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Bücher zum Thema
Edometriose - Die verkannte Frauenkrankheit. Diagnostik und Therapie aus ganzheitsmedizinischer Sicht
Endometriose: Schmerzfrei durch optimale Ernährung und einen gesundheitsfördernden Umgang mit Stress
Wie führe ich ein gutes Gespräch mit meinem Arzt, meiner Ärztin? Faltblatt (PDF) der Endometriose-Vereinigung Deutschland e.V.
| Entstehung der Endometriose |
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Fest steht, dass die Entwicklung hauptsächlich von den Bedingungen im kleinen Becken abhängig ist und in jedem Fall genetische, hormonelle, immunologische und mechanische Faktoren eine Rolle spielen. Warum aber manche Frauen trotz Vorliegen einer Endometriose keinerlei Beschwerden haben, ist ebenfalls unklar.
• Das Transplantationsmodell erklärt jedoch nicht, warum Endometrioseherde auch außerhalb des Bauchraumes vorkommen, und wie ein Aussäen der Endometriose durch Lymphwege und Blutgefäße als »gutartige Metastasen« möglich ist.
Tierexperimentelle und klinische Untersuchungen während der letzten Jahre legen einen Zusammenhang zwischen Endometriose und Störungen des Immunsystems nahe. So zeigte sich bei Frauen mit einer ausgeprägten Endometriose, dass sich die Immunreaktion verändert und es finden sich auch Hinweise darauf, dass durch eine Endometriose die Bildung von Antikörpern ausgelöst wird. Die Daten sind aber noch lückenhaft und bedürfen einer systematischen Untersuchung.
Da durch die zurückfließende Menstruation abgestoßenen Endometriumgewebeteile natürlicherweise in das kleine Becken gelangen, müssen diese durch körpereigene Abwehr beseitigt werden. Das Immunsystem und vor allem die Makrophagen (spezielle weiße Blutkörperchen, die aufgrund ihrer Fresseigenschaften andere Zellen zerstören) kontrollieren diesen Prozess. Bei einem Defekt der Immunabwehr überlebt dieses Endometriumgewebe im kleinen Becken und es können sich Zellen in das Bauchfell einnisten, wodurch eine Endometriose entsteht. Da dieser Defekt in der Immunabwehr qualitativ und quantitativ unterschiedlich sein kann, lassen sich die Unterschiede im Fortschreiten und in der Schwere einer Endometriose sowie deren Auswirkungen erklären. In dieses Bild einer genetisch bedingten Störung der Immunabwehr passen auch die Häufigkeit innerhalb einer Familie und das erhöhte Erkrankungsrisiko bei Verwandten ersten Grades. Auch zu häufige oder starke Menstruation, die das eigentlich intakte Immunabwehrsystem ständig überfordert, könnte die Ansiedlung von Endometriumgewebe begünstigen.
Aktuelle Untersuchungen (Leyendecker) stützen das Konzept, dem nach die eigentliche Ursache einer Endometriose in den Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut zu suchen ist, sodass entwicklungsfähige Stammzellen unabhängig von der Menstruation durch die Eileiter wie mit einer Rohrpost ins kleine Becken transportiert werden. Diese wachstumsfreudigen Stammzellen nisten sich im Bauchfell ein und bilden erste Endometrioseherde. Die verminderte Fruchtbarkeit bei Endometriose-Patientinnen erklärt sich dann so, dass die Einnistung des befruchteten Eies und die Entwicklung der Nachgeburt in der krankhaft veränderten Gebärmutterschleimhaut gestört sind. Autor: Professor Karl-Werner Schweppe, Direktor der Frauenklinik Ammerland |
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