Endometriose: Schmerzfrei durch eine optimale Ernährung und einen gesundheitsfördernden Umgang mit Stress

Ein Selbsthilfekonzept
Nicole von Hoerschelmann

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3. Aufl., 2017, 144 S., Kart.
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Eine chronische Endometriose spielt sich nicht nur im biologischen, sondern auch im sozialen Leben von Frauen ab. Denn wenn starke chronische Schmerzen über eine längere Zeit den Alltag dominieren, verändert sich auch die Person.

Auch das Leben der Dipl.-Psychologin Nicole von Hoerschelmann veränderte sich radikal, als sie 1991 im Alter von 22 Jahren an Endometriose erkrankte und trotz mehrfacher operativer Eingriffe die monatlich wiederkehrenden, oft unerträglichen Schmerzzustände blieben. Sie begann deshalb nach Alternativen zu suchen und die verschiedensten wissenschaftlichen Ernährungsempfehlungen auszuprobieren. Insbesondere eine konsequent weizenfreie Ernährung zeigte bereits nach wenigen Wochen erste Erfolge: Die Schmerzen gingen spürbar zurück. Eine Erklärung liefern Shepperson Mills und Vernon, die die Nebenwirkungen von Weizen auf dessen Überzüchtung zurückführen.

    In der Schmerzberatung weiß man seit langem um die schmerzverstärkende Wirkung von Stress. Aus ihrer beruflichen Erfahrung heraus, hat von Hoerschelmann Gegenstrategien, wie den „Notfallkoffer“, und die sich als wirksam gezeigten Ernährungsempfehlungen zu einem alltagstauglichen Selbsthilfekonzept optimiert, mit dem sie bis heute schmerzfrei lebt.


...Das Wissen über die Physiologie von Schmerzen kann helfen, Schmerzzustände als weniger bedrohlich zu bewerten und den Umgang damit zu erleichtern. Schmerzen sind eine sinnvolle Einrichtung des Körpers und helfen dabei, unsere Gesundheit und Unversehrtheit zu erhalten. Daneben können Schmerzen auch ein eigenständiges Krankheitsbild darstellen.

Schmerzdämpfende körpereigene Reaktionen

Ein weiteres Phänomen des Schmerzes sind körpereigene Reaktionen, die schmerzdämpfende Wirkung haben. Die sensorischen Nervenfasern leiten die Information »Gefahr« zum Rückenmark und werden dort mit anderen Neuronen verschaltet, die die Information zum Gehirn weiterleiten. Im Gehirn gehen aber zu diesem Zeitpunkt gleichzeitig viele weitere Informationen ein, die das Gehirn verarbeiten muss. Bei einer Schmerzerfahrung werden gleichzeitig viele Teile des Gehirns aktiviert, u. a. die Bereiche, die für Bewegung, sensorische Wahrnehmung, Sensibilität, Emotionen, Konzentration, Gedanken und Erinnerungen zuständig sind. Die Schmerzreize nutzen diese Gehirnareale, um sich im Körper zu präsentieren. Bei chronischen Schmerzen lässt sich die Schmerzerfahrung dauerhaft in diesen Bereichen nieder.

Bei jeder Schmerzerfahrung werden alle Bereiche aktiviert und ergeben eine Art Schmerzgedächtnis, das aus einem bestimmten Muster der aktivierten Bereiche besteht. Dabei wird auch die sensorische Landkarte, der Homunkulus, aktiviert.

Bei Endometriosepatientinnen, die unter regelmäßigen Schmerzen leiden, verändert sich aufgrund der ständigen Schmerzwahrnehmung die Schmerzempfindung. Dabei spielen unterschiedliche Vorgänge eine Rolle. So kann in den Bereichen, in denen es zuletzt zu Entzündungen bzw. Verletzungen gekommen ist, die Empfindlichkeit (Sensitivierung) zunehmen. Dabei können sensorische Fasern, z. B. aus dem Bauchraum, überempfindlich reagieren und übererregt Botschaften an das Gehirn senden.
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