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kurz & kritisch frauengesundheit |
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Hilferuf der Penan-Frauen wegen sexueller Gewalt durch Holzarbeiter der Firmen Samling und Inhill. Sozialorganisationen in
Malaysia und der Schweizer Bruno Manser Fonds bitten um Unterstützung. Protestaktion von Rettet den Regenwald e.V.
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Gebärmutterentfernung - noch immer wird zu viel operiert!
Myome
Manche Frauen, die wegen Myome in die Beratung kommen, haben von ihrem Arzt/ihrer Ärztin eine Aussage im Sinne von „…da machen wir die Gebärmutter raus, das ist keine große Sache, und dann haben Sie Ruhe“, gehört, ohne dass weitere Behandlungsmöglichkeiten aufgezeigt werden. Nicht selten werden dabei von ärztlicher Seite abwertende Begriffe für die Gebärmutter verwendet. Oder die Größe eines Myoms wird nicht in Zentimetern, sondern mit Vergleichen benannt, die mehr als unpassend sind („groß wie eine Männerfaust“). Welche Frau möchte schon eine Männerfaust in ihrer Gebärmutter haben.
Karin schönig, FGZ München e.V.
Betroffene Frauen, die sich nicht ausreichend von ihrem Frauenarzt oder -ärztin über die Behandlungsoptionen aufgeklärt fühlen, können sich einschlägige Informationen und Beratung bei den Frauengesundheitszentren holen.
Hysterektomie: Statistische Daten 2007 -
06.10.2008
Nach dem Ergebnisbericht der Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung (BQS) wurden in 2007 insgesamt
142.385 Gebärmutterentfernungen vorgenommen. Davon 129.430 Hysterektomien aufgrund benigner (gutartiger) Erkrankung des Uterus. 86.476 Organentfernungen entfallen auf Myom-Befunde und mehr als sechzehnhundert auf eine Dysplasie. Betroffen waren mit fast 50% Frauen im Alter zwischen 40 und 49 Jahren.
Trotz leicht rückläufiger Tendenz im Vergleich zu Vorjahren, immer noch eine erschreckend hohe Zahl von Hysterektomien, die vor allem im Hinblick auf die inzwischen vorhandenen organerhaltenden Behandlungsalternativen bei Myomen und einer Dysplasie vielfach unnötig sind.
Und auch bei der Behandlung einer Endometriose plädieren Endometriose-Spezialisten und -Spezialistinnen mehr und mehr für schonende organerhaltende chirurgische Eingriffe in Kombination mit nichtoperativen Therapieformen.
„Vor Risiken und Nebenwirkungen bei Betreten der Prxis wird gewarnt“
Über die unseriösen Methoden mancher Gynäkologen
In unserem Gesundheitssystem wird der Gang zum Frauenarzt zunehmend zu einer Art unkalkulierbarem Risiko, bei dem Frauen sich immer häufiger die Frage stellen müssen: Wie finde ich eine/n Gynäkologen/-in, der oder die mich nicht aus rein wirtschaftlichen Interessen „krank“ diagnostiziert. Gemeint ist damit die gezielte Falschdiagnose, die gestellt wird, um mehr Leistungen zu verrechnen.
Die Gynäkologie ist primär ein chirurgisches Fach. Dagegen ist prinzipiell nichts einzuwenden, wenn die operativen Therapien medizinisch notwendig sind. Aber manche Frauenarztpraxen schrecken nicht davor zurück, den Bedarf künstlich zu erzeugen, und damit die Auslastung der eigenen Belegbetten zu verbessern oder an mehr lukrativere ambulante Eingriffe zu kommen. Sind Myom-, Karzinom insitu-Fälle etc. nicht in gewünschter Anzahl vorhanden, werden diese einfach diagnostisch erfunden, um die operativen Behandlungen durchführen zu können. Und das selbst bei völlig gesunden Patientinnen, wie zahlreichen Schilderungen betroffener Frauen berichten, die uns in den letzten zwei Jahren gehäuft erreichen.
Zwar ist durch den steigenden Kostendruck im Gesundheitswesen dieser Tatbestand sicher nicht nur in gynäkologische Praxen zu finden, scheint aber hier besonders ausgeprägt zu sein. Denn den Behandlern wird es all zu leicht gemacht. Und sie können auf das Schweigen der Betroffenen bauen, weil Frauen vielfach „mit dem da untern“ möglichst wenig zu tun haben wollen und es ihnen peinlich ist, öffentlich über den "medizinischen Zustand" ihrer Vagina, Gebärmutter und Eierstöcke zu sprechen.
Die Methoden, mit denen Patientinnen dabei hinters Licht geführt werden, sind unspektakulär einfach aber sehr erfolgreich und risikoarm. Denn aufgedeckt werden diese Tatbestände der "Körperverletzung" nur, wenn sie noch nicht ausgeführt wurden. Dann, wenn die Betroffene vor einem operativen Eingriff einen zweiten seriösen Gynäkologen konsultiert. Diese versuchte Körperverletzung bleibt juristisch meist ohne Folgen, wie die nachfolgend veröffentlichten Erfahrungen beispielhaft zeigen. Und die Frauen, denen ein Karzinom entfernt wurde, das sie gar nicht hatten, sind verständlicherweise auch noch dankbar, der Bedrohung Krebs so vermeintlich glimpflich entgangen zu sein.
Und so wäre am Eingang mancher Praxis der Hinweis angebracht: „Vor Risiken und Nebenwirkungen bei Betreten wird gewarnt!“
Bedauerliche Einzelfälle? Ausnahme-Randerscheinung? Vielleicht! Aber in jedem Fall gefährliche Auswüchse mit steigender Tendenz, die das Vertrauen der Patientinnen verspielen. Mit fatalen Folgen - nicht nur für Patientinnen. Denn die Verunsicherung wächst und das Misstrauen wird zum Generalverdacht, bei dem die Gynäkologie mehr und mehr ihre Glaubwürdigkeit verliert.
Diametric Verlag
Auszüge:
- ... Nach einer Krebsvorsorgeuntersuchung eröffnete mir der niedergelassener Frauenarzt, dass ich ein Zervixkarzinom C4 habe und - sollte ich mich nicht zu einer sofortigen Operation entscheiden - bei diesem fortgeschrittenen Stadium noch maximal 2 Jahre zu leben hätte.
Den Schock und die Panik, die diese Nachricht in mir ausgelöst haben, kann ich nicht beschreiben. Ich war wie paralysiert, unfähig auch nur einen klaren Gedanken zu fassen, und willigte einem Operationstermin für den übernächsten Tag bei ihm in der Belegbettenklinik ein.
Als ich meinem Mann zu Hause völlig aufgelöst von dem Befund erzählte, rief er sofort einen befreundeten Gynäkologen an, der Chefarzt einer Universitäts-Frauenklinik war. Gleich am nächsten Tag hatte ich dort einen Untersuchungstermin. Ergebnis: Karzinom insitu, also noch keine Krebserkrankung, sondern auf die Schleimhaut begrenzte, stark veränderte Zellen, die mittels einer ambulanten Konisation entfernt wurden.
Meine Erleichterung war grenzenlos. Der befreundete Chefarzt hat anschließend Beschwerde gegen den niedergelassenen Kollegen bei der Ärztekammer eingereicht. Leider ist diese couragierte Haltung unter Mediziner dünn gesät.
Sabine M. (Name i. d. Redaktion bekannt)
- … Wegen einer leichten Infektion hatte ich einen Gynäkologen „um die Ecke“ aufgesucht, weil dort sofort ein Termin verfügbar war. Was kann dabei schon schief gehen. Dachte ich!
Bereits im Gespräch versuchte dieser Arzt mir partout alle möglichen Behandlungen aufzudrängen: Hormontabletten gegen Wechseljahresbeschwerden - obwohl ich keine hatte; das komplette Rundum-Programm der Krebsvorsorge - die ich gar nicht wollte. Das war kein beratendes Anbieten, sondern ein drängendes Insistieren, und es war ziemlich mühsam, sich dagegen zu verwehren ohne unhöflich zu werden. Wie ein Verkaufsgespräch beim Gebrauchtwagenhändler: Was? Über 50 und noch keine Ausschabung gehabt? (Wo gibts denn so was). 3 Wochen später meldete sich dieser Gynäkologe telefonisch bei mir, um mich zu einer Vorsorgeuntersuchung zu überreden. Als Privatversicherte bin ich zwar mit der Geschäftstüchtigkeit einiger Ärzte ganz gut vertraut, aber diese Hartnäckigkeit war neu. Und er war sehr geschickt dabei. Schaffte er es doch in kürzester Zeit, mir ein schlechtes Gewissen einzureden, da ich seit Jahren zu keiner Vorsorge mehr war. Also marschierte ich 2 Tage später für eine Kolposkopie und einen Pap-Abstrich erneut in diese Praxis.
Kurz danach teilte mir der Gynäkologe telefonisch den Befund PAP II (keine Dysplasie) mit. Das war, wie er es nannte, die "gute Nachricht". Die schlechte sei, dass HPViren vorlägen und deshalb eine regelmäßige 3-monatige Kontrolluntersuchung erforderlich wäre. Ich bin sicher, er registrierte für wie völlig überzogen und unsinnig ich diese Maßnahme bei diesem Bescheid hielt. Da ich grundsätzlich immer auf eine schriftliche Bestätigung der Untersuchungsergebnisse bestehe, und zumal er den Befund in seinem eigenen zytologischen Labor erstellt hatte, sagte er mir zu, dass die Unterlagen in 14 Tagen zur Abholung bereit lägen. Gleichzeitig erkundigte er sich, ob ich beabsichtigte, eine zweite Meinung einzuholen, was ich verneinte - wozu auch. Als ich die Unterlagen wie vereinbart abholte, bestand dieser Arzt völlig unerwartet auf ein persönliches Gespräch, in dem er mir dann überfallartig und sehr heftig eröffnete, es läge eine „schwere endozerviakale Dysplasie“ (PAP IV) vor, die umgehend operativ behandelt werden müsste, denn damit sei nicht zu spaßen. Ich bräuchte mir aber keine Sorgen zu machen, da dies ein reiner Routineeingriff sei und schlimmsten Falls die Entfernung der Gebärmutter erforderlich wäre. Da er gerade Belegbetten frei hätte, könnte er mir sofort einen Termin geben und ich sollte mich gleich entscheiden.
