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Bücher zum Thema

 

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Edometriose - Die verkannte Frauenkrankheit. Diagnostik und Therapie aus ganzheitsmedizinischer Sicht

 

coverendoernaehrungEndometriose: Schmerzfrei durch optimale Ernährung und einen gesundheitsfördernden Umgang mit Stress

 

 

Wie führe ich ein gutes Gespräch mit meinem Arzt, meiner Ärztin? Faltblatt (PDF) der Endometriose-Vereinigung Deutschland e.V.

 

Verzeichnis Endometriosezentren

Entstehung der Endometriose

Als Endometriose werden gebärmutterschleim-hautähnliche Drüsenstrukturen (zytogenes Stroma) bezeichnet, die an »unnatürlichen«, außerhalb der Gebärmutterhöhle gelegenen Stellen vorkommen. Um die unterschiedlichen Beschwerdekomplexe und die verschiedenen Effekte der Behandlungsprinzipien zu verstehen, ist es wichtig, sich klarzumachen, dass wissenschaftlich exakte Daten über die detaillierten bio-chemischen und physiologischen Abläufe dieser Erkrankung relativ dürftig sind.

 

Fest steht, dass die Entwicklung hauptsächlich von den Bedingungen im kleinen Becken abhängig ist und in jedem Fall genetische, hormonelle, immunologische und mechanische Faktoren eine Rolle spielen. Warum aber manche Frauen trotz Vorliegen einer Endometriose keinerlei Beschwerden haben, ist ebenfalls unklar.


Die wichtigsten Erklärungsmodelle


• Der rückwärtige Menstruationsfluss (Transplantation) ist die zurzeit am weitesten akzeptierte Theorie, wie Endometriose entsteht. Die sogenannte Transplantation (Sampson) besagt, dass lebensfähige Gebärmutterschleimhaut während der Periodenblutung rückwärts durch die Eileiter in das kleine Becken transportiert wird. Günstige Ernährungsbedingungen im Bauchfellbereich des kleinen Beckens führen dazu, dass sich diese Zellfragmente einnisten und damit eine Endometriose entsteht.

• Das Transplantationsmodell erklärt jedoch nicht, warum Endometrioseherde auch außerhalb des Bauchraumes vorkommen, und wie ein Aussäen der Endometriose durch Lymphwege und Blutgefäße als »gutartige Metastasen« möglich ist.

Einzelfallberichte über Endometriose bei Frauen, die nie eine Periodenblutung gehabt haben oder bei denen durch eine Entwicklungsstörung die Gebärmutter nicht angelegt ist, wohl aber die Eierstöcke und Eileiter (Mayer-Rokitansky-Küster-Syndrom), sind ebenfalls nicht durch diese Theorie zu erklären. Gegen diese Theorie spricht auch eine Endometriose bei Männern, denen aufgrund einer Krebserkrankung Prostata und Hoden entfernt wurden und die eine lang dauernde Östrogenbehandlung erhielten.

• Die Metaplasie als zweite wichtige Gruppe erklärt die Entstehung einer Endometriose damit, dass sich Zellen mittels der im Chromosomensatz enthaltenen Information zu speziellen Gewebestrukturen entwickeln können. Durch unterschiedliche Faktoren, wie z. B. Infektionen, hormonelle Ungleichgewichte oder Störungen des Immunsystems, wird das Coelomkeimblatt (Gewebeschlauch, aus dem sich die inneren Organe entwickeln) wiederholt gestört und kann so verursachen, dass sich die Coelomzellen in Endometriosegewebe umformen.

 

Die Bedeutung des Immunsystems

Tierexperimentelle und klinische Untersuchungen während der letzten Jahre legen einen Zusammenhang zwischen Endometriose und Störungen des Immunsystems nahe. So zeigte sich bei Frauen mit einer ausgeprägten Endometriose, dass sich die Immunreaktion verändert und es finden sich auch Hinweise darauf, dass durch eine Endometriose die Bildung von Antikörpern ausgelöst wird. Die Daten sind aber noch lückenhaft und bedürfen einer systematischen Untersuchung.


Folgende mögliche Zusammenhänge werden derzeit diskutiert:

Da durch die zurückfließende Menstruation abgestoßenen Endometriumgewebeteile natürlicherweise in das kleine Becken gelangen, müssen diese durch körpereigene Abwehr beseitigt werden. Das Immunsystem und vor allem die Makrophagen (spezielle weiße Blutkörperchen, die aufgrund ihrer Fresseigenschaften andere Zellen zerstören) kontrollieren diesen Prozess. Bei einem Defekt der Immunabwehr überlebt dieses Endometriumgewebe im kleinen Becken und es können sich Zellen in das Bauchfell einnisten, wodurch eine Endometriose entsteht. Da dieser Defekt in der Immunabwehr qualitativ und quantitativ unterschiedlich sein kann, lassen sich die Unterschiede im Fortschreiten und in der Schwere einer Endometriose sowie deren Auswirkungen erklären. In dieses Bild einer genetisch bedingten Störung der Immunabwehr passen auch die Häufigkeit innerhalb einer Familie und das erhöhte Erkrankungsrisiko bei Verwandten ersten Grades.

Auch zu häufige oder starke Menstruation, die das eigentlich intakte Immunabwehrsystem ständig überfordert, könnte die Ansiedlung von Endometriumgewebe begünstigen.

 

Die Rolle der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium)

Aktuelle Untersuchungen (Leyendecker) stützen das Konzept, dem nach die eigentliche Ursache einer Endometriose in den Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut zu suchen ist, sodass entwicklungsfähige Stammzellen unabhängig von der Menstruation durch die Eileiter wie mit einer Rohrpost ins kleine Becken transportiert werden. Diese wachstumsfreudigen Stammzellen nisten sich im Bauchfell ein und bilden erste Endometrioseherde. Die verminderte Fruchtbarkeit bei Endometriose-Patientinnen erklärt sich dann so, dass die Einnistung des befruchteten Eies und die Entwicklung der Nachgeburt in der krankhaft veränderten Gebärmutterschleimhaut gestört sind.

Unabhängig davon, welche Entstehungsursache eine Endometriose hauptsächlich hat, spielen auf alle Fälle genetische, hormonelle, immunologische und mechanische Faktoren eine Rolle. Diagnose ...

Autor: Professor Karl-Werner Schweppe, Direktor der Frauenklinik Ammerland