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Manon Sander arbeitet als Grundschullehrerin und ist Mutter von vier gesunden Söhnen. In ihren sechs Schwangerschaft, davon zwei Fehlgeburten und drei Frühchen, sah sie sich mit vielen Problemen konfrontiert. Ihre dabei gesammelten Erfahrungen hat sie in diesem Ratgeber zusammengefasst.
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- Ist mein Kind gesund?
- Fehlgeburt/Abort
- Viele Untersuchungen mehr Sicherheit?
- 3D Ultraschall / Doppler
- Humangenetische Beratung
- Amniozentese
- Chorionzottenbiopsie
- Trippeltest
- Nackentransparenzmessung
- Nabelschnurpunktion
- Fetoskopie
- Vorzeitige Wehen und weitere Komplikationen
- Cervix Insufizenz
- Cerclage
- Badewannen-Test
- EPHGestose
- HELLP-Syndrom
- Vorbereitung auf die Geburt
- Die Geburt und die ersten Tage danach
- Einmal Frühchen, immer Frühchen?
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Risikoschwangerschaft
Zu Beginn der Schwangerschaft werden eventuell bestehende Risiken abgefragt, die bei der Schwangeren, bzw. in deren Familie bestehen. Es ist wirklich wichtig hier die richtigen Angaben zu machen. Nur wenn erkannt wird, welche Probleme gegebenenfalls auftreten können, kann vorbeugend gehandelt werden. Liegen beispielsweise behandlungs- oder kontrollbedürftige (Vor-)Erkrankung vor, kann in der Schwangerschaft besonders darauf geachtet werden und wenn erforderlich, weitere Experten (Ärzte, Ernährungsberater etc.) hinzugezogen werden. Oder es können Kontakte zu Beratungsstellen vermittelt werden, die bei sozialen Problemen weiterhelfen.
Es gibt zwei verschiedene Gruppen von Risiken: Einmal die im Vorfeld bereits bekannten Faktoren, und die Probleme, die erst in und mit der Schwangerschaft auftauchen. Beide werden auf den Seiten 5 und 6 im Mutterpass aufgelistet und jeweils einer Nummer zugeordnet.
Eileiterschwangerschaft
Viele Frauen hören gleich zu Beginn der Schwangerschaft diesen niederschmetternden „Verdacht, der sich im weiteren Verlauf meist als falscher Alarm herausstellt. Bei einer Eileiterschwangerschaft nistet sich die Eizelle nicht in der Gebärmutter ein, sondern im Eileiter. Diese Schwangerschaft muss immer operativ entfernt werden. Zwar wird bei jeder ersten Untersuchung geprüft, ob bereits zu Beginn der Schwangerschaft eine Fruchthöhle in der Gebärmutter sichtbar ist, was eine Einnistung im Eileiter ausschließt. Aber nicht immer kann die Bildung einer Fruchthöhle nachgewiesen werden. Das Wahrscheinlichste in einer solchen Situation ist meistens eine Verzögerung, die durch einen verspäteten Eisprung hervorgerufen wurde. Weitere Anzeichen für eine Eileiterschwangerschaft sind Blutungen (-> Blutungen) und starke Schmerzen auf einer Seite im unteren Bauchbereich. Treten diese Schmerzen in Verbindung mit starken Blutungen auf, dann sollte sofort ein Krankenhaus aufgesucht werden.
Betreuung durch die Hebamme
Da ich bei meiner zweiten Schwangerschaft zwischen meinen Krankenhausaufenthalten zu Hause liegen musste und jeden dritten Tag meine Ärztin aufzusuchen hatte, wurde mir zum ersten Mal bewußt, wie hilfreich eine häusliche Betreuung gewesen wäre. Als ich dann mit dem dritten Kind schwanger war, habe ich mich eingehend mit Hebammen beschäftigt.
Jede Frau, die gesetzlich versichert ist, hat Anspruch auf eine Hebammenbetreuung in der Schwangerschaft. Abgesehen von den 3 Ultraschalluntersuchungen, die im Krankenhaus oder bei einem Arzt durchgeführt werden müssen, können alle anderen Untersuchungen von einer Hebamme durchgeführt werden. Eine Hebamme nimmt sich viel mehr Zeit für eine Untersuchung als eine Ärztin/ein Arzt und kann sich intensiver um jede einzelne Schwangere kümmern, da sie viel weniger Patientinnen gleichzeitig betreut. Sie ist auch bei Problemen und Schwierigkeiten telefonisch leichter erreichbar.
Wie die Gewichtung zwischen Arzt/Ärztin und Hebamme aussehen soll, muss jede Schwanger individuell für sich selbst festlegen.
Hebammen übernehmen die unterschiedlichsten Aufgaben. Neben der äußerst sinnvollen und wichtigen Betreuung während einer Schwangerschaft und der Vorbereitung auf die Geburt, begleiten sie die Schwangere beim Eintritt der Wehen bis zur Fahrt ins Krankenhaus, führen die Nachsorge zu Haus durch und kümmern sich um Mutter und Neugeborenes, und bieten Kurse zur Rückbildung. Einige Hebammen entbinden die Frauen im Krankenhaus oder zu Hause in Form von Hausgeburten. Da nicht jede Hebamme das gesamte Spektrum abdecken kann, sollte jede Frau im Vorfeld für sich festlegen, was sie von ihrer Hebamme erwartet.
Eine wirklich gute Hebamme zu finden, ist fast noch schwieriger als einen guten Frauenarzt zu bekommen. Fündig wird frau bei www.hebammensuche.de oder beim Verband der Hebammen e.V. in Karlsruhe www.bdh.de, der Bund deutscher Hebammen, 76133 Karlsruhe, Fon 0721 98189-0. Fax 0721 98189 20, info@bdh.de, sowie der Bund freiberuflicher Hebammen, Deutschland e.V., Frankfurt, Fon 069 79534971 geschaeftstelle@bfnd.de
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Plazentasitz
Bei den Ultraschalluntersuchungen wird der Sitz der Plazenta in der Gebärmutter überprüft. Wenn als Befund „Fundus“ angegeben wird, handelt es sich um eine Plazenta die im oberen Bereich der Gebärmutter sitzt (Vorderwandplazenta). Frauen mit einer Vorderwandplazenta spüren ihr Kind in der Regel 1 bis 2 Wochen später, als Frauen mit einer Hinterwandplazenta (sitzt mehr Richtung Rücken). Eine tiefsitzende Plazenta führt leichter zu Blutungen und kann den Muttermund verschließen. Wenn eine Woche vor Geburtstermin die den Gebärmuttermund verschließende Plazenta sich nicht zurückgebildet hat, ist in der Regel ein Kaiserschnitt erforderlich.
Blutungen zu Beginn der Schwangerschaft
Bei Blutungen sollte sofort ein Arzt/eine Ärztin kontaktiert werden. Eine bräunliche Schmierblutung zeigt an, dass es sich um älteres Blut handelt. In den meisten Fällen ist dies eher ein harmloses Anzeichen. Rotes Blut deutet dagegen auf eine akute Ursache hin, muss aber auch nicht sofort ein Ende der Schwangerschaft bedeuten. Bei starken periodenartigen Blutungen sollte sofort ein Krankenhaus aufgesucht werden. In diesem Fall ist die Gefahr am Größten, dass mit der Schwangerschaft etwas nicht in Ordnung sein könnte. Die häufigste Ursache für Blutungen sind kleine Verletzungen in der Scheide oder dem Gebärmutterhals (Zervix), die während einer Schwangerschaft stärker durchblutete sind, und die beispielsweise beim Geschlechtsverkehr oder bei Untersuchungen entstehen können. Sie sind kein Grund zur Beunruhigung und rufen keine Dauerblutung hervor. Ganz zu Beginn in der Frühschwangerschaft kann auch eine so genannte Einnistungsblutung auftreten, die entstehen kann, wenn das Ei sich in der Gebärmutter einnistet. Einnistungsblutungen treten ca. 3 Wochen nach der letzten Periode auf, sind viel schwächer als eine normale Blutung, und lösen keine Dauerblutungen aus. Blutungen können aber auch der Beginn einer Fehlgeburt (- > Fehlgeburt/Abort)) sein oder auf eine Eileiterschwangerschaft hindeuten (-> Eileiterschwangerschaft). GynäkologInnen reagieren durchaus unterschiedlich auf die Alarmmeldung.
Notfälle
Beschwerden haben oft die gemeine Angewohnheit an Wochenenden, in der Nacht oder zu anderen Unzeiten anzufangen, wenn keine Arztpraxis geöffnet ist. In den meisten Praxen werden frühzeitig Urlaubsschließungen und die Vertretungsärzte angekündigt. Bei Vorsorgeuntersuchungen bietet es sich an, zu fragen, wie es bis zum nächsten Termin aussieht. In meiner zweiten Schwangerschaft waren alle zwei bis drei Tage ein CTG-Schreiben und eine Kontrolluntersuchung angesagt. Natürlich lag Weihnachten in dieser Zeit und die Praxis meiner Gynäkologin war geschlossen. So lernte ich in den zwei Wochen viele Frauenärzte und -ärztinnen in unserer Stadt kennen. In meinem Mutterpass hatte ich zusätzlich einen Zettel mit den jeweiligen Notdiensten liegen, damit ich die Nummern immer sofort zur Hand hatte. Wenn ein Risiko besteht, sollte dies in der Entbindungsklinik schon vor der Geburt bekannt sein. Außerdem bietet der vorherige Kontakt eine gute Gelegenheit, den Ablauf und das Umfeld im Kreissaal der Klinik kennenzulernen.
In den meisten Fällen werden die plötzlich auftretenden Beschwerden nicht so gravierend sein, dass ein Notarzt gerufen werden muss. Hier zahlt es sich aus, eine Hebamme zu haben.
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Viele Untersuchungen mehr Sicherheit?
Eine weitergehende Diagnostik liefert die Feinultraschalluntersuchung, die um die 20. Woche herum Auskunft über eventuelle Fehlbildungen geben kann. Und es läßt sich das exakte Schwangerschaftsalter bestimmen, was für Frauen, die zu Frühgeburten neigen, wichtig zu wissen ist. Aber auch mit dieser diagnostischen Methode lassen sich nicht alle eventuell bestehenden Behinderungen erkennen ein Restrisiko bleibt.
Mit der Doppleruntersuchung, benannt nach dem österreichischen Physiker Christian Doppler, wird die Blutversorgung von Mutter und Kind kontrolliert, und mögliche Herzfehler oder Wachstumsverzögerungen dargestellt. Für die Patientin selbst unterscheidet sich diese Untersuchung von einer normalen Ultraschalluntersuchung nur dadurch, dass sie wesentlich länger dauert und viel mehr Gel auf dem Bauch verteilt wird. Als routinemäßige Untersuchung wird diese Methode nicht in der Vorsorge eingesetzt.
Eine Humangenetische Beratungsstelle sollten Paare vor oder bei einer bereits bestehenden Schwangerschaft aufsuchen, wenn aufgrund genetischbedingter Vorerkrankungen in der Familie eine erbliche Behinderung des Kindes zu befürchten ist. Dabei werden die Wahrscheinlichkeiten einer möglichen Behinderung berechnet. Die Entscheidung für oder gegen eine Schwangerschaft, trifft aber nicht der Arzt, sondern das betroffene Paar selbst.
Amniozentese: Diese Untersuchung wird in der Regel zwischen der 14. und 17. Schwangerschaftswoche durchgeführt, um Chromosomenstörungen oder Störungen des zentralen Nervensystems zu erkennen und wird nur auf Wunsch der betreffenden Patientin durchgeführt, da das diagnostische Verfahren mit Risiken verbunden ist. Mit einer Hohlnadel, die durch die Bauchdecke in die Gebärmutter eingeführt wird, werden ca. 10 bis 15 Milliliter Fruchtwasser aus der Fruchtblase entnommen. Mittels Ultraschall wird dabei kontrolliert, dass der Embryo nicht geschädigt wird. Die im Fruchtwasser enthaltenen Zellen des Kindes werden in einer Zellkultur gezüchtet und dann auf Chromosomenfehler wie Trisomie21 (Down Syndrom) oder Erbkrankheiten untersucht. Eine weitere biochemische Untersuchung liefert Werte über Neuralrohrdefekte (z.B. offener Rücken) und Gehirnfehlbildungen. Die Ergebnisse liegen nach ungefähr zwei Wochen vor. Ein Schnelltest (FISH-Analyse) auf eigenen Wunsch und eigene Kosten kann erste Ergebnisse innerhalb von 24 Stunden liefern. Neben dem Geschlecht des Kindes wird die Wahrscheinlichkeit von drei Gendefekten, unter anderem die Trisomie 21, bestimmt. Die Zahl der Aborte (Fehlgeburten) nach einer solchen Untersuchung variiert in den offiziellen Angaben zwischen 0,5 und 1 Prozent. Wird die Fruchtwasseruntersuchung vor der 15. Schwangerschaftswoche durchgeführt (Frühamniozentese), liegt das Risiko für einen Abort oder für eine Klumpfußbildung deutlich höher.
Chorionzottenbiopsie: Die Chorionzotten bilden die äußerste Begrenzung zur Fruchthöhle und entwickeln sich später zur Plazenta, und enthalten deshalb ein mit den Körperzellen des Embryos identisches Chromosomenmuster. Durch eine Chorionzottenbiopsie lassen sich bereits ab der zwölften Woche bestimmte Behinderungen voraussagen. Bei der Untersuchung wird durch die Bauchdecke in seltenen Fällen durch die Scheide mit einer Punktionsnadel Chorionzotten entnommen. Die Ergebnisse der Untersuchung liegen bereits nach ca. 2 Tagen vor. Zur Absicherung der Ergebnisse wird eine Zellkultur angelegt, die nach zwei bis vier Wochen ausgewertet werden kann. Der Vorteil der Chorionzottenbiopsie gegenüber der Amniozentese liegt in dem frühen Zeitpunkt der Untersuchung, da ein gewünschter Schwangerschaftsabbruch medizinisch einfacher und sicherer ist. Außerdem verringert sich damit die psychische Belastung für die Betroffenen. Der Nachteil: Mit dieser Untersuchung können zwar Erbkrankheiten und Chromosomendefekte (wie die Trisometri 21) nachgewiesen werden, nicht aber Neuralrordefekte, wie ein offener Rücken, und die Ergebnisse sind nicht ganz so sicher. Auch das Risiko einer Fehlgeburt ist wesentlich höher als bei der Amniozentese und liegt zwischen 1 und 5 Prozent.
Trippeltest: Anders als bei den beiden vorherigen Untersuchungen liefert dieser Wert keine Aussage über die Gesundheit des Kindes, sondern lediglich über die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung. Der Test wird zwischen der 16. und 18. Woche durchgeführt. Wichtig ist dabei, dass das genaue Stadium der Schwangerschaft bekannt ist. Durch eine Blutentnahme werden drei (Trippel) im Blut vorkommende Substanzen untersucht: die beiden Hormone Oestriol und Humanes Choriongonadotroptrin (HCG), und das vom Embryo produzierte Eiweiß Alpha-Fetoprotein. Die Werte werden in Beziehung zum Alter der Schwangeren, ihrer gesundheitlichen Vorgeschichte und dem Alter der Schwangerschaft gesetzt, und dabei berechnet, wie hoch oder gering die Wahrscheinlichkeit besteht, ein Kind mit Trisometri 21 zu bekommen. Der Test an sich ist risikolos, da es sich um eine normale Blutentnahme handelt. Aufgrund der hohen Fehlerquote ist der Test recht umstritten.
Nackentransparenzmessung: Eine weitere Form der Frühdiagnostik von Trisometri 21 ist die Messung der Nackenfalte mittels Ultraschall, die in der 11. Schwangerschafts-woche vorgenommen werden kann. Eine, soweit heute bekannt, risikolose Untersuchung für Mutter und Kind, die aber exakt in der 11. Schwangerschaftswoche erfolgen muss, da sonst der Wert ungenau ist. Trippeltest und Nackentransparentmessung werden häufig als Kombination angeboten, wobei auch hier nur eine Wahrscheinlichkeit errechnet wird. Bestätigt sich ein Risiko auf Trisometri 21 wird zu einer anschließenden Amniozentese geraten. Nabelschnurpunktion Diese diagnostische Methode wird in der 18. Schwanger-schaftswoche eingesetzt, wenn eine Blutunverträglichkeit oder eine Infektion (z.B. Ringelröteln) zwischen Mutter und Kind vermutet wird. Mittels einer Hohlnadel wird durch die Bauchdecke Blut aus der Nabelschnur entnommen. Diese Untersuchung birgt sowohl für das Kind als auch für die Mutter ein erhöhtes Risiko und wird deshalb nur bei den oben genannten Indikationen durchgeführt.
Fetoskopie: Diese mit einem sehr hohen Risiko verbundene Untersuchung wird nur noch in seltenen Ausnahmefällen angewandt. Bei der Fetoskopie wird eine zwei bis drei Millimeter dicke Kamera durch die Bauchdecke der Schwangeren in die Fruchtblase eingeführt, um so Bilder vom Fötus zu übermittelt oder Blut und Gewebeproben zu entnehmen. Dieser operative Eingriff wird nur in speziellen Zentren durchgeführt. Durch die hervorragende Ultraschalldiagnostik über die Bauchdecke ist die Methode in den meisten Fällen aber überflüssig.
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Die Autorin Manon Sander, Jahrgang 1970, arbeitet als Grundschullehrerin und ist Mutter von vier gesunden Söhnen. In ihren sechs Schwangerschaft, davon zwei Fehlgeburten und drei Frühchen, sah sie sich mit vielen Problemen konfrontiert. Ihre dabei gesammelten Erfahrungen hat sie in diesem Ratgeber zusammengefasst.
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