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kurz & kritisch: Was Sie wissen sollten!

 

 

• Gebärmutterentfernung: Daten & Fakten

HPV-Impfung: Themenübersicht

Eierstockkrebs: Themenübersicht

Endometriose: Themenübersicht

Wechseljahre: Themenübersicht

Frauen sind am häufigsten betroffen:    Themenübersicht

Brustkrebs: Themenübersicht

Wunschkind |Wunschkaiserschnitt kritisch gesehen

Geschlechterspezifische Medizin: Themenübersicht

Das geht uns alle an! Themenübersicht

 


Foto ©Karin Rathgeber

Dreißig Jahre Frauengesundheitsbewegung

Unter dem Titel "Mein Körper. Mein Selbst." reflektiert die Historikerin Prof. Dr. Barbara Duden in ihrem Beitrag in der CLIO 70 des FFGZ, Berlin, sehr kritisch dreißig Jahre Frauengesundheitsbewegung, die als Protest am patriarchalen Medizinsystem und an der Medikalisierung des Frauenkörpers in den 1970er Jahren begann, und die zwischenzeitlich eine beunruhigende "Umstülpung" erfahren hat: Von der patriarchal bevormundeten Patientin zur selbstbestimmten und informierte Entscheidungsfinderin, die in einem Medizin- und Gesundheitssystem, das riskante und fragwürdige Prozeduren anbietet, Kosten und Nutzen abwägt und zwischen den Optionen an Tests, Kontrollen, Screenings, Beratungen etc., ihre Entscheidung trifft.

Für die Folgen wird sie sich später selbst verantwortlich fühlen müssen.

Ein Fazit dieser sehr nachdenklich stimmenden Rückschau: "Damals ging es den Frauen um ihr Fleisch in seinem Fluss und Rhythmus im Hier und Jetzt, und entzückte Neugier und Liebe zu sich waren die praxisleitende Empfindung. Um über heute zu sprechen, müssten wir mehr wissen über die somatischen Folgen der neuen abstrakten Angst, unter der Frauen leiden, dass nämlich immer schon etwas nicht in Ordnung sein könnte, obwohl der Mediziner noch nichts entdecken konnte."


Gebärmutterentfernung


 • Gebärmutterentfernung erhöht Risiko  von Herz- Kreislauferkrankungen
 • Noch immer wird zu oft operiert! Hysterektomie bei Myomen
 • Hysterektomie: Statistische Daten
 • "Vor Risiken und Nebenwirkungen bei Betreten der Praxis wird gewarnt."
    Über die unseriösen Methoden mancher Gynäkologen


Gebärmutterentfernung erhöht Risiko von Herz- Kreislauferkrankungen


D
ie Gebärmutter ist mehr als ein Reproduktionsorgan. Dennoch werden in Deutschland fast 90 Prozent der Gebärmutterentfernungen aufgrund gutartiger Erkrankungen vorgenommen, und vor allem bei Myom-Befunden oder starken Monatsblutungen wird oft vorschnell zur Organentfernung geraten. So weisen für 2008 die statistischen Daten der Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung (BQS) 125.233 durchgeführte Hysterektomien bei gutartigen Erkrankungen aus. Davon alleine 101.000 aufgrund von Myomen oder Blutungsstörungen. In 17.508 Fällen* waren starke Blutungen bei regelmäßigem Zyklus, und in 9500 Fällen* unregelmäßiger Zyklus als Grund für eine Hysterektomie angegeben (* Entlassungsdiagnose).


Welche Größenordnung hinter diesen statistischen Werten steckt, wird bei einem Blick über die Landes-
grenzen nach Großbritannien verständlich: Dort wurden im gleichen Zeitraum insgesamt nur 37.000 Hysterektomien für alle Indikationen durchgeführt. Denn dort müssen nach einer Leitlinie alle Frauen mit Myombeschwerden über sämtliche Behandlungsoptionen aufgeklärt werden. In Deutschland fehlen diese Leitlinien bislang, und so belegen die Zahlen, wie defizitär die Aufklärung und Beratung hierzulande ist, obwohl sich sowohl bei Myomen als auch Blutungsstörungen längst zahlreiche gebärmuttererhaltende Operationsmethoden (Myomabtragung, -enukleation -embolisation und MRgFUS-Methode sowie Endometriumablation bei Blutungsstörungen) bewährt haben, wie Professor Gerlinde Debus, Chefärztin an der Amper-Frauenklinik Dachau, in ihrer medizinischen Entscheidungshilfe für betroffene Frauen, ausführt.

