausgeglichen werden kann der Eisenmangel durch ein ärztlich verordnetes Eisenpräparat, gegebenenfalls auch über die Ernähung (-> Ernährung)). Bei einer Unverträglichkeit des verordneten Präparates empfiehlt es sich, ein verträglicheres Nahrungsergänzungsmittel zu kaufen, das aber leider nicht von den Krankenkassen getragen wird. Frauen mit Schilddrüsenproblemen sollten mit diesen Zusätzen allerdings vorsichtig sein, da sie oft Jod enthalten. Eine Alternative kann Kräuterblut, ein eisenhaltiger Kräutersaft, aus der Apotheke sein. Ein Glas frischer Orangensaft vor dem Essen verbessert die Aufnahme des Eisens aus der Nahrung.
Wer einen niedrigen Blutdruck hat, wird ihn auch in der Schwangerschaft behalten. Hier kann die Hebamme mit ein paar Hausmitteln helfen (-> Übelkeit und andere Wehwehchen)). Die Gefahr, dass ein steigender Blutdruck nicht rechtzeitig entdeckt wird, besteht allerdings. In meiner dritten Schwangerschaft war ich ganz begeistert, dass ich mich nicht mehr so schlapp fühlte. Dabei wurde aber nicht bemerkt, dass ich gleichzeitig Wasser eingelagert hatte. Erst recht spät wurde dabei eine EPH-Gestose (-> EPH- Gestose)) diagnostiziert.
Wenn bei normalen bis leicht erhöhten Blutdruck eine deutliche Gewichtszunahme verzeichnet wird, dann sollte in jedem Fall ein Urintest auf Eiweiße gemacht werden. Denn nur so kann die Diagnose genau gestellt werden. Zu hoch bedeutet ab 145/90. Hoher Blutdruck muss individuell behandelt werden. Frauen, die darunter leiden oder darunter gelitten haben, sollten gleich zu Beginn der Schwangerschaft ihren Arzt oder ihrer Ärztin informieren, damit eine intensive Kontrolle, gegebenenfalls mit Einnahme von Medikamenten, gewährleistet ist.
Jedes Medikament, auch ein homöopathisches, erzeugt im Körper eine Wirkung. Eine Wirkung, die auch auf das Kind übergehen kann. Manche Medikamente schaden, andere nicht bei vielen sind keine genauen Untersuchungsergebnisse vorhanden. Deshalb sollten unbedingt alle Medikamente, die eingenommen werden, mit dem Arzt/der Ärztin abgesprochen werden, um im Einzelfall Risiko und Nutzen für das Kind abzuwägen.
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Blutungen zu Beginn der Schwangerschaft
Bei Blutungen sollte sofort ein Arzt/eine Ärztin kontaktiert werden. Eine bräunliche Schmierblutung zeigt an, dass es sich um älteres Blut handelt. In den meisten Fällen ist dies eher ein harmloses Anzeichen. Rotes Blut deutet dagegen auf eine akute Ursache hin, muss aber auch nicht sofort ein Ende der Schwangerschaft bedeuten. Bei starken periodenartigen Blutungen sollte sofort ein Krankenhaus aufgesucht werden. In diesem Fall ist die Gefahr am Größten, dass mit der Schwangerschaft etwas nicht in Ordnung sein könnte. Die häufigste Ursache für Blutungen sind kleine Verletzungen in der Scheide oder dem Gebärmutterhals (Zervix), die während einer Schwangerschaft stärker durchblutete sind, und die beispielsweise beim Geschlechtsverkehr oder bei Untersuchungen entstehen können. Sie sind kein Grund zur Beunruhigung und rufen keine Dauerblutung hervor. Ganz zu Beginn in der Frühschwangerschaft kann auch eine so genannte Einnistungsblutung auftreten, die entstehen kann, wenn das Ei sich in der Gebärmutter einnistet. Einnistungsblutungen treten ca. 3 Wochen nach der letzten Periode auf, sind viel schwächer als eine normale Blutung, und lösen keine Dauerblutungen aus. Blutungen können aber auch der Beginn einer Fehlgeburt (- > Fehlgeburt/Abort)) sein oder auf eine Eileiterschwangerschaft hindeuten (-> Eileiterschwangerschaft). GynäkologInnen reagieren durchaus unterschiedlich auf die Alarmmeldung.