Über diese Dreistigkeit war ich in dem Moment so perplex, dass ich vergaß, wütend zu werden, sondern nur aufstand und ging.
Zwei anschließende unabhängige Kontrolluntersuchung in einer Dysplasie-Sprechstunde ergaben: PAP II - Keine Dysplasie. Und auch eine von ihm bereits bei der ersten Untersuchung diagnostizierte Zyste am Eierstock, die er schon zum damaligen Zeitpunkt operativ entfernen wollte, was ich kategorisch abgelehnt hatte, wurde bei keiner der Kontrolluntersuchungen bestätig.
Nachdem die Ergebnisse der Kontrolluntersuchungen vorlagen, habe ich langsam erst begriffen, welche Absicht hinter dem Vorgehen dieses Gynäkologen steckte. Es fällt mir immer noch schwer zu glauben, dass ein Arzt tatsächlich so unseriös handeln kann. Allein die Vorstellung, an wie vielen Frauen dieser Arzt womöglich schon unnötig herumgeschnippelt hat und noch wird, fand ich entsetzlich. Ich habe daraufhin meine Krankenversicherung über den Vorfall informiert, die (großes Lob an die Allianz PKV) gemeinsam mit mir gegen diesen Gynäkologen vorgegangen ist. Zwar nur ein „Warnschuss“, aber die Alternative wäre eine langwierige sehr aufwendige gerichtliche Auseinandersetzung mit ungewissem Ausgang gewesen...
Jutta W. (Name i. d. Redaktion bekannt)
- ... Mein langjähriger Frauenarzt (mit Belegbetten) diagnostizierte vor einigen Jahren ein Myom, das er operativ entfernen wollte. Da ich mich weigerte, bestellte er mich alle 6 Monate zu einer Kontrolluntersuchung. Bei einer dieser Kontrolluntersuchungen gab er an, dass das Myom gewachsen sei und - da ich nach wie vor eine Operation ablehnte - nun alle 3 Monate zur Kontrolle kommen müsste.
Ich bin darauf hin kurzfristig zu einer Gynäkologin gewechselt, die mir versicherte, dass kein Myom vorhanden ist. Auch die Untersuchung bei einem dritten Frauenarzt ergab das gleiche Resultat: Kein Myom.
Besonders schockiert hat mich der Umstand, dass ich eine langjährige Patientin dieses Gynäkologen war und zwei Kinder bei ihm entbunden habe. Mittlerweile gehe ich nur noch mit „in der Tasche geballter Faust“ zum Arzt.
Sieglinde J. (Name i. d. Redaktion bekannt)
- … ... Im Rahmen des Mammografie-Screenings wurde bei meiner Mutter (72 Jahre) durch den von ihrer Krankenkasse dafür empfohlenen Frauenarzt ein Mammakarzinom festgestellt.
In einem anschließenden Gespräch, bei dem ich anwesend war, legte dieser Arzt meiner Mutter eindringlich nahe, sich von ihm operieren zu lassen. Auf meine Nachfrage, was ihn denn für diese Behandlung qualifizieren würde, da hier doch wohl ein Brustzentrum die besseren Möglichkeiten bietet, antwortete er: „Was wollen Sie? Ihre Mutter ist über 70 und Kassenpatient!“
Monika S. (Name i. d. Redaktion bekannt)
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Wechseljahre
Hormontherapie versus Krebsrisiko
Die deutsche Fallstudie MARIE des Deutschen Krebsforschungsinstituts in Zusammenarbeit mit dem Klinikum Hamburg-Eppendorf bestätigen die Ergebnisse seriöser ausländischer Studien hinsichtlich einem erhöhten Brustkrebsrisiko bei einer Hormonbehandlung in den Wechseljahren.
Dazu wurden die Daten von 10000 Frauen im Alter von 50 bis 74 Jahren verglichen, davon 3464 Frauen mit Brustkrebs. Die Gruppe, die noch während der Erhebung Hormone einnahm, wies das am stärksten erhöhte Brustkrebsrisiko auf. Die Wahrscheinlichkeit stieg mit der Dauer der Therapie. Fünf Jahre nach dem Absetzen der Hormonbehandlung fiel das Risiko auf das Niveau zurück, das auch Frauen ohne Hormonbehandlung aufwiesen.
Einen eklatanten Unterschied im Ergebnis der deutschen Untersuchung zu denen der WHI-Studie (women`s-health-intitiative) zeigt sich allerdings bei der Östrogentherapie: Auch hier stieg die Zahl der an Brustkrebs erkrankten Fauen, wo hingegen in den Erhebung der WHI kein erhöhtes Risiko ermittelt wurde. Was zu dieser völlig unterschiedlichen Bewertung geführt hat, ist noch ungeklärt.
Darüber hinaus sank der Anteil der Frauen zwischen 45 und 65 Jahren, die eine Hormontherapie während der Wechseljahre akzeptieren, von 37 % im Jahr 2000 auf 12,7 % in 2007 (Dt. Ärzteblatt, 23, 6.6.08)
Mehr Informationen zur deutschen Studie: Zeitschrift Clio 67, FFGZ, Berlin (Hrsg.)
18.11.2008
Über die Vor- und Nachteile einer Hormontherapie in und nach den Wechseljahren hat die Womens Health Initiative eine Follow-up-Studie vorgelegt. Bei den in den USA über 16.000 untersuchten Frauen zeigte sich, dass das Risiko für Brust-, Darm- und Gebärmutterkrebs auch nach Abbruch der Hormontherapie im Vergleich zur Placebogruppe erhöht war. Dagegen war ein positiver Effekt der Hormontherapie auf die Knochensubstanz nicht über das Ende der Hormoneinnahme feststellbar (JAMA, Vol 299, Nr. 9, 5.3.2008)
Eine mögliche Verbindung zum erhöhten Risiko von Eierstockkrebs wurde durch die „Million Women Study“ in England überprüft, bei der die Daten von 948576 postmenopausalen Frauen ausgewertet wurden, die zwischen 1996 und 2001 an einem Mammografie-Screening teilgenommen hatten. Die Auswertung zeigte ein sich erhöhendes Risiko für Eierstockkrebs mit fortlaufender Hormontherapie (Lancet 2007; 369; 1667)
Auch so vermeintlich harmlose Kalzium- und Vitamin D-Präparate, welche oft und gerne als Mittel gegen Osteoporose verabreicht werden, sind in Verruf geraten. In einer Studie neuseeländischer Ärzte, in der die Befürworter der Mineral- und Vitaminmittel belegen wollten, wie günstig sich die Einnahme auf das Herzinfarktrisiko von Frauen auswirkt, zeigte sich das Gegenteil: Die Frauen, die Kalzium einnahmen, wiesen im Zeitraum von fünf Jahren erheblich häufiger Herzattacken und Schlaganfälle auf. Wahrscheinliche Ursache dafür ist, dass die Pillen die Ablagerungen in den Blutgefäßen verstärken können.
Der Nutzen dieser Mittel ist darüber hinaus seit langem umstritten, da Vergleichsstudien gezeigt haben, dass Kalzium zwar die Knochen verdichtet, damit aber nicht ein zwangsläufig niedrigeres Frakturrisiko verbunden ist.
Hier wird mehr Wirkung suggeriert und mit der Angst vor Osteoporose gehandelt (Quelle: Süddeutsche Zeitung, 19.01.2008).
Ausführlich nachlesen: Clio 66/Mai 2008 www.ffgz.de
Weitere Themen: Schmerz und Schmerzerfahrung, Bluthochdruck bei Frauen, Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse
Buchtipp
Neuauflage 2009 "Wechseljahre - Praktische Begleitung für diese Lebensphase"
Feministisches Frauen Gesundheits Zentrum Berlin (Hrsg.)
ISBN: 978-3-930766-13-0/EUR 7,00
Über den Buchhandel erhältlich oder direkt bei: Feministische Frauen Gesundheits Zentrum e.V. Berlin, Bamberger Str. 51,
10777 Berlin, Fon 030/213 95 97, Fax 030/214 19 27, mailto: ffgzberlin@snafu.de, www.ffgz.de
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Frauen mit Endometriose
Endometriose betroffene Frauen brauchen mehr Information und
eine verbesserte ganzheitliche Versorgung
Anlässlich der Europäischen Endometriose-Woche vom 3. bis 9. März fordert das Feministische FrauenGesundheitsZentrum e.V. Berlin die Versorgung und Unterstützung von Endometriose betroffenen Frauen umfassend zu verbessern. Eine besondere Verantwortung fällt dabei den niedergelassenen Gynäkologinnen und Gynäkologen zu, denn noch immer kann es bis zu zehn Jahren dauern, bis Frauen die richtige Diagnose erhalten.
Endometriose ist eine Kompelxerkrankung, die mit ihrem oft chronisch schmerzhaften Verlauf und den weitreichenden psychosozialen Folgen auf das Leben der betroffenen Frauen Einfluss nimmt. Daher ist eine ganzheitliche Sicht notwendig, die die Lebensqualität und nicht nur das „Funktionieren“ berücksichtigt. Oft ist eine rein operative und medikamentöse Behandlung alleine nicht ausreichend, um langfristig einer chronischen Schmerzsymptomatik oder unerfülltem Kinderwunsch entgegenzuwirken. Nachhaltige Hilfe können dabei auch die komplementäre Medizin, psychotherapeutische und physiotherapeutische Verfahren sowie die Ernährung leisten. Denn von Endometriose Betroffene brauchen ein auf sie und ihre Beschwerden abgestimmtes Behandlungsprogramm.
Das Feministische FrauenGesundheitsZentrum e.V. Berlin wie auch andere Frauengesundheitszentren in Deutschland bieten dazu umfassende Beratungsangebote.
(FFGZ Berlin e.V. Pressemitteilung v.05.03.2008 )
Endometriosestudien: Frauen mit Endometriose für Kontrollgruppe gesucht!
Medizinische Hochschule Hannover
Endometriose ist eine gutartige, aber schmerzhafte chronische Wucherung der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter. Etwa zehn Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter erkranken daran, die jährliche Rate der Neuerkrankungen liegt bei etwa 40.000 Fällen und ist damit ähnlich hoch wie bei Brustkrebs. Dennoch erhält die Erkrankung in der Medizin wenig Beachtung und viele betroffene Frauen beklagen fehlende Informationen und mangelnde Unterstützung in der medizinischen Versorgung. Das Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) bietet nun ein anderthalbtägiges Schulungsprogramm für Frauen an. „Die Frauen werden nicht nur umfassend über die Erkrankung informiert, sie bekommen vor allem Fähigkeiten zur Schmerzbewältigung und zum Selbstmanagement an die Hand“, erklärt Dr. Iris Brandes, Leiterin einer Studie, die begleitend zum Schulungsprogramm durchgeführt wird.
Das Schulungsprogramm wird durch eine dreijährige, vom BMBF geförderte Studie begleitet, die die Wirksamkeit des Programms nachweisen soll. Die Studie vergleicht Frauen, die an der Schulung teilgenommen haben mit einer Kontrollgruppe von Frauen, die nicht, bzw. erst später an der Schulung teilnehmen und zunächst nur den Fragebogen ausfüllen müssen. Für diese Gruppe werden dringend betroffene Frauen gesucht! Um einen Vergleich zur Schulungsgruppe herstellen zu können, werden ebenfalls betroffene Frauen gesucht, die momentan nicht an der Schulung teilnehmen können. Eine Schulungsteilnahme kann dennoch bei Bedarf im Jahr 2010 erfolgen. Die Teilnahme an der Studie ist freiwillig.
Anmeldung für die Teilnahme an der Kontrollgruppe in der Studienzentrale Hannover, Dr. Iris Brandes, Fon 0511 532 9834 brandes.iris@mh-hannover.de oder Beate Wunderlich, Fon 0511 532 6826 wunderlich.beate@mh-hannover.de
Info: MH-Hannover (Pressemitteilung 18.02.2009)
Endometriose-Patientinnen für Studie "Diagnose der Endometriose aus Menstrualblut" gesucht
AKH Wien
Details zur Studie Menstrualblut
Teilnehmerinnen für Studie "Umgang mit Gefühlen bei Unterbauchschmerzen" gesucht.
Informationen: Fr. Dr. Naderer, Psychosomatische Frauenambulanz an der Universitätsklinik für Frauenheilkunde AKH Wien,
Fon 40400-3064 oder 3061
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HPV- Impfung
Mit Kanonen auf Spatzen schießen?
Die Ungereimtheiten der HPV-Impfung
Der Bundesverband der Frauengesundheitszentren und zahlreiche (Frauen-) Gesundheitsorganisationen sind alarmiert. Vor einem Jahr wurde der Impfstoff Gardasil® zugelassen - beworben als „Impfung gegen Krebs“. Diese pauschalisierte Aussage ist irreführend und entspricht so nicht der Wahrheit, denn es gibt keine Impfung gegen Krebs. Richtig ist: Die Impfung wirkt präventiv gegen die Humanen Papilloma Viren (HPV) 6, 11, 16 und 18. Von diesen sind die Virustypen 16 und 18 nach heutigem Wissen für ca. 70 Prozent aller Gebärmutterhalskrebserkrankungen mitverantwortlich. Es gibt mindestens elf weitere HPV-Typen, die ebenfalls an der Entstehung dieses Krebses beteiligt sein können. Die Impfung bietet demzufolge keinen Schutz vor Gebärmutterhalskrebs insgesamt. Zu befürchten ist, dass aufgrund dessen die Krebsfrüherkennungsuntersuchung, die weiterhin wichtig ist, weniger in Anspruch genommen wird. Auch besteht die Gefahr, dass die Benutzung von Kondomen zurückgeht, die einen großen Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen bieten.
Doch damit nicht genug. Auch die Deutung der Zahlen und die Verbindung zwischen HPV-Infektionen und Gebärmutterhalskrebs, mit denen die Impfung verkauft wird, werden nicht differenziert genug und damit nicht korrekt dargestellt. Es wird von der „zweithäufigsten Krebserkrankung junger Frauen (15 - 44 Jahre) gesprochen - was stimmt - doch verschwiegen, dass in dieser Altergruppe Krebserkrankungen insgesamt höchst selten sind und von Gebärmutterhalskrebs eher ältere Frauen betroffen sind.
Die ImpfbefürworterInnen möchten alle Mädchen ab dem 13. Lebensjahr impfen. Man könnte meinen, dass es sich bei Gebärmutterhalskrebs um eine sehr häufige Erkrankung handelt. Dem ist aber nicht so. Nur 3,16% aller Krebsneuerkrankungen und 1,8 % aller Krebstodesfälle von Frauen in Deutschland gehen auf ihn zurück. Und diese wären auch ohne Impfung größtenteils vermeidbar gewesen. Zwar ist die Infektion mit HP-Viren häufig. Circa 80 % der Menschen haben sie im Laufe ihres Lebens - meist ohne sie zu bemerken, denn das Immunsystem macht sie unschädlich. 10% dieser Infektionen bleiben bestehen und können Zellveränderungen hervorrufen. Nur ca.1 bis 3% davon entwickeln sich über einen Zeitraum von 12 bis 15 Jahren zu einem Gebärmutterhalskrebs. Die Zellveränderungen (Dysplasien) sind bei der so genannten Krebsvorsorge mit dem Pap-Test meist gut zu erkennen und zu behandeln. Oft heilen sie von selbst aus.
Einen möglichen Schutz vor Gebärmutterhalskrebs bietet die Impfung also nur einem kleinen Anteil betroffener junger Frauen. Belege, dass durch die Impfung die Rate an Gebärmutterhalskrebs wirklich gesenkt wird, gibt es bisher nicht. Wie auch die zu Grunde liegenden Studien laufen erst seit fünf Jahren. Und so schnell entwickelt sich kein Krebs am Gebärmutterhals. Ob die Impfwirkung fünf Jahre oder länger anhält, weiß heute niemand. Unklar ist auch, ob andere HPV-Typen die Stelle der HPV 16 und 18 besetzen werden.
Würden sich alle Mädchen und junge Frauen zwischen 12 und 17 Jahren, wie von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen, nun impfen lassen, würde das im ersten Jahr über eine Milliarde Euro an Kosten für das deutsche Gesundheitssystem bedeuten. In jedem weiteren Jahr kämen ca. 200 Millionen dazu, wenn die jeweils zwölfjährigen Mädchen dann zur Impfung gingen. Zudem werden bereits jetzt Frauen, die älter als 17 Jahre sind, geimpft, ohne vorherigen Test darauf, ob sie bereits Kontakt mit HP-Viren hatten. Dies verursacht weitere Kosten. Der Nachweis eines Nutzens steht aus. Viele Milliarden Euro werden so investiert und fehlen an anderer Stelle. Es stellt sich die Frage, warum die Krankenkassen dies mitmachen.
Mehr Zeit und größere Sorgfalt für die Bewertung der neuen Impfung sowie Verhandlungen zur Preisreduktion (Deutschland: 465 €, USA ca. 280 €) wären dringend von Nöten gewesen. Die aggressive Propagierung einer Impfung, deren Nutzen überschätzt wird und deren Kosten immens sind, ist fragwürdig. Panikmache und Indoktrination, wie zurzeit betrieben, sind sicherlich keine guten Ratgeber. Wir fordern umfassende und unabhängige Informationen zur HPV-Impfung, eine Überprüfung der Zulassung und eine Verringerung der Kosten - im Interesse der Mädchen und Frauen.
Für Rückfragen wählen Sie bitte folgende Telefonnummern:
Karin Schönig, Tel. 089/129 11 95, Vorstandsfrau im Bundesverband der
Frauengesundheitszentren e. V., FrauenGesundheitsZentrum München e.V.Cornelia Burgert, Tel. 030/213 95 97, Feministisches Frauen Gesundheits Zentrum e.V. Berlin
Die Unterschriftenliste (PDF) wurde von 37 Verbänden und Gleichstellungsbeauftragten sowie 23 Einzelpersonen, die diese Pressemitteilung unterstützen, unterzeichnet.
Verbände:
Ärzte für Individuelle Impfentscheidung e.V., Dr. S. Schmidt-Troschke, Vorstand Herdecke
Arbeitskreis Frauengesundheit e.V., Karin Bergdoll, 2. Vorsitzende, Berlin- Wilmersdorf
Beratungsstelle für Natürliche Geburt und Eltern-Sein e.V., Astrid Draxler, Geschäftsleitung, München
FFGZ, Berlin e.V. Pressemitteilung
HPV-Impfung: Nur eine Geld-Spritze?
Zurzeit wird diese Impfung sehr stark in den Medien und vielen Informationsmaterialien der Krankenkassen, Apotheken und gynäkologischen Praxen angepriesen und beworben. Dabei wird häufig suggeriert, dass eine Infektion mit humanen Papillomaviren die hauptsächliche Ursache für ein Zervixkarzinom sei. Deswegen ist, so die offizielle Leseart, eine umfassende Impfung aller jungen Mädchen gegen diese „Krebs-Viren“ vor dem ersten Geschlechtsverkehr unabdingbar. Zusätzlich wird auch der Eindruck erweckt, Krebs sei quasi eine Art Seuche und es gäbe jetzt endlich eine Impfung gegen Krebserkrankungen.
Es ist jedoch schon mit Hilfe weniger Fakten und Einwände leicht möglich, diese offensichtlich einseitig konstruierten Aussagen und zu relativieren und zu entkräften.
In Deutschland liegt der gegenwärtige Anteil der Frauen innerhalb der Gesamtbevölkerung bei etwa 40 Millionen. Davon erkranken laut Statistik ca. 6500 bis 7000 Frauen jährlich an einem Gebärmutterhalskrebs, was in etwa einem Anteil entspricht, der weit unterhalb der Grenze von einer Promille liegt, also deutlich weniger als 0,1%. Obwohl nun statistisch gesehen, der größte Teil dieser 40 Millionen Frauen mindestens 1 x in ihrem Leben eine Infektionen mit HPV- Erregern durchmacht, erkrankt dabei tatsächlich nur ein Bruchteil an einem Zervixkarzinom.
Selbst wenn wir hierbei eine gewisse Fehlertoleranz oder statistische und demographische Schwankungen großzügig berücksichtigen, lässt sich rechnerisch aufzeigen, dass bislang auch schon ohne Impfung über 99% der Frauen in ihrem Leben nicht an einem Zervixkarzinom erkrankt sind! Trotzdem wird die Impfung gegenwärtig mit so einem Nachdruck empfohlen, als ob eine tödliche Seuche in den Unterleibern aller Frauen wütet und Geschlechtsverkehr eine sehr gefährliche Sache sei.
Auch lässt sich der diagnostische Nachweis oder eine manifeste Infektion mit HPV-Erregern keineswegs mit der zwangsläufigen Entstehung eines Zervixkarzinoms gleichsetzen. In vielen offiziellen Darstellungen und Werbeaussagen wird jedoch sehr einseitig und bequem die Entstehung eines so komplexen Krankheitsbildes auf die Existenz von relativ weit verbreiteten Viren abgewälzt und verabsolutiert.
Grundsätzlich trägt der Mensch viele unterschiedliche Erreger oder dessen Vorstufen in sich, und eine so genannte Infektion ist meist das Resultat einer Schwächung des inneren Milieus und des Immunsystems. Das Auftreten und die verstärkte Aktivität von Viren oder anderer Erreger ist also sehr häufig eine Begleiterscheinung oder die Folge einer schon bestehenden Erkrankung oder disharmonischer Reizzustände und nicht unbedingt ihre primäre Ursache.
Unter den humanen Papillomaviren (HPV) gibt es verschiedene Typen, die man aufgrund ihres viralen Potentials in drei Risikogruppen einteilt:
- Low-Risk HPV-Typen: 6, 11, 42, 43, 44. Diese Gruppe erzeugt u. a. spitze Warzen und führt zu leichten und relativ ungefährlichen Zellveränderungen.
- Intermediate-Risk HPV-Typen: 31, 33, 35, 51, 52, 59, 68. Diese Virustypen können mit allen Dysplasiegraden in Verbindung stehen, erzeugen aber meist kein Zervixkarzinom.
- High-Risk HPV-Typen: 16, 18, 45, 56. Hierbei handelt es sich um die häufigsten onkogenen Typen, die meist in Verbindung mit einem lokalen Karzinom stehen können.
Selbst wenn es innerhalb von viralen Erregergruppen durchaus unterschiedlich große Pathogenitätsgrade gibt, wie beispielsweise bei den so genannten High-Risk HPV-Typen 16, 18, 45 und 56, ist ein Virus doch nur ein relativ machtloser Erreger. Das Virus besitzt, im Vergleich zu Bakterien, grundsätzlich eine sehr eingeschränkte Vitalität. Es benötigt für seine Verbreitung notwendigerweise Zellen, die angreifbar und bereit sind, auf biochemischem Wege sein virales Programm zu übernehmen und immer weiter zu kopieren. Das Virus ist also darauf angewiesen, dass die Zellen seines Wirtes keine ausreichende immunologische Gegenwehr leisten können und damit seine Ausbreitung stören. Deswegen ist ein intaktes und von irritierenden Impfungen unbeeinflusstes Immunsystem noch immer die beste und wichtigste Voraussetzung, eine virale Infektion zu verhindern oder zu begrenzen.
Und auch wenn es nachweislich zu einer Infektion mit High-Risk HPV-Typen gekommen ist, so bedeutet dies nicht, automatisch an einem Unterleibskrebs zu erkranken, sondern ist nur ein Hinweis auf ein erhöhtes Risiko, dass sich Laufe von Jahren eine Wucherung im Gebärmutterhals entwickeln könnte, wobei noch viele weitere Faktoren eine Rolle dabei spielen. Darüber hinaus „schützt“ die HPV- Impfung bislang nur vor einigen wenigen HPV-Typen.
Unabhängig vom vermeintlichen oder tatsächlichen Nutzen dieser Impfung, ist auch öffentliche Kritik an der überraschend schnellen Zulassung und Anwendung der Impfpräparate laut geworden. Unter anderem wird bemängelt, dass der notwendige Erprobungszeitraum für die Vakzine offensichtlich zu knapp bemessen ist und mögliche Nebenwirkungen und Risiken noch nicht ausreichend erfasst und dokumentiert wurden.
Tatsächlich gab es schon verschiedene Todesfälle, die im Zusammenhang mit der Impfung aufgetreten sind. Dabei handelte es sich laut Pressemitteilungen in einem Fall um den plötzlichen Tod eines 17-jährigen Mädchens aus Deutschland, welche im Sommer 2007 nur einen Tag nach der zweiten Impfdosis aus bislang ungeklärten Gründen verstarb. Im Herbst 2007 verstarb eine 19-jährige Österreicherin drei Wochen nach der HPV- Impfung. In beiden Fällen sollen die Mädchen zum Zeitpunkt der Impfung nachweislich ohne gesundheitliche Probleme gewesen sein, sind aber nach offizieller Aussage an einem plötzlichen Herztod ungeklärter Ursache gestorben.
Auch in den USA wurde bislang über mindestens 8 Todesfälle berichtet, die in Verbindung mit der Impfung gebracht wurden. Dort haben sich verschiedene medizinische und juristische Fachkreise und Interessengruppen intensiver mit dem Risikopotential der HPV- Impfung auseinandergesetzt, sowie auch einige hundert Fälle von ernsthaften und schwerwiegenden Nebenwirkungen dokumentiert, um gegenüber der amerikanischen Zulassungsbehörde (FDA) entsprechende Konsequenzen einzufordern.
Zum Zeitpunkt der Verfassung dieses Artikels wurde in Deutschland offiziell nach folgenden Empfehlungen und Richtlinien gehandelt: die HPV-Impfung soll möglichst bei jungen Mädchen noch vor dem ersten Geschlechtsverkehr erfolgen. Dabei werden in einem Zeitraum von 3 6 Monaten jeweils drei einzelne Injektionen verabreicht. Der angestrebte Impfschutz bezieht sich hierbei nur auf wenige HPV-Typen und ist abhängig von jeweiligem Impfpräparat. Es wird eine Auffrischung nach ca. 5 6 Jahren empfohlen, da es im Laufe der Zeit zur einer Reduzierung und Abschwächung der Impfwirkung gegenüber den jeweiligen HPV- Erregern kommt.
Die gesetzlichen Krankenkassen sind mittlerweile verpflichtet worden, im Rahmen bestimmter Vorraussetzungen die Kosten für diese Impfung zu übernehmen. Durch persönliche Anfragen bei den Informations- und Servicestellen verschiedener gesetzlicher Krankenkassen ergab sich in diesem Punkt ein uneinheitliches Bild. Die meisten Kassen erstatten die Kosten, wenn die zu impfenden Mädchen zwischen 12 18 Jahre alt sind. Bei mindestens einem Versicherungsträger war diese Altersrahmen sogar von 12 26 Jahre erweitert. Die Kosten für die gesamte Impfung bewegen sich laut Auskunft der bis dato befragten Kassen zwischen 500 1500 Euro. Das ist gegenwärtig wohl die teuerste „Schutzimpfung“, die jeder gesetzlich Versicherte indirekt mit seinen Beiträgen mitbezahlen muss! Geldmittel in Milliarden-Höhe, die an anderer Stelle fehlen werden. Ein zusätzlicher Grund, den tatsächlichen Nutzen dieser insgesamt doch sehr fragwürdigen Impfung äußerst kritisch und mit einem gesunden Misstrauen zu betrachten.
Trotzdem wird die Impfung von vielen Ärzten mit dem Argument, sie sei ein großer Gewinn für die moderne Medizin, nachdrücklich empfohlen. Fragt sich nur für wen?
Die Verantwortung für uns und unser Leben tragen wir immer selbst. Auch die Konsequenzen, wenn wir die Entscheidung darüber anderen überlassen. So gilt es immer wieder neu zu versuchen, bei uns zu bleiben und genau zu hinterfragen, was wirklich wichtig ist und uns nicht beirren lassen.
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Geschlecherspezifische Medizin
"Gendermedizin und Ärztinnenkarrieren sind ein Zwillingspaar!“
In einem Interview mit “Ärztin“ (Ausgabe 04/2008) sieht die Medizinerin, Prof. Dr. Vera Regitz-Zagrosek, die Durchsetzung der Gendermedizin als eine vordringliche Aufgabe für Ärztinnen.
Prof. Dr. Vera Regitz-Zagrosek, Direktorin des Berliner Instituts für Geschlechterforschung in der Medizin, hatte die Thematik der geschlechtsspezifischen Medizin für die Kardiologie aufgegriffen und damit entscheidend dazu beigetragen, die Problematik in die öffentliche Wahrnehmung zu rücken.
Informationspflicht zu Unterschieden der Arzneimitteltherapie
bei Frauen und Männern
In einer Stellungnahme für das Bundesgesundheitsministerium fordert der Deutsche Ärztinnenbund: "Ärztinnen und Ärzte, Patientinnen und Patienten müssen zum Beispiel in der Packungsbeilage und in den Fachinformationen darüber informiert werden, ob und mit welchem Ergebnis eine nach Geschlecht differenzierende Untersuchung stattgefunden hat oder nicht".
Dass Frauen und Männer unterschiedlich auf Arzneimittel reagieren können, ist eine gesicherte Erkenntnis. Die Forschung orientiert sich aber bislang überwiegend an Männern und überträgt diese Ergebnisse dann einfach auf Frauen. So halten zum Beispiel die Wirkungen von bestimmten Arzneimitteln bei Frauen länger an, oder die Dosierung kann - wie bei bestimmten Schmerzmitteln - niedriger oder höher sein, so dass Frauen häufiger von unerwünschten Arzneimittelwirkungen betroffen sind als Männer.
In seiner Pressemitteilung vom 21.01.2009 weist deshalb auch der Deutsche Ärztinnenbund erneut darauf hin, dass Unterschiede in der Aufnahme und Verstoffwechselung zu unterschiedlichen Wirkungen und Nebenwirkungen von Arzneimitteln bei Frauen und Männern führen können und hat sich bei der 12. AMG-Novelle (Gesetz zur Änderung des Arzneimittelgesetzes und anderer Vorschriften) dafür eingesetzt, dass bei klinischen Arzneimittelprüfungen nun Frauen angemessen zu berücksichtigen sind.
Die Präsidentin des Deutschen Ärztinnenbundes, Dr. Astrid Bühren, plädiert entsprechend ihrer langjährigen Forderung nach geschlechtsdifferenzierter pharmakologischer Forschung und Therapie, die Informationspflicht für die Gesetzesnovelle zu erweitern: "Arzneimittel dürfen nur zugelassen werden, wenn Arzneimittelhersteller verpflichtet werden, bei den beschriebenen Wirkungen, Dosierungen, Anwendungsgebieten, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen eines Arzneimittels entweder darüber zu informieren, dass Unterschiede zwischen Frauen und Männern nicht festgestellt wurden oder angeben, dass nicht bekannt ist, ob Unterschiede bestehen oder aber die jeweils bekannten Unterschiede klar benennen".
Deutscher Ärztinnenbund e.V.
Herzinfarkt bei Frauen: Fehlgedeutete Weibliche Symptome
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind weit vor den Krebserkrankungen die häufigste Todesursache bei Frauen. Der Herzinfarkt spielt hierbei die größte Rolle und hat sich für Frauen zum Risiko Nummer eins entwickelt: Es sterben heute weitaus mehr Frauen als Männer an einem Infarkt des Herzens, auch ihre Überlebenschancen sind bedeutend schlechter. Der Grund: Sowohl betroffene Frauen als auch manche erstbehandelnde Ärzte deuten die Beschwerden fehl, da die besonderen "weiblichen" Symptome häufig eher untypisch für einen Herzinfarkt sind. Die Folge: Die Frauen kommen viel zu spät oder gar nicht in die Klinik. Dadurch geht wertvolle Zeit verloren, die über Leben und Tod entscheiden kann.
Aber auch die besonderen weiblichen Risikofaktoren für die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und damit des Herzinfarktes sind Frauen nur wenig bekannt, wie unsere aktuelle Emnid-Umfrage belegt. Aufklärung tut also Not:
Die Symptome
"Wichtigstes Zeichen für einen Herzinfarkt sind plötzlich auftretende starke Schmerzen hinter dem Brustbein (Vernichtungsschmerz), die zumeist in den linken Arm ausstrahlen." So werden die Anzeichen des Herzinfarktes in nahezu jedem Gesundheitslexikon beschrieben. Grundsätzlich kann sich ein Herzinfarkt bei Frau wie Mann in dieser Weise äußern. Neue Untersuchungen haben jedoch ergeben, dass diese als typisch geltenden Anzeichen eher "typisch männlich" sind.
Eine amerikanische Studie von Wissenschaftlern der Universität Arkansas zeigte: 70 Prozent der Frauen hatten vor dem Infarkt keine Schmerzen im Brustbereich, sondern stattdessen ungewöhnliche Müdigkeit und Schlafstörungen. Zu den akuten Beschwerden vor dem Infarkt zählten Kurzatmigkeit und Schwäche. Nur 30 Prozent der Frauen in dieser Studie berichteten von Schmerzen in der Brust, dem bei Männern typischen Symptom.
Vor allem eine Kombination aus Kurzatmigkeit, ungewöhnlicher Müdigkeit und Schwäche, Schlafstörungen sowie Übelkeit und Erbrechen unter körperlicher Belastung gilt heute als "weiblicher Symptomkomplex". Die untypischeren Symptome des "Eva Infarktes" können dazu führen, dass ein Herzinfarkt bei Frauen zu spät erkannt oder falsch behandelt wird.
Jede Frau sollte deshalb wissen, dass neu auftretende Beschwerden, etwa Müdigkeit und Schwäche, erste Zeichen für einen drohenden Infarkt sein können, vor allem, wenn gleichzeitig Risikofaktoren für eine Herzerkrankung, wie Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinspiegel oder ein Diabetes mellitus Typ 2 vorliegen. Um einen Herzinfarkt frühzeitig zu erkennen, empfiehlt der wissenschaftliche Beirat der Initiative Frauenherz die NAN-Regel. "NAN" steht für Nase-Arm-Nabel:
Alle plötzlich auftretenden Beschwerden zwischen Nasenspitze, Armspitze und Nabel, die nicht innerhalb von 15 Minuten wieder verschwinden, können auf einen drohenden Infarkt hindeuten. In diesem Fall ist eine sofortige ärztliche Untersuchung notwendig und unter Umständen lebensrettend.
Auszug aus Frauensache Herzinfarkt - Eine Information der Initiative Frauenherz, Frankfurt/M
Erste Deutsche Kohortenstudie zur Frauengesundheit:
Wie sich Frauen fühlen, woran sie leiden, wie sie verhüten www.zeg-berlin.de
Berlin, 7. Mai 2003. Mit einer Teilnehmerinnenzahl von 20.000 und einer bisherigen Dauer von fast fünf Jahren stellt die erste Deutsche Kohortenstudie zur Frauengesundheit eine Vielzahl von Fakten über Gesundheit und Krankheit, Befindlichkeit und Lebensqualität von Frauen in Deutschland bereit.
Erste Ergebnisse der seit 1998 unter Federführung des Zentrums für Epidemiologie und Gesundheitsforschung (ZEG) laufenden Studie, an der sich Frauen zwischen 18 und 65 Jahren auf freiwilliger Basis beteiligen, wurden am Mittwoch in Berlin vorgestellt.
Mit der Befragung, bei der sich die Teilnehmerinnen über einen längeren Zeitraum zu ihren Erkrankungen, ihren Beschwerden, Befindlichkeiten, ihren Medikationsgewohnheiten und anderen Parametern äußern, liegt in Deutschland erstmals eine große Studie zur Frauengesundheit vor, die Entwicklungen über einen längeren Zeitraum erfasst.
Prof. Dr. Lothar A. J. Heinemann zeigte sich besonders angetan von der Aufgeschlossenheit der Frauen, mit ihrer Teilnahme auf eine besondere Weise ihre Verantwortung für Gesundheit zu dokumentieren. Die Frauen waren zunächst von ihren zumeist Frauenärzten auf die Studie hingewiesen worden. Zunehmend machten sie inzwischen einander auf die Studie aufmerksam, berichtete Heinemann. „Wir sind besonders erfreut darüber, dass sich es bei den Teilnehmerinnen nicht um eine besondere Gruppe, sondern letztlich um einen durchaus mit anderen Frauen vergleichbaren Querschnitt durch die deutsche Bevölkerung handelt. Das haben Vergleiche mit Zufallsstichproben ergeben.“
Einen besonderen Schwerpunkt in der ersten Studienphase stellten Daten zu Nutzen und Risiken der Anwendung moderner hormoneller Schwangerschaftsverhütungsmittel (OCs) dar. Dazu Prof. Heinemann vor der Presse in Berlin: „Wie sich gezeigt hat, wissen Frauen sehr wenig über die Vorteile der ‚Pille’ über deren schwangerschaftsverhütende Funktion hinaus“ Die Zahl durch OC-Nutzung vermiedener Gesundheitsstörungen und Krankheiten liegt, so Heinemann, rund 60mal höher als die unerwünschter Störungen und Erkrankungen.
Innerhalb der Kohortenstudie wurden 1.716 Frauen vor allem unter dem Aspekt ihrer sexuellen Befindlichkeiten befragt. Dr. Beate Schultz-Zehden, Forschungsbereich Frauengesundheit am Zentrum für Human- und Gesundheitswissenschaften von Humboldt- und Freier Universität Berlin, berichtete, dass sich einige Phänomene ergeben hätten, die durchaus im Gegensatz zur landläufigen Meinung stehen. So werde das psychische Wohlbefinden von Frauen mit zunehmendem Alter besser eingeschätzt als angenommen. Schultz-Zehden, die vier verschiedene Frauentypen von „Power-Frau“, leistungsorientiert und offensiv, bis defensiv-traditioneller Frau bestimmte, stellte weiter fest, dass es vor allem die „Power-Frauen“ sind, die häufig hormonell verhüten. Für alle Frauengruppen gilt, dass die OC-Anwendung mit einem höheren körperliches und sexuellen Wohlbefinden einhergeht. Dazu Schultz-Zehden: „Interessanterweise sind es die Frauen, die sich noch stark am traditionellen Rollenmodell orientieren, die insgesamt über mehr körperliche und psychische Einschränkungen berichten.“
Besondere Aufmerksamkeit wurde innerhalb der Studie auf das Auftreten von bösartigen Erkrankungen, nicht zuletzt im Zusammenhang mit einer Einnahme von OCs, gelegt. Dr. med. Michael Lewis, Direktor von EPES Epidemiology, Berlin, informierte u. a. darüber, dass die oralen Kontrazeptiva einen Schutz vor bösartigen Tumorerkrankungen der Gebärmutter und der Eierstöcke aber auch der Brust darstellen. „Die Studie macht deutlich, wie wichtig es ist, eine Risiko-Nutzen-Bilanz bei der Betrachtung von Arzneimittelanwendung anzustellen“, betonte Lewis.
Die Deutsche Kohortenstudie zur Frauengesundheit soll mit wachsender Teilnehmerinnenzahl weitergeführt werden.
Weitere Informationen: www.zeg-berlin.d
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Brustkrebs
Positive Auswirkungen von Entspannungstraining auf Heilungschancen
(Quelle: Deutsches Ärzteblatt v. 17.11.2008)
Die Diagnose Krebs stürzt betroffenen Patienten meist in eine emotionale Stresssituation, verbunden mit tiefer Angst, die sich durch die auftretenden Nebenwirkungen der Therapie und dem Risiko eines Rezidivs im weiteren Verlauf der Behandlung noch verstärken. Dass sich dabei Entspannungsübungen positiv auf das Immunsystem auswirken können, wurde bereits in einigen Studien aufgezeigt.
Vom Comprehensive Cancer Center der Universität in Columbus/Ohio wurde nun erstmals untersucht, welche Auswirkungen eine Psychotherapie auf das Überleben von Brustkrebsbetroffenen hat.
An der Studie nahmen der 227 Patientinnen mit Mammakarzinom im Stadium II oder III teil, deren Tumor entfernt worden war. Eingesetzt wurde bei der psychotherapeutische Begleitung u.a. Entspannungstraining (progressive muscle relaxation), sportliche Betätigung und therapeutische Unterstützung im sozialen und familiären Umfeld.
Das Ergebnis zeigte, dass sich sowohl die Rezidivrate als auch das Sterberisiko am Brustkrebs senkte. Selbst die Gesamtsterblichkeit war nur halb so hoch wie in der Vergleichsgruppe, und Rezidive traten durchschnittlich sechs Monate später auf.
Zwar ist noch ungeklärt, welche Faktoren genau für die günstige Wirkung verantwortlich sind, schaden aber können Entspannungstrainings jedenfalls nicht. Und unabhängig welche Entspannungstechnik gewählt wird, bietet das Training Betroffenen die Möglichkeit, aktiv am Heilungsgeschehen teilzunehmen.
Links zum Thema:
Deutsches Ärzteblatt
Abstract der Studie
Mammografie-Screening: Mangelnde Information über die Probleme mit der Mammografie
Bis 2007 soll die Röntgenreihenuntersuchung zur Brustkrebsfrüherkennung für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren in allen Bundesländern eingeführt sein. Mit ihrem im Jahre 2002 beschlossenen Gesetz hofft die Bundesregierung, dem grauen Screening ein Ende zu setzen und eine gesicherte Qualität der Früherkennungs-Mammografie einzuführen.
Der Bundesverband der Frauengesundheitszentren (FGZ) hat auf seiner Tagung "Die Einführung des Mammografie-Screenings und der Beitrag der Frauengesundheitseinrichtungen zwischen Kritik und Unterstützung" vom 12.-14.5.06 in Dresden die neuesten Ergebnisse zum Screening diskutiert und sieht folgende Probleme:
• Die Aufklärung im Screening-Programm gibt kaum Aufschluss über die Verbesserung der persönlichen Überlebenschancen einer einzelnen Frau durch die Früherkennungsmammografie. Die verbreitete Aussage, das die Sterblichkeitsrate um 25% gesenkt werden könne, ist irreführend. Sie bedeutet in absoluten Zahlen ausgedrückt, dass nicht sechs, sondern acht von 1000 Frauen in zehn Jahren einen Überlebensvorteil haben. 992 Frauen haben jedoch keinen persönlichen Nutzen.
• Bei der Aufklärung mangelt es an Informationen über die Probleme mit der Mammografie. Falsch-negative Befunde führen zu einer falschen Beruhigung, während falsch-positive Befunde Fehlalarm und Folgetherapien nach sich ziehen. Die sozialen und finanziellen Folgen für Frauen bei einem abzuklärenden Befund sind nicht zu unterschätzen, werden allerdings nicht thematisiert. Darüber hinaus erhöht das Screening aus Sicht einer einzelnen Frau das Risiko einer Brustkrebsdiagnose. Bereits in der Bremer Modellphase wie auch in Studien hat sich herausgestellt, dass die Zahl der diagnostizierten Brustkrebserkrankungen um die Hälfte angestiegen ist. Dieser Trend zur Überdiagnose ist darauf zurückzuführen, dass durch die verbesserte Technik auch verstärkt Krebsvorstufen und Brusttumore entdeckt werden, die das Leben der Frau vermutlich nie bedroht hätten.
• Ein Programm, das sich an vornehmlich gesunde Frauen richtet, muss diese mit ihren Fragen ernst nehmen und nicht allein ihre Brüste im Blick haben.
Die FGZ kommen zu dem Schluss, dass das Screening-Programm die Bedürfnisse der Frauen nicht genügend berücksichtigt. Es bedarf ausführlicher und unabhängiger Informationen, aufgrund derer die einzelne Frau ihren persönlichen Nutzen abschätzen und eine informierte Entscheidung über die Frage der Teilnahme am Screening treffen kann. Die FGZ halten es für notwendig, in den Kommunen einen sachlichen öffentlichen Diskurs und Runde Tische aufzubauen, um diesen Prozess im Sinne der Frauen und mit breiter Beteiligung zu begleiten.
Bundesverband der Frauengesundheitszentren, Berlin, Pressemitteilung v. 18.05.2006
Ansprechpartnerin: Rita Götze, Tel: 0551/ 48 70 25
Modellprojekt „gemeinsam gesund werden“ für an Brustkrebs erkrankte Mütter und ihre Kinder
Das von der Rexrodt von Fricks Stiftung initiierte Modellprojekt „gemeinsam gesund werden“ wird in Zusammenarbeit mit dem Mutter-Kind-Hilfswerk erstmals in der Klinik Ostseedeich durchgeführt. Das Stiftungsprojekt bietet an Brustkrebs erkrankten Müttern im Anschluß an ihre Ersttherapie gemeinsam mit ihren Kindern eine neuartige Rehabilitationsmaßnahme. Das Besondere bei diesem Behandlungskonzept ist, die Patientin in der durch die Erkrankung hervorgerufenen Krise in ihrer Mutterrolle zu stärken und sie für die Sorgen und Ängste ihrer Kinder zu sensibilisieren. Denn für die betroffenen Kinder ist das Bedrohliche, über das man nichts erfährt und mit dem man alleine bleibt, oft schwerer zu ertragen als fast jede Realität.
Das Kind erlebt in diesem „geschützten Raum“, dass es nicht allein gelassen wird, seine Ängste und Sorgen äußern und Fragen stellen kann. Damit eröffnen sich ihm Wege und Möglichkeiten, eigene Bewältigungsstrategien zu entwickeln.
Informationen: Mutter-Kind-Hilfswerk e.V. www.gemeinsam-gesund-werden.de
Sprechstunde für Kinder krebskranker Eltern
Viele Eltern möchten ihren Kindern eine Krebserkrankung in der Familie am liebsten verschweigen. Kinder spüren es aber sehr genau, wenn die Eltern Sorgen haben, über die sie nicht reden wollen. Etwas Bedrohliches, das im Dunkeln bleibt, über das man nichts erfährt und mit dem man allein bleibt, ist schwerer zu ertragen als fast jede Realität. Dazu kommt die Kränkung, von einem für die Familie so wichtigen Thema ausgeschlossen zu sein und vielleicht sogar belogen zu werden.
Jede Familie muss ihren eigenen Weg finden, mit einer Krebserkrankung umzugehen. Wir wissen aber, dass es Kindern besser geht, wenn sie in verständlicher, kindgerechter Form über die Erkrankung informiert werden. Es ist nicht nötig, ihnen jedes Detail zu erklären, aber sie sollten Fragen stellen können und aufrichtige, klare Antworten bekommen. Hilfreich ist es, wenn Gefühle gezeigt werden dürfen, sowohl von den Eltern als auch von den Kindern. Gleichzeitig ist es für die Kinder entlastend, wenn sie ihre Eltern als kompetent im Umgang mit der Krankheit empfinden. Das heißt aber nicht, dass sie immer stark sein müssen. So ist es ein Zeichen von Kompetenz, sich bei übergroßen Problemen Hilfe zu holen. (Prof. Hermann Faller)
Klinikum Großhadern: Seit Anfang 2008 bietet der Bereich Psycho-Onkologie der Universitätsklinik München-Großhadern eine individuelle psychologische Betreuung von Kindern, deren Eltern an Krebs erkrankt sind. In einem Elterngespräch können sich Betroffene informieren, wie sie ihr Kind über die Erkrankung aufklären können. Bei Bedarf unterstützt eine ausgebildete Kinder- und Jugendtherapeutin Eltern und Kinder im Rahmen einer Kurzzeittherapie und vermittelt wenn notwendig Familien an niedergelassene Therapeuten. Die "Kindersprechstunde" steht allen betroffenen Münchner Eltern offen.
BRK-Kindergruppe krebskranker Eltern
Nicolaidis-Stiftung
Hospiz macht Schule
Literatur zum Thema: Mein wunderschöner Schutzengel. Als Nellys Mama Krebs bekam, von Dr. Kerstin Hermelink, Frauenklinik Großhadern.
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Künstliche Befruchtung
Betroffene Frauen sollen mitentscheiden!
"Das kriegen wir schon hin": Wer hört diesen Satz nicht gern, wenn er ein Problem hat, bei dem nur ein Experte helfen kann? In der Reproduktionsmedizin aber können solche Aufmunterungen zur psychischen Falle werden.
Immer mehr Paare haben heute Fruchtbarkeitsprobleme. Allein in Deutschland sollen es zwei Millionen sein, Tendenz steigend. Die Hauptgründe: frau wartet mit dem Kinderkriegen zu lange und die Qualität der Spermien sinkt durch Umweltverschmutzung und veränderte Lebensgewohnheiten kontinuierlich.
Da schafft die Reproduktionsmedizin Abhilfe: Insemination, In-Vitro-Fertilisation (IVF), Intracytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI), kurz: künstliche Befruchtung ist ein heutzutage immer beliebteres Mittel, um auch kinderlosen Paaren zum ersehnten Wunschkind zu verhelfen.
Alles geritzt, oder? Scheinbar doch nicht, denn wie bei der spontanen Schwangerschaft gilt für die künstliche Befruchtung: je älter die Frau, desto geringer die Erfolgschancen. Seriöse Reproduktionsmediziner nehmen aus diesem Grund über vierzigjährige Frauen als Patientinnen gar nicht mehr an.
Aber auch junge Frauen müssen mit drei bis vier Versuchen rechnen, ehe sich das Familienglück (hoffentlich!) einstellt. Und angenehm sind die Behandlungen beileibe nicht: Hormonspritzen, Ultraschall, Eizellentnahme unter Narkose (bei IVF und ICSI), im günstigsten Fall Einsetzen der befruchteten Eizellen nach drei Tagen in die Gebärmutter. Dann wieder Hormonspritzen. Mit Glück läuft das Ganze ohne Schmerzen ab. Die Männer haben's zwar leichter, aber Samenspenden auf Abruf ist auch kein Vergnügen. Nach etwa zwei Wochen dann der Bluttest, der in der Mehrzahl der Fälle negativ ist.
Der behandelnde Arzt gibt aber nicht so schnell auf: "Versuchen wir es noch einmal"? Für ihn steht einiges auf dem Spiel: das Geschäft, denn in einer privaten Reproduktionsklinik legt ein Paar schon mal 3.500 Euro für einen IVF-Versuch hin, und der gute Ruf, denn wer viele Babys "produziert", gilt gemeinhin als kompetent. Und schließlich ist da noch eine gewisse Verbissenheit bei Arzt und Patientin, vor allem wenn es sich um eine unerklärbare Sterilität handelt: "Es MUSS doch funktionieren!" Aber der Mensch ist eben mehr als die Summe seiner Teile, und ca. 40 Prozent der Paare verlassen die Klinik irgendwann wieder ohne den ersehnten positiven Schwangerschaftstest in der Hand.
Kritiker bemängeln, dass von medizinischer Seite viel zu schnell zur künstlichen Befruchtung geraten wird. Das beweist die Tatsache, dass etwa 50 Prozent der Frauen, die sich in Behandlung begeben, während einer Behandlungspause oder nach Abbruch der Behandlungen auf natürliche Weise schwanger werden. Auch konzentriert sich die Ursachenforschung immer noch zu stark auf die Frau; der betroffene Partner wird oft erst in die Untersuchungen miteinbezogen, nachdem bei der Frau schon ziemlich „herumgedoktert“ worden ist. Lebensumstände, Bedürfnisse, Ängste des Paares erfahren keine angemessene Berücksichtigung.
Da die Frau psychisch und physisch die Hauptlast bei diesen Behandlungen trägt, drängt sich der Verdacht auf, dass die großteils männlichen Ärzte zu oberflächlich, zu schnell und zu unbekümmert agieren, eben weil es sich „nur“ um den weiblichen Körper handelt. Ob auch unbewusste Machtphantasien gegenüber der Frau, die sich durch Pille und freien Schwangerschaftsabbruch die Herrschaft über ihren Körper zurückerobert hat, mit im Spiel sind, sei dahingestellt.
Was bei alldem jedenfalls auf der Strecke bleibt, ist die Psyche der Frau. Für Frauen, die solche Behandlungen auf sich nehmen, ist der Kinderwunsch keine Flause, sondern von existenzieller Bedeutung. Mit dem negativen Schwangerschaftstest fallen sie in ein tiefes psychisches Loch. Der Partner ist nicht so stark betroffen oder frisst den Frust in sich hinein. Gut gemeinte Trostversuche von Verwandten und Bekannten, wie: "Ein Kind kann auch eine ganz schöne Belastung sein", sind absolut fehl am Platz. Und die Aufmunterung des Arztes "Beim nächsten Mal klappt's bestimmt!" wird zur Killerphrase, wenn es dann wieder nicht funktioniert. Ungewollte Kinderlosigkeit bewirkt gleich großen Stress wie eine Krebserkrankung. Nur stoßen die Betroffenen kaum auf Verständnis, bleiben mit ihrem Kummer allein und riskieren bisweilen sogar die Partnerschaft, die diesem Druck nicht standhält.
Frauen, die sich auf künstliche Befruchtung einlassen, sollten das Für und Wider gut abwägen, ihr Krankheitsbild und damit ihre Chancen kennen und niemals auf die Mitsprache bei den Behandlungen verzichten, zumal diese ja auch die körperliche Gesundheit beeinträchtigen. Es ist Ihr Körper und Ihre Seele! Auch sollten sie sich rechtzeitig Gedanken darüber machen, wie es weitergeht, wenn der gewünschte Erfolg ausbleibt. Vielleicht ergeht es ihnen dann ja wie mir: Nach zwei gescheiterten Versuchen brach ich die Behandlungen ab - da stellte sich das Wunschkind von alleine ein!
Autorin: Maria Hechensteiner, Bozen
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Vermehrte Fehlbildung
Nach einer dpa-Meldung wurde in einer Fallkontrollstudie des Centers of Disease Control and Prevention in Human Reproduction, Atlanta, nachgewiesen, dass Kinder aus künstlicher Befruchtung doppelt so häufig mit Fehlbildungen zur Welt kommen.
In einem ausführlichen Kommentar weist das Deutsche Ärzteblatt darauf hin, dass die vorliegenden Daten der noch laufenden Studie, in der die genetischen und umweltbedingten Ursachen von Fehlbildungen untersucht werden, zwar ein erhöhtes Risiko bei künstlicher Befruchtung aufzeigen, aber bisher keine Kausalität zu den Techniken der Reproduktionsmedizin belegt werden. Experten vertreten die Ansicht, dass die Fehlbildungen Teil der Störung sein können, die auch zur Infertilität führt. Mehr Klarheit sollen zukünftige Analysen bringen.
(Quelle: Newsletter, Deutsches Ärzteblatt 18.11.2008)
Links zum Thema:
Deutsches Ärzteblatt
PDF der Studie
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Kaiserschnitt auf Bestellung Der Tod der natürlichen Geburt?
Der Kaiserschnitt war (und ist) bislang ein operativer und drastischer Eingriff in die abdominale Körperhöhle der Frau gewesen, den die Ärzte nur im Notfall oder bei absehbaren Komplikationen ausführten, um das Leben der Mutter und/oder des ungeborenen Kindes zu schützen. In den letzten Jahren verstärkte sich ein Trend, bei dem immer mehr schwangere Frauen mit Hilfe des so genannten „Kaiserschnitts“ (Sectio caesarean) ihre Kinder zur Welt bringen „lassen“, ohne dass eine medizinische Notwendigkeit vorliegt.
Die Statistiken und Schätzungen der letzten fünf Jahre sprechen von einem Anteil des Kaiserschnitts bei Entbindungen von 15 20% in Deutschland. Dies besagt, dass bei steigender Tendenz - etwa jede 5. Schwangere hierzulande nicht durch eine spontane und natürliche Geburt entbindet. Im internationalen Vergleich schwanken diese Zahlen erheblich, hauptsächlich begründet durch die unterschiedlichen medizinischen, ökonomischen, gesellschaftlichen und kulturellen Vorraussetzungen der verschiedenen Länder. So liegt die Rate in den USA bei ca. 25%, in der VR China bei ca. 40%, in Brasilien im Landesdurchschnitt bei 30% und in den brasilianischen Großstädten sogar bis zu über 70%.
Grundsätzlich sind die weit entwickelte Medizintechnik und die Verbesserung und Verfeinerung der Operationsmethoden für viele Frauen und ihre ungeborenen Kindern ein Segen und oftmals auch lebensrettend sein kann. Auch die damit verbundene Entscheidungsfreiheit, den Ablauf ihrer Schwangerschaft mitbestimmen zu können, ist insgesamt als ein Fortschritt zu betrachten. Schwangerschaft und Geburt sind aber trotz ihrer deutlichen und scheinbar dramatischen körperlichen und seelischen Veränderungen keine Krankheiten, sondern ein besonderer, kostbarer und zeitlich begrenzter Ausnahmezustand, der spezielle Aufmerksamkeit und eine angemessene innere Haltung erfordert. Geburt und Tod sind im Leben eines Menschen von allen Urprinzipien und archaischen Qualitäten, mit denen er in Berührung kommen kann, die intensivsten und konsequentesten Erlebnisse. Sie markieren zwei gegensätzliche und gleichzeitig auch sehr verwandte Ereignisse, die den zyklischen Wandel allen Lebens und allen Seins repräsentieren und voraussetzen. Geburt und Tod sind darüber hinaus auch die elementarsten Initiationen, denen der Mensch auf der Reise seines Lebens begegnen kann.
Unsere moderne Gesellschaft und der gegenwärtige Zeitgeist neigen dazu, das Leben und lebendige Prozesse als etwas statisches, mechanistisches und dadurch kontrollierbares zu betrachten und es werden viele Anstrengungen unternommen, um das Leben und die lebendige Natur entsprechend den egoistischen Vorstellungen der Menschen anzupassen und zu unterwerfen. Insofern sind alle Zyklen und alle zyklischen Prozesse, die in ihrer Ursprünglichkeit das Grundmuster des Lebendigen bilden, dem modernen und rational-intellektuell denkenden Menschen, unheimlich und bedrohlich geworden.
Die elementaren Kräfte, Urprinzipien und zyklischen Muster existieren in jedem Menschen völlig unabhängig und autonom weiter und lassen sich auch auf Dauer nicht von Verstandeskraft, Logik und einem rein intellektuellen Weltbild beeinflussen oder wegrationalisieren. Es ist nur möglich, mit ihnen und durch sie zu leben und zu existieren; auf Dauer kann man nicht gegen sie oder ohne sie leben. Die unterschiedlichen Abschnitte und Qualitäten innerhalb dieser Zyklen werden naturgemäß von verschiedenen Übergangsereignissen eingeleitet und beendet. Diese Ereignisse können als Initiationen bezeichnet werden und sollten im Leben eines Menschen einen angemessenen Platz einnehmen. Werden die verschiedenen Übergänge und die damit verbundenen Initiationen nicht ausreichend berücksichtigt, bewusst erfahren und „erlebt“, besteht die Gefahr, dass der Mensch die vielen kleinen und großen Zyklen seines Lebens nicht vollständig abschließen und in seinem inneren Wesen integrieren kann. Dadurch „fehlt“ dem Menschen etwas Grundsätzliches und er ist - in diesem Sinne betrachtet - aus dem Rhythmus des Lebens geraten.
In unserer Kultur existiert oft nur noch ein auf Kitsch und Kommerz reduzierter Abklatsch der ehemals wichtigen und notwendigen rituellen Handlungen: Die Schultüte, der Osterhase und der Weihnachtsmann sind die gegenwärtigen Endpunkte der Degeneration ritueller Ereignisse innerhalb unserer Gesellschaft. Dabei streben jedoch die zur Verfügung stehenden Kräfte immer wieder nach einer Form der Umsetzung, damit sie zum Ausdruck kommen können und adäquat erlöst werden.
Bringt eine Frau - ohne den Einsatz von Betäubungs- und Schmerzmitteln - aus eigner Kraft und Motivation ihr Kind zur Welt, begegnet sie ihrerseits dadurch der tiefen und manchmal auch erschütternden Erfahrung, die eine Kindsgeburt mit sich bringt. Nach einer intensiven Reifezeit von neun Monaten, welche die Frau seelisch und körperlich geprägt hat, drängt jetzt in ihr das Urprinzip des Gebärens mit seiner gesamten archaischen Kraft in den Vordergrund und kann eine fundamentale Initiation ihres Wesens bewirken. In Verbindung durch die sehr starken Wehenschmerzen und damit verbunden Kraftanstrengungen kommt es in dieser Situation sehr rasant zur einer intensiven Krise, die den Bewusstseinszustand der gebärenden Frau vorübergehend verändert und sie an ihre Grenzen führen kann. Diese „Grenzerfahrung“, die meistens mit starken Gefühlen und Wahrnehmungen von Angst, Todeseindrücken, Halluzinationen, außerkörperlichen Erfahrungen, Euphorie, Identitätsstörungen und sogar Besessenheit einhergehen kann, ist die notwendige Konsequenz, um den vorausgegangenen Zyklus der Schwangerschaft durch den Höhepunkt der Geburt zum krönenden Abschluss zu bringen. So ist der natürliche Geburtsvorgang immer eine - mehr oder weniger - dramatische und transzendente Erfahrung, die auf der einen Seite sehr viel aggressive Energie und aktive Willenskraft erfordert, und auf der anderen Seite ein Urvertrauen und die Hingabe an ein höheres Prinzip voraussetzt, bei dem das „Ego“ der gebärenden Mutter vorübergehend außer Funktion gesetzt wird. Einer Erfahrung von dieser Intensität und Kompromisslosigkeit begegnet man (freiwillig) im Laufe seines Lebens nicht sehr oft und ist deswegen für die weitere seelische Entwicklung der Mutter und auch des Kindes so wertvoll.
Auffällig viele Frauen, die mit Hilfe der PDA entbunden hatten, berichteten später immer wieder, dass sie das Gefühl haben, einen wichtigen Teil der Geburt verpasst zu haben oder das sie nicht richtig „da“ waren und sich teilweise innerlich leer fühlen, als ob ihnen etwas fehlen würde.Diese Aussagen können schon ein deutlicher Hinweis darauf sein, was im Falle einer Schnittgeburt für seelische Konsequenzen für Mutter und Kind zu erwarten wären, ganz abgesehen von den rein körperlich-medizinischen Risiken, die auch heute noch solch ein Eingriff mit sich bringen kann.
Die verlockende Möglichkeit, das Kind zu einem relativ festgelegten Termin „aus dem Bauch“ holen zu lassen steht deutlich im Gegensatz zu dem angesprochenen Hintergrund einer natürlichen und spontanen Geburt. Die meisten Schnittentbindungen finden unter Vollnarkose oder einer örtlichen Betäubung statt, bei denen das Bewusstsein der Frauen stark eingeschränkt ist. Darüber hinaus findet in dieser Situation wohl kaum eine aktive Beteiligung der Schwangeren statt. Viele Frauen wählen diese Art der Entbindung ganz bewusst, da sie sich aus Gründen der Angst oder anderen inneren Widerständen nicht mit diesem schmerzhaften und archaischen Akt der Geburt auseinandersetzen wollen. Dabei scheinen weder die werdende Mutter noch die Geburtshelfer sich darüber bewusst zu sein, was für seelische Auswirkungen eine Schnittgeburt auf das Kind haben könnte.
In den Forschungen der transpersonalen Psychologie wurden die unterschiedlichen Traumata und Verhaltensmuster, die einem Geburtserlebnis zugrunde liegen, ausführlich diskutiert und unter verschiedenen Aspekten betrachtet. Der bekannte Arzt und Psychotherapeut Dr. Dr. Stanislav Grof berichtet aus seinen zahlreichen Untersuchungen und Forschung in seinem Buch Geburt, Tod und Transzendenz über folgende Erkenntnisse und Erfahrungsberichte:
„Es hat den Anschein, als ob das Geburterlebnis die grundlegenden Anschauungen über die Existenz, das Weltbild, die Einstellungen zu anderen Menschen, das Verhältnis von Optimismus zu Pessimismus, den gesamten „Daseinsentwurf“ und sogar so spezifische Dingen wie das Selbstvertrauen, den Umgang mit Problemen und die Fähigkeit zur Verwirklichung von Plänen bestimmt. Aus der Sicht des medizinischen Modells und des „gesunden“ Menschenverstands scheint das Kind bei der Geburt lediglich eine passive Rolle zu spielen. Die Arbeit wird allein von der Mutter und den Kontraktionen ihrer Gebärmutter geleistet, und das Kind wird mehr oder weniger als lebloses Objekt entbunden ...[…] Auf jeden Fall geht aus der Aktivierung des Geburtserlebnisses im Rahmen von Selbsterfahrungstherapien deutlich hervor, dass der Geburtsvorgang innerlich als Feuerprobe, als wahrhafte Reise des Helden erlebt und interpretiert wird, die mit extremen aktiven Anstrengungen und Kämpfen verbunden ist ... Zudem scheint das Erlebnis der Enge des Geburtskanals die Grundlage für das Gefühl der eigenen Grenzen zu bilden. Die Menschen, die durch einen geplanten Kaiserschnitt auf die Welt kamen, wissen unter Umständen nicht so recht, welchen Platz sie in der Welt einnehmen und wie viel sie von anderen erwarten können.“
Diese Ausführungen mögen uns verdeutlichen, wie nachhaltig und zeitunabhängig schon am Beginn eines Menschenlebens grundlegende und meistens unbewusste Verhaltensmuster - in positiver wie auch in negativer Ausprägung -miterschaffen werden können und die Missachtung der natürlichen Prozesse während der Schwangerschaft und Geburt einen lebenslangen Einfluss auf die seelische Verfassung des Kindes haben. Als Therapeuten und Heiler sind wir herausgefordert, das gesellschaftliche Bewusstsein für dieses Thema zu erweitern und zu sensibilisieren. Denn eines ist sicher: Spätestens mit der letzten großen Initiation des Menschen dem Tod - wird jede Seele auf ihre Weise in den Genuss kommen, einem alles verschlingenden und transformierenden Urprinzip zu begegnen.
Mögen diese Seelen bei ihrer Wiedergeburt auf eine hingebungsvolle und nicht-kaiserschnittfreudige Mutter treffen.
Autor: Peter Launhardt, Heilpraktiker, Berlin,
www.heilersein.de
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"Armut und Menschenrechte": Das Recht auf Gesundheit in Deutschland
In Rahmen der Veranstaltungsreihe “Armut und Menschrechte”, die am 16.06. in Berlin stattfand, diskutierten Fachleute über das Recht auf Gesundheit, gesundheitliche Ungleichheit und über eine menschenrechtliche Gesundheitspolitik in Deutschland. Zentrale Aussage der Veranstaltung: “Die Gesundheit von Menschen ist in hohem Maße abhängig von ihrer Bildung, ihrem Einkommen und ihren Teilhabechancen. Thematisiert wurden auch Bildungschancen von Kindern. Sie hingen vor allem von der sozialen Lage ihrer Eltern ab, so Rolf Rosenbrock, Sachverständigenrat Gesundheitswesen. "Schlechte Gesundheitschancen sind somit erblich ohne die Beteiligung von Genen."
Veranstalter der Diskussionsreihe "Armut und Menschenrechte" sind das Deutsche Institut für Menschenrechte und das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).
www.institut-fuer-menschenrechte
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