Neben den Beschwerden durch Verwachsungen und der Harninkontinenz als häufig auftretende Folgen einer Hysterektomie, verweisen neuere umfangreiche Studien aus Schweden und den USA auch auf erhebliche gesundheitliche Langzeitrisiken.

Zwar wurde schon lange vermutet, dass die von der Gebärmutter produzierten Gewebshormone, die die Kontraktionsfähigkeit der Gebärmutter steuern und auch das seelische Empfinden beeinflussen können, sich auf Herz und Gefäße auswirken. Nun hat sich in den Studien gezeigt, dass das Risiko von Herz- Kreislauferkrankungen und Schlaganfällen bei Frauen um 40 Prozent erhöht war, wenn ihnen vor dem 50. Lebensjahr die Gebärmutter und die Eierstöcke entfernt wurden. Bei einer entfernten Gebärmutter, bei der die Eierstöcke erhalten blieben, stieg die Wahrscheinlichkeit immer noch um fast 20 Prozent (European Heart Journal 24.12.2010).

Betroffene Frauen erleben die Entfernung ihrer Gebärmutter sehr unterschiedlich. Während manche Frauen den – vorausgesetzt medizinisch notwendigen – Eingriff als für sie richtig empfinden und sehr gut damit leben, nehmen andere Frauen die Entfernung als Verlust des Zentrums ihrer Weiblichkeit, des Heil- und Ganzseins wahr. Nach den Erfahrungen von Professor Debus zeigt die Praxis, dass die Zufriedenheit der Patientinnen mit der Behandlungssituation zunimmt, je umfassender die Betroffenen Kenntnis über die individuellen Faktoren haben. (Debus, Gerlinde; Gebärmutterentfernung?!
Organerhaltende Operationsmethoden bei Erkrankungen der Gebärmutter)

Myome: Noch immer wird zu oft operiert!

 

Manche Frauen, die wegen Myome in die Beratung kommen, haben von ihrem Arzt/ihrer Ärztin eine Aussage im Sinne von "da machen wir die Gebärmutter raus, das ist keine große Sache, und dann haben Sie Ruhe", gehört, ohne dass weitere Behandlungsmöglichkeiten aufgezeigt werden. Nicht selten werden dabei von ärztlicher Seite abwertende Begriffe für die Gebärmutter verwendet. Oder die Größe eines Myoms wird nicht in Zentimetern, sondern mit Vergleichen benannt, die mehr als unpassend sind ("... groß wie eine Männerfaust"). Welche Frau möchte schon eine Männerfaust in ihrer Gebärmutter haben. Karin Schönig, FGZ München e.V.

Betroffene Frauen, die sich nicht ausreichend von ihrem Frauenarzt oder -ärztin über die Behandlungs-
optionen aufgeklärt fühlen, können sich einschlägige Informationen und seriöse Beratung bei den Frauengesundheitszentren holen.

Hysterektomie: Statistische Daten


Nach dem Ergebnisbericht der Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung (BQS) wurden in 2007 insgesamt 142.385 Gebärmutterentfernungen vorgenommen. Davon 129.430 Hysterektomien aufgrund benigner (gutartiger) Erkrankung des Uterus. 86.476 Organentfernungen entfallen auf Myom-Befunde und mehr als sechzehnhundert auf eine Dysplasie. Betroffen waren mit fast 50% Frauen im Alter zwischen 40 und 49 Jahren.

Trotz leicht rückläufiger Tendenz im Vergleich zu Vorjahren, immer noch eine erschreckend hohe Zahl von Hysterektomien, die vor allem im Hinblick auf die inzwischen vorhandenen organerhaltenden Behandlungsalternativen bei Myomen und einer Dysplasie vielfach unnötig sind. Und auch bei der Behandlung einer Endometriose plädieren Endometriose-Spezialisten und -Spezialistinnen mehr und mehr für schonende organerhaltende chirurgische Eingriffe in Kombination mit nichtoperativen Therapieformen.