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Schmerzen im Bauchbereich
Eine Schwangerschaft verläuft in den wenigsten Fällen schmerzfrei ab. Die Brust kann beim Wachsen schmerzen, der Bauch tut immer mal wieder weh. Dabei gibt es verschiedene Schmerzen im Bauchbereich. Extrem heftige auf der linken oder rechten Seite können in einer Frühschwangerschaft auf ein Eileiterschwangerschaft (-> Eileiterschwangerschaft)) hindeuten. Ziehen vom Bauch bis in die Leistengegenden und im Rücken ist meistens eine Dehnung der Mutterbänder. Hier hilf ein Wärmekissen oder eine Wärmflasche. Aber nicht zu warm, denn Wärme kann Wehen auslösen. Das gleiche gilt für ein nicht zu heißes Wannenbad oder eine Dusche (-> Bäder)), die auch der Entspannung helfen. Plötzlich auftretende Schmerzen im Oberbauch, meistens auf der rechten Seite, und gleichzeitiges Erbrechen, können Anzeichen für ein bevorstehendes HELLP-Syndroms sein. Diese Anzeichen sollten sehr ernst genommen werden und sofort die Hebamme und/oder der Arzt/die Ärztin benachrichtigt werden (-> EPH-Gestose)). Notfalls sofort ein Krankenhaus aufsuche. Schmerzen beim Wasserlassen können auf einen Harnwegsinfekt hinweisen, der vom Arzt behandelt werden muss. Bei einem Harnwegsinfekt wird fast immer ein Antibiotikum verschrieben, da die Gefahr einer Nierenbeckenentzündung bestehen kann. Das Antibiotikum ist für das werdende Kind nicht schädlich und sollte unbedingt eingenommen werden. Zusätzlich hilft es viel zu trinken, um den Bereich gut durchzuspülen. Blasentees sollten nur in Absprache mit dem Arzt oder der Hebamme angewendet werden. Nach Beendigung der Therapie tritt häufig eine Pilzinfektion im Scheidenbereich auf, die entweder anschließend oder vorsorglich parallel behandelt werden sollte. Spannungen im Bauch, die wellenförmig kommen und wieder verschwinden, können Wehen sein (-> Vorzeitige Wehen)). Auch hier sollte umgehend die Hebamme oder der Arzt aufgesucht werden.
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Notfälle
Beschwerden haben oft die gemeine Angewohnheit an Wochenenden, in der Nacht oder zu anderen Unzeiten anzufangen, wenn keine Arztpraxis geöffnet ist. In den meisten Praxen werden frühzeitig Urlaubsschließungen und die Vertretungsärzte angekündigt. Bei Vorsorgeuntersuchungen bietet es sich an, zu fragen, wie es bis zum nächsten Termin aussieht. In meiner zweiten Schwangerschaft waren alle zwei bis drei Tage ein CTG-Schreiben und eine Kontrolluntersuchung angesagt. Natürlich lag Weihnachten in dieser Zeit und die Praxis meiner Gynäkologin war geschlossen. So lernte ich in den zwei Wochen viele Frauenärzte und -ärztinnen in unserer Stadt kennen. In meinem Mutterpass hatte ich zusätzlich einen Zettel mit den jeweiligen Notdiensten liegen, damit ich die Nummern immer sofort zur Hand hatte. Wenn ein Risiko besteht, sollte dies in der Entbindungsklinik schon vor der Geburt bekannt sein. Außerdem bietet der vorherige Kontakt eine gute Gelegenheit, den Ablauf und das Umfeld im Kreissaal der Klinik kennenzulernen.
In den meisten Fällen werden die plötzlich auftretenden Beschwerden nicht so gravierend sein, dass ein Notarzt gerufen werden muss. Hier zahlt es sich aus, eine Hebamme zu haben.
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Viele Untersuchungen mehr Sicherheit?
Eine weitergehende Diagnostik liefert die Feinultraschalluntersuchung, die um die 20. Woche herum Auskunft über eventuelle Fehlbildungen geben kann. Und es läßt sich das exakte Schwangerschaftsalter bestimmen, was für Frauen, die zu Frühgeburten neigen, wichtig zu wissen ist. Aber auch mit dieser diagnostischen Methode lassen sich nicht alle eventuell bestehenden Behinderungen erkennen ein Restrisiko bleibt.
Mit der Doppleruntersuchung, benannt nach dem österreichischen Physiker Christian Doppler, wird die Blutversorgung von Mutter und Kind kontrolliert, und mögliche Herzfehler oder Wachstumsverzögerungen dargestellt. Für die Patientin selbst unterscheidet sich diese Untersuchung von einer normalen Ultraschalluntersuchung nur dadurch, dass sie wesentlich länger dauert und viel mehr Gel auf dem Bauch verteilt wird. Als routinemäßige Untersuchung wird diese Methode nicht in der Vorsorge eingesetzt.
Eine Humangenetische Beratungsstelle sollten Paare vor oder bei einer bereits bestehenden Schwangerschaft aufsuchen, wenn aufgrund genetischbedingter Vorerkrankungen in der Familie eine erbliche Behinderung des Kindes zu befürchten ist. Dabei werden die Wahrscheinlichkeiten einer möglichen Behinderung berechnet. Die Entscheidung für oder gegen eine Schwangerschaft, trifft aber nicht der Arzt, sondern das betroffene Paar selbst.
Amniozentese: Diese Untersuchung wird in der Regel zwischen der 14. und 17. Schwangerschaftswoche durchgeführt, um Chromosomenstörungen oder Störungen des zentralen Nervensystems zu erkennen und wird nur auf Wunsch der betreffenden Patientin durchgeführt, da das diagnostische Verfahren mit Risiken verbunden ist. Mit einer Hohlnadel, die durch die Bauchdecke in die Gebärmutter eingeführt wird, werden ca. 10 bis 15 Milliliter Fruchtwasser aus der Fruchtblase entnommen. Mittels Ultraschall wird dabei kontrolliert, dass der Embryo nicht geschädigt wird. Die im Fruchtwasser enthaltenen Zellen des Kindes werden in einer Zellkultur gezüchtet und dann auf Chromosomenfehler wie Trisomie21 (Down Syndrom) oder Erbkrankheiten untersucht. Eine weitere biochemische Untersuchung liefert Werte über Neuralrohrdefekte (z.B. offener Rücken) und Gehirnfehlbildungen. Die Ergebnisse liegen nach ungefähr zwei Wochen vor. Ein Schnelltest (FISH-Analyse) auf eigenen Wunsch und eigene Kosten kann erste Ergebnisse innerhalb von 24 Stunden liefern. Neben dem Geschlecht des Kindes wird die Wahrscheinlichkeit von drei Gendefekten, unter anderem die Trisomie 21, bestimmt. Die Zahl der Aborte (Fehlgeburten) nach einer solchen Untersuchung variiert in den offiziellen Angaben zwischen 0,5 und 1%. Wird die Fruchtwasseruntersuchung vor der 15. Schwangerschaftswoche durchgeführt (Frühamniozentese), liegt das Risiko für einen Abort oder für eine Klumpfußbildung deutlich höher.
Chorionzottenbiopsie: Die Chorionzotten bilden die äußerste Begrenzung zur Fruchthöhle und entwickeln sich später zur Plazenta, und enthalten deshalb ein mit den Körperzellen des Embryos identisches Chromosomenmuster. Durch eine Chorionzottenbiopsie lassen sich bereits ab der zwölften Woche bestimmte Behinderungen voraussagen. Bei der Untersuchung wird durch die Bauchdecke - in seltenen Fällen durch die Scheide - mit einer Punktionsnadel Chorionzotten entnommen. Die Ergebnisse der Untersuchung liegen bereits nach ca. 2 Tagen vor. Zur Absicherung der Ergebnisse wird eine Zellkultur angelegt, die nach zwei bis vier Wochen ausgewertet werden kann. Der Vorteil der Chorionzottenbiopsie gegenüber der Amniozentese liegt in dem frühen Zeitpunkt der Untersuchung, da ein gewünschter Schwangerschaftsabbruch medizinisch einfacher und sicherer ist. Außerdem verringert sich damit die psychische Belastung für die Betroffenen. Der Nachteil: Mit dieser Untersuchung können zwar Erbkrankheiten und Chromosomendefekte (wie die Trisometri 21) nachgewiesen werden, nicht aber Neuralrordefekte, wie ein offener Rücken, und die Ergebnisse sind nicht ganz so sicher. Auch das Risiko einer Fehlgeburt ist wesentlich höher als bei der Amniozentese und liegt zwischen 1 und 5 Prozent.
Trippeltest: Anders als bei den beiden vorherigen Untersuchungen liefert dieser Wert keine Aussage über die Gesundheit des Kindes, sondern lediglich über die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung. Der Test wird zwischen der 16. und 18. Woche durchgeführt. Wichtig ist dabei, dass das genaue Stadium der Schwangerschaft bekannt ist. Durch eine Blutentnahme werden drei (Trippel) im Blut vorkommende Substanzen untersucht: die beiden Hormone Oestriol und Humanes Choriongonadotroptrin (HCG), und das vom Embryo produzierte Eiweiß Alpha-Fetoprotein. Die Werte werden in Beziehung zum Alter der Schwangeren, ihrer gesundheitlichen Vorgeschichte und dem Alter der Schwangerschaft gesetzt, und dabei berechnet, wie hoch oder gering die Wahrscheinlichkeit besteht, ein Kind mit Trisometri 21 zu bekommen. Der Test an sich ist risikolos, da es sich um eine normale Blutentnahme handelt. Aufgrund der hohen Fehlerquote ist der Test recht umstritten.
Nackentransparenzmessung: Eine weitere Form der Frühdiagnostik von Trisometri 21 ist die Messung der Nackenfalte mittels Ultraschall, die in der 11. Schwangerschaftswoche vorgenommen werden kann. Eine, soweit heute bekannt, risikolose Untersuchung für Mutter und Kind, die aber exakt in der 11. Schwangerschaftswoche erfolgen muss, da sonst der Wert ungenau ist. Trippeltest und Nackentransparentmessung werden häufig als Kombination angeboten, wobei auch hier nur eine Wahrscheinlichkeit errechnet wird. Bestätigt sich ein Risiko auf Trisometri 21 wird zu einer anschließenden Amniozentese geraten. Nabelschnurpunktion Diese diagnostische Methode wird in der 18. Schwangerschaftswoche eingesetzt, wenn eine Blutunverträglichkeit oder eine Infektion (z.B. Ringelröteln) zwischen Mutter und Kind vermutet wird. Mittels einer Hohlnadel wird durch die Bauchdecke Blut aus der Nabelschnur entnommen. Diese Untersuchung birgt sowohl für das Kind als auch für die Mutter ein erhöhtes Risiko und wird deshalb nur bei den oben genannten Indikationen durchgeführt.
Fetoskopie: Diese mit einem sehr hohen Risiko verbundene Untersuchung wird nur noch in seltenen Ausnahmefällen angewandt. Bei der Fetoskopie wird eine zwei bis drei Millimeter dicke Kamera durch die Bauchdecke der Schwangeren in die Fruchtblase eingeführt, um so Bilder vom Fötus zu übermittelt oder Blut und Gewebeproben zu entnehmen. Dieser operative Eingriff wird nur in speziellen Zentren durchgeführt. Durch die hervorragende Ultraschalldiagnostik über die Bauchdecke ist die Methode in den meisten Fällen aber überflüssig.
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Fehlgeburt/Abort
Ein wirklich trauriges Kapitel. Irgendwie habe ich immer gedacht, dass das etwas ist, das mich nicht betreffen würde aber 2000 und 2002 hat es mich doch betroffen und sehr belastet. Ich habe lange gebraucht um dies für mich verarbeiten zu können und konnte das eigentlich erst als ich meinen dritten Sohn im Arm hielt.
Im Oktober 2000 wurde ich schwanger. Mein Ältester war vier Jahre und ich hatte die Gewissheit, dass ich nicht nur ein Kind erwartete, sondern Zwillinge. Es war ein ganz tolles Gefühl. Als ich in der 10. Woche wieder einen Untersuchungstermin hatte, stellte sich heraus, dass keine zwei Babys mehr da waren. Auf dem Ultraschallbild war nur noch ein Einling zu sehen. Allerdings konnte man einen Herzschlag deutlich erkennen. Mein großer Sohn weinte bitterlich, als er das erfuhr. Ich habe das zu dem Zeitpunkt noch gar nicht richtig wahrgenommen. Zwei Wochen später hatte ich eine ganz leichte Schmierblutung. Ich rief sofort meine Ärztin an, die mich zu beruhigen versuchte und meinte, dass das sehr oft vorkäme, ich möge doch mal bitte zu ihr kommen. Während der Untersuchung meinte sie zunächst noch, alles sähe gut aus. Sie wollte nur noch einmal sicherheitshalber mit dem Ultraschallgerät nachkontrollieren. Und da sah sie dann, dass da nichts mehr war. Die Fruchthöhle war noch zu sehen und es war auch etwas darin, aber es bewegte sich nicht mehr. Ich habe anschließend nur noch heulend in der Praxis gesessen. Meine Ärztin rief in der Klinik an und vereinbarte für mich am nächsten Tag einen Termin. Das Untersuchungsergebnis bestätigte sich dort und ich sollte tags darauf operiert werden. Doch schon in der Nacht wachte ich mit extrem starken Blutungen auf, so dass die Operation sofort durchgeführt wurde. Als ich aufwachte, verspürte ich eine schreckliche Leere. Ich hatte das Gefühl, das Leben würde weiterlaufen, aber ich liefe nicht mehr mit. Der Arzt erklärte mir in einem Gespräch, dass ich mir zwei Jahre Zeit lassen sollte, bevor ich wieder schwanger würde. Leider habe ich mich daran gehalten! Es waren für mich zwar nicht zwei komplett unglückliche Jahre, aber trotzdem hatte ich immer noch das Gefühl, dass mir etwas fehlte, was eigentlich da sein sollte.
Eine Freundin, die selber Gynäkologin ist, sagte mir später, dass es Unsinn sei zwei Jahre zu warten und riet mir, ich solle es einfach noch einmal probieren. Denn im Prinzip kann eine Frau direkt nach einer Ausschabung wieder schwanger werden. Ratsam ist es einen Zyklus nach der Ausschabung abzuwarten, damit der Körper ein wenig Zeit hat sich wieder umzustellen.
Mir haben die Gespräche mit anderen betroffenen Frauen sehr geholfen, zeigten sie doch, dass ich nicht allein mit dem Problem und dem Verlust war.
Es gibt keine genauen Aufzeichnungen, wie viele Schwangerschaften innerhalb der ersten drei Monate in einer Fehlgeburt enden, da man davon ausgeht, dass sehr viele Schwangerschaften schon in der fünften Woche beendet werden, ohne dass die betroffene Frau das bemerkt. Denn bis zu diesem Zeitpunkt gibt es viele Faktoren, die die Entwicklung der Schwangerschaft stören können und auf die frau keinen Einfluss hat. Beispielsweise wenn sich das befruchtete Ei nicht richtig einnisten kann und es setzt eine etwas verspätete und stärkere Blutung ein, oder vorher schon eine Zwischenblutung eintritt. Die wenigsten Frauen kontrollieren sofort mit einem Schwangerschaftstest. Einige Studien gehen davon aus, dass ca. jede zweite Schwangerschaft innerhalb der ersten 6 Wochen vorzeitig endet. Einerseits ist das für eine Frau mit Kinderwunsch natürlich ein extrem hoher Wert. Auf der anderen Seite ist es aber auch beruhigend, dass es ein normaler Vorgang ist. Medizinisch gesehen ist eine Fehlgeburt völlig normal. Sind schon Kinder vorhanden, dann ist auch die zweite Fehlgeburt noch ein normaler Vorgang. Gefühlsmäßig ist es für die meisten Frauen trotzdem eine große Katastrophe.
Wenn eine Schwangerschaft bekannt ist, dann sollte im Falle eines Aborts das medizinische Vorgehen mit dem Arzt/der Ärztin oder der Hebamme besprochen werden. Im ganz frühen Stadium ist eine Operation nicht unbedingt erforderlich, solange sichergestellt ist, dass alle Anlagen der Schwangerschaft mit abgegangen sind. Kontrolliert wird dies mittels Blutproben, die einen sinkenden HCG-Wert ausweisen müssen, der abschließend bis auf 0 absinkt, und mit Ultraschall. Bei einer Operation werden unter Vollnarkose die Anlagen auf der Schleimhaut und alle sich darin befindlichen Reste der Schwangerschaft abgesaugt. Anschließend wird noch eine Ausschabung vorgenommen, damit nichts in der Gebärmutter zurückbleibt. Wenn ich bei meinen beiden Fehlgeburten gewußt hätte, dass es auch die Alternative gibt, es einfach bluten zu lassen, hätte ich mich gegen die Ausschabung entschieden. Nach meinen Geburten hatte ich eine außerordentlich gute Rückbildung der Gebärmutter. Nicht aber nach den Ausschabungen. Jeweils vier Wochen danach setzte die erste Blutung ein und war immer sehr heftig, da sich die Gebärmutter nicht richtig zurückgebildet hatte und noch vergrößert war. In diesem Fall ist unbedingt die Ärztin/der Arzt aufzusuchen, da die Blutungen auch von in der Gebärmutter verbliebenen Schwangerschafts-Reste ausgelöst werden können. Handelt es sich lediglich um eine schlechte Rückbildung, können eine Injektion und einige Tage Ruhe helfen.
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Die Autorin Manon Sander, Jahrgang 1970, arbeitet als Grundschullehrerin und ist Mutter von vier gesunden Söhnen. In ihren sechs Schwangerschaft, davon zwei Fehlgeburten und drei Frühchen, sah sie sich mit vielen Problemen konfrontiert. Ihre dabei gesammelten Erfahrungen hat sie in diesem Ratgeber zusammengefasst.
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