 

"Vor Risiken und Nebenwirkungen bei Betreten der Praxis wird gewarnt"
Über die unseriösen Methoden mancher Gynäkologen


In unserem Gesundheitssystem wird der Gang zum Frauenarzt zunehmend zu einer Art unkalkulierbarem Risiko, bei dem Frauen sich immer häufiger die Frage stellen müssen: Wie finde ich eine/n Gynäkologen/-in, der oder die mich nicht aus rein wirtschaftlichen Interessen "krank" diagnostiziert. Gemeint ist damit die gezielte Falschdiagnose, die gestellt wird, um mehr Leistungen zu verrechnen.

Die Gynäkologie ist primär ein chirurgisches Fach. Dagegen ist prinzipiell nichts einzuwenden, wenn die operativen Therapien medizinisch notwendig sind. Aber manche Frauenarztpraxen schrecken nicht davor zurück, den Bedarf künstlich zu erzeugen, um damit die Auslastung der eigenen Belegbetten zu verbessern oder die Anzahl lukrativer ambulanter Eingriffe zu erhöhen. So werden auch schon mal ein Myom oder Karzinom-insitu diagnostisch erfunden, um die operativen Behandlungen durchführen zu können. Und das selbst bei völlig gesunden Patientinnen, wie zahlreichen Schilderungen betroffener Frauen berichten, die uns in den letzten zwei Jahren gehäuft erreichen.

Zwar ist durch den steigenden Kostendruck im Gesundheitswesen dieser Tatbestand sicher nicht nur in gynäkologische Praxen zu finden, scheint aber hier besonders ausgeprägt zu sein. Denn den Behandlern wird es all zu leicht gemacht. Und sie können auf das Schweigen der Betroffenen bauen, weil es Frauen vielfach peinlich ist, öffentlich über den "medizinischen Zustand" ihrer Vagina, Gebärmutter und Eierstöcke zu sprechen.

Die Methoden, mit denen Patientinnen dabei hinters Licht geführt werden, sind unspektakulär einfach aber sehr erfolgreich und risikoarm. Denn aufgedeckt werden diese Tatbestände der "Körperverletzung" nur, wenn sie noch nicht ausgeführt wurden. Dann, wenn die Betroffene vor einem operativen Eingriff einen zweiten seriösen Gynäkologen konsultiert. Diese versuchte Körperverletzung bleibt juristisch meist ohne Folgen, wie die nachfolgend veröffentlichten Erfahrungen beispielhaft zeigen. Und die Frauen, denen ein Karzinom entfernt wurde, das sie gar nicht hatten, sind verständlicherweise auch noch dankbar, der Bedrohung Krebs so vermeintlich glimpflich entgangen zu sein.

Und so wäre am Eingang mancher Praxis der Hinweis angebracht: Vor Risiken und Nebenwirkungen bei Betreten wird gewarnt!

Bedauerliche Einzelfälle? Ausnahme-Randerscheinung? Vielleicht! Aber in jedem Fall gefährliche Auswüchse mit steigender Tendenz, die das Vertrauen der Patientinnen verspielen. Mit fatalen Folgen - nicht nur für Patientinnen. Denn die Verunsicherung wächst und das Misstrauen wird zum Generalverdacht, bei dem die Gynäkologie mehr und mehr ihre Glaubwürdigkeit verliert.

Diametric Verlag


Auszüge:

... Nach einer Krebsvorsorgeuntersuchung eröffnete mir der niedergelassene Frauenarzt, dass ich ein Zervixkarzinom C4 habe und - sollte ich mich nicht zu einer sofortigen Operation entscheiden - bei diesem fortgeschrittenen Stadium noch maximal 2 Jahre zu leben hätte. Den Schock und die Panik, die diese Nachricht in mir ausgelöst haben, kann ich nicht beschreiben. Ich war wie paralysiert, unfähig auch nur einen klaren Gedanken zu fassen, und willigte einem Operationstermin für den übernächsten Tag bei ihm in der Belegbettenklinik ein.

Als ich meinem Mann zu Hause völlig aufgelöst von dem Befund erzählte, rief er sofort einen befreundeten Gynäkologen an, der Chefarzt einer Universitäts-Frauenklinik war. Gleich am nächsten Tag hatte ich dort einen Untersuchungstermin. Ergebnis: Karzinom insitu, also noch keine Krebserkrankung, sondern auf die Schleimhaut begrenzte, stark veränderte Zellen, die mittels einer ambulanten Konisation entfernt wurden. Meine Erleichterung war grenzenlos. Der befreundete Chefarzt hat anschließend Beschwerde gegen den niedergelassenen Kollegen bei der Ärztekammer eingereicht. Leider ist diese couragierte Haltung unter Mediziner dünn gesät. Sabine M. (Name i. d. Redaktion bekannt)

Wegen einer leichten Infektion hatte ich einen Gynäkologen "um die Ecke" aufgesucht, weil dort sofort ein Termin verfügbar war. Was kann dabei schon schief gehen. Dachte ich!

Bereits im Gespräch versuchte dieser Arzt mir partout alle möglichen Behandlungen aufzudrängen: Hormontabletten gegen Wechseljahresbeschwerden - obwohl ich keine hatte; das komplette Rundum-Programm der Krebsvorsorge - die ich gar nicht wollte. Das war kein beratendes Anbieten, sondern ein drängendes Insistieren, und es war ziemlich mühsam, sich dagegen zu verwehren ohne unhöflich zu werden. Wie ein Verkaufsgespräch beim Gebrauchtwagenhändler: Was? Über 50 und noch keine Ausschabung gehabt? (Wo gibt’s denn so was). 3 Wochen später meldete sich dieser Gynäkologe telefonisch bei mir, um mich zu einer Vorsorgeuntersuchung zu überreden. Als Privatversicherte bin ich zwar mit der Geschäftstüchtigkeit einiger Ärzte ganz gut vertraut, aber diese Hartnäckigkeit war neu. Und er war sehr geschickt dabei. Schaffte er es doch in kürzester Zeit, mir ein schlechtes Gewissen einzureden, da ich seit Jahren zu keiner Vorsorge mehr war. Also marschierte ich 2 Tage später für eine Kolposkopie und einen Pap-Abstrich erneut in diese Praxis. Kurz danach teilte mir der Gynäkologe telefonisch den Befund PAP II (keine Dysplasie) mit. Das war, wie er es nannte, die "gute Nachricht". Die schlechte sei, dass HP-Viren vorlägen und deshalb eine regelmäßige 3-monatige Kontrolluntersuchung erforderlich wäre. Ich bin sicher, er registrierte für wie völlig überzogen und unsinnig ich diese Maßnahme bei diesem Bescheid hielt.

Da ich grundsätzlich immer auf eine schriftliche Bestätigung der Untersuchungsergebnisse bestehe, und zumal er den Befund in seinem eigenen zytologischen Labor erstellt hatte, sagte er mir zu, dass die Unterlagen in 14 Tagen zur Abholung bereit lägen. Gleichzeitig erkundigte er sich, ob ich beabsichtigte, eine zweite Meinung einzuholen, was ich verneinte
wozu auch. Als ich die Unterlagen wie vereinbart abholte, bestand dieser Arzt völlig unerwartet auf ein persönliches Gespräch, in dem er mir dann überfallartig und sehr heftig eröffnete, es läge eine schwere endozervikale Dysplasie (CIN IV) vor, die umgehend operativ behandelt werden müsste, denn damit sei nicht zu spaßen. Ich bräuchte mir aber keine Sorgen zu machen, da dies ein reiner Routineeingriff sei und schlimmsten Falls die Entfernung der Gebärmutter erforderlich wäre. Da er gerade Belegbetten frei hätte, könnte er mir sofort einen Termin geben und ich sollte mich gleich entscheiden. Über diese Dreistigkeit war ich in dem Moment so perplex, dass ich vergaß, wütend zu werden, sondern nur aufstand und ging.

Zwei anschließende unabhängige Kontrolluntersuchung in einer Dysplasie-Sprechstunde ergaben: PAP II - Keine Dysplasie. Und auch eine von ihm bereits bei der ersten Untersuchung diagnostizierte Zyste am Eierstock, die er schon zum damaligen Zeitpunkt operativ entfernen wollte, was ich kategorisch abgelehnt hatte, wurde bei keiner der Kontrolluntersuchungen bestätig.

Nachdem die Ergebnisse der Kontrolluntersuchungen vorlagen, habe ich langsam erst begriffen, welche Absicht hinter dem Vorgehen dieses Gynäkologen steckte. Und die Dreistigkeit mit der er gelogen hat. Denn der von ihm angegebene CIN-Wert kann anhand eines PAP-Abstriches gar nicht diagnostiziert werden. Es fällt mir immer noch schwer zu glauben, dass ein Arzt tatsächlich so unseriös handeln kann. Allein die Vorstellung, an wie vielen Frauen dieser Arzt womöglich schon unnötig herumgeschnippelt hat und noch wird, fand ich entsetzlich. Ich habe daraufhin meine Krankenversicherung über den Vorfall informiert, die gemeinsam mit mir gegen diesen Gynäkologen vorgegangen ist. Zwar nur ein "Warnschuss", aber die Alternative wäre eine langwierige sehr aufwendige gerichtliche Auseinandersetzung mit ungewissem Ausgang gewesen ...Jutta W. (Name i. d. Redaktion bekannt)


... Mein langjähriger Frauenarzt (mit Belegbetten) diagnostizierte vor einigen Jahren ein Myom, das er operativ entfernen wollte. Da ich mich weigerte, bestellte er mich alle 6 Monate zu einer Kontrolluntersuchung. Bei einer dieser Kontrolluntersuchungen gab er an, dass das Myom gewachsen sei und - da ich nach wie vor eine Operation ablehnte - nun alle 3 Monate zur Kontrolle kommen müsste.

Ich bin darauf hin kurzfristig zu einer Gynäkologin gewechselt, die mir versicherte, dass kein Myom vorhanden ist. Auch die Untersuchung bei einem dritten Frauenarzt ergab das gleiche Resultat: Kein Myom.

Besonders schockiert hat mich der Umstand, dass ich eine langjährige Patientin dieses Gynäkologen war und zwei Kinder bei ihm entbunden habe. Mittlerweile gehe ich nur noch mit "in der Tasche geballter Faust" zum Arzt. Sieglinde J. (Name i. d. Redaktion bekannt)


" Im Rahmen des Mammografie-Screenings wurde bei meiner Mutter (72 Jahre) durch den von ihrer Krankenkasse dafür empfohlenen Frauenarzt ein Mammakarzinom festg
estellt. In einem anschließenden Gespräch, bei dem ich anwesend war, legte dieser Arzt meiner Mutter eindringlich nahe, sich von ihm operieren zu lassen. Auf meine Nachfrage, was ihn denn für diese Behandlung qualifizieren würde, da hier doch wohl ein Brustzentrum die besseren Möglichkeiten bietet, antwortete er: "Was wollen Sie? Ihre Mutter ist über 70 und Kassenpatient!" Monika S. (Name i. d. Redaktion bekannt)

Checkliste "Woran erkenne ich eine gute Arztpraxis"
Patienten-Serviceseite der Bundesärztekammer und Kassenärztlichen Bundesvereinigung

 

HPV- Impfung

 

 • Neuer Impfstoff gegen HP-Viren
 • Frauenärzte und Pädiater gegen aufklärende Broschüre  zur HPV-Impfung
    der Barmer GEK und der Techniker Krankenkasse

 • Mit Kanonen auf Spatzen schießen? Die Ungereimtheiten der HPV-Impfung"
 • HPV-Impfung: Nur eine Geld-Spritze?"

 

Laut ÄZQ erkranken in Deutschland jährlich etwa 4 600 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. Davon werden etwa zwei Drittel so früh entdeckt, dass der Krebs in der Regel gut heilbar ist.




Neuer Impfstoff gegen HP-Viren

Der bisher mit einem 3-Dosen-Impfschema zugelassene Impfstoff  gegen humane Papillomaviren (HPV) kommt in Kürze mit einem 2-Dosenimpfschema auf den deutschen Markt. Der neue Impfstoff Gardasil-9 soll auch vor den High-Risk HPV-Typen 31, 33, 45, 52 und 58 immunisieren.

Da grundsätzlich eine Impfserie mit dem gleichen HPV-Impfstoff vollendet werden sollte, werden nach Angaben des Herstellers beide Impfstoffe (quadrivalente und der neunvalente) für eine Übergangszeit parallel zur Verfügung stehen. Anwendungshinweise dazu sind in  einer Tabelle im aktuellen Epidemiologischen Bulletin Nr. 16 des Robert Koch-Instituts (RKI)  zu finden.

In diesem Zusammenhang weist die Ständige Impfkommission (STIKO) nochmals ausdrücklich darauf hin, dass auch Frauen, die geimpft sind, trotzdem an der Krebsfrüherkennung teilnehmen sollten

Quelle: Newsletter Ärzteblatt
20.05.2016 gie/aerzteblatt.de

Mit Kanonen auf Spatzen schießen?
Die Ungereimtheiten der HPV-Impfung
"


Der Bundesverband der Frauengesundheitszentren und zahlreiche (Frauen-) Gesundheitsorganisationen sind alarmiert. Vor einem Jahr wurde der Impfstoff Gardasil® zugelassen - beworben als "Impfung gegen Krebs". Diese pauschalisierte Aussage ist irreführend und entspricht so nicht der Wahrheit, denn es gibt keine Impfung gegen Krebs. Richtig ist: Die Impfung wirkt präventiv gegen die Humanen Papilloma Viren (HPV) 6, 11, 16 und 18. Von diesen sind die Virustypen 16 und 18 nach heutigem Wissen für ca. 70 Prozent aller Gebärmutterhals-krebserkrankungen mitverantwortlich. Es gibt mindestens elf weitere HPV-Typen, die ebenfalls an der Entstehung dieses Krebses beteiligt sein können. Die Impfung bietet demzufolge keinen Schutz vor Gebärmutterhalskrebs insgesamt. Zu befürchten ist, dass aufgrund dessen die Krebsfrüherkennungsuntersuchung, die weiterhin wichtig ist, weniger in Anspruch genommen wird. Auch besteht die Gefahr, dass die Benutzung von Kondomen zurückgeht, die einen großen Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen bieten.

Doch damit nicht genug. Auch die Deutung der Zahlen und die Verbindung zwischen HPV-Infektionen und Gebärmutterhalskrebs, mit denen die Impfung verkauft wird, werden nicht differenziert genug und damit nicht korrekt dargestellt. Es wird von der zweithäufigsten Krebserkrankung junger Frauen (15 bis 44 Jahre) gesprochen - was stimmt - doch verschwiegen, dass in dieser Altergruppe Krebserkrankungen insgesamt höchst selten sind und von Gebärmutterhalskrebs eher ältere Frauen betroffen sind.

Die ImpfbefürworterInnen möchten alle Mädchen ab dem 13. Lebensjahr impfen. Man könnte meinen, dass es sich bei Gebärmutterhalskrebs um eine sehr häufige Erkrankung handelt. Dem ist aber nicht so. Nur 3,16 Prozent aller Krebsneuerkrankungen und 1,8 Prozent aller Krebstodesfälle von Frauen in Deutschland gehen auf ihn zurück. Und diese wären auch ohne Impfung größtenteils vermeidbar gewesen. Zwar ist die Infektion mit HP-Viren häufig. Circa 80 Prozent der Menschen haben sie im Laufe ihres Lebens - meist ohne sie zu bemerken, denn das Immunsystem macht sie unschädlich. 10 Prozent dieser Infektionen bleiben bestehen und können Zellveränderungen hervorrufen. Nur ca.1 bis 3 Prozent davon entwickeln sich über einen Zeitraum von 12 bis 15 Jahren zu einem Gebärmutterhalskrebs. Die Zellveränderungen (Dysplasien) sind bei der so genannten Krebsvorsorge mit dem Pap-Test meist gut zu erkennen und zu behandeln. Oft heilen sie von selbst aus.

Einen möglichen Schutz vor Gebärmutterhalskrebs bietet die Impfung also nur einem kleinen Anteil betroffener junger Frauen. Belege, dass durch die Impfung die Rate an Gebärmutterhalskrebs wirklich gesenkt wird, gibt es bisher nicht. Wie auch – die zu Grunde liegenden Studien laufen erst seit fünf Jahren. Und so schnell entwickelt sich kein Krebs am Gebärmutterhals. Ob die Impfwirkung fünf Jahre oder länger anhält, weiß heute niemand. Unklar ist auch, ob andere HPV-Typen die Stelle der HPV 16 und 18 besetzen werden.

Würden sich alle Mädchen und junge Frauen zwischen 12 und 17 Jahren, wie von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen, nun impfen lassen, würde das im ersten Jahr über eine Milliarde Euro an Kosten für das deutsche Gesundheitssystem bedeuten. In jedem weiteren Jahr kämen ca. 200 Millionen dazu, wenn die jeweils zwölfjährigen Mädchen dann zur Impfung gingen. Zudem werden bereits jetzt Frauen, die älter als 17 Jahre sind, geimpft, ohne vorherigen Test darauf, ob sie bereits Kontakt mit HP-Viren hatten. Dies verursacht weitere Kosten. Der Nachweis eines Nutzens steht aus. Viele Milliarden Euro werden so investiert und fehlen an anderer Stelle. Es stellt sich die Frage, warum die Krankenkassen dies mitmachen.

Mehr Zeit und größere Sorgfalt für die Bewertung der neuen Impfung sowie Verhandlungen zur Preisreduktion (Deutschland: 465 €, USA ca. 280 €) wären dringend von Nöten gewesen. Die aggressive Propagierung einer Impfung, deren Nutzen überschätzt wird und deren Kosten immens sind, ist fragwürdig. Panikmache und Indoktrination, wie zurzeit betrieben, sind sicherlich keine guten Ratgeber. Wir fordern umfassende und unabhängige Informationen zur HPV-Impfung, eine Überprüfung der Zulassung und eine Verringerung der Kosten - im Interesse der Mädchen und Frauen.
FFGZ, Berlin e.V. Pressemitteilung

Frauenärzte und Pädiater gehen gegen aufklärende Broschüre zur HPV-Impfung der Barmer GEK und der Techniker Krankenkasse vor


Die Broschüre "Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs und HPV-Impfung - eine Entscheidungshilfe, (2011)" steht unter Beschuss des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF) und des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte. Die beiden Berufsverbände sind der Auffassung, dass durch die Informationen eine Entscheidung gegen die Impfung bei den Betroffenen forciert wird und haben deshalb beim Bundesversicherungsamt (BVA) eine aufsichtsrechtliche Prüfung beantragt.

Herausgeber der Broschüre ist das interdisziplinäre "Nationalen Netzwerk Frauen und Gesundheit", in dem zahlreiche Frauenorganisationen wie der Bundesverband der Frauengesundheitszentren e.V., der pro familia Bundesverband, der Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft e.V. (AKF) und der Deutsche Hebammenverband e.V. als Mitglieder vertreten sind. Die Broschüre, die unabhängig und ausgewogen zum Pap-Abstrich, HPV-Test und zur HPV-Impfung aufklärt, soll Frauen und Mädchen eine „informierte“ Entscheidung ermöglichen. Genau daran stört sich der Berufsverband der Frauenärzte, der verlangt, dass die kritischen Informationen durch eine positive Bewertung der Impfung ersetzt werden, obwohl viele wichtigen Fragen zur HPV-Impfung noch völlig ungeklärt sind, u.a. auch, wie sich die Impfung langfristig auswirkt.  

Wie die Interessen dabei verteilt sind, lässt sich aus dem Vorwort von Dr. med. Albring, Präsidenten des BFV, im "Frauenarzt", 55 (2014) erschließen, der bei den KollegInnen für den kompletten Impfschutz der Patientinnen mit den abschließenden Worten wirbt: "Wenn Sie von all den guten Seiten des Impfens immer noch nicht überzeugt sind, denken Sie an das wirtschaftliche Unternehmen, für das Sie die Verantwortung tragen, Ihre Praxis: Für eine Impfung bekommen Sie extrabudgetär beinahe die Hälfte des RLV (Regelleistungsvolumen) Ihrer Praxis dazu. Wenn das kein Grund ist".

Vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA), der sich zur Zeit mit der Umsetzung der geplanten Veränderungen in der Früherkennung des Gebärmutterhalskrebses beschäftigt, fordert das Nationale Netzwerk Frauen und Gesundheit deshalb, die Neuregelung auf  Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse vorzunehmen. Die finanziellen Interessen einzelner Berufs- und Lobbygruppen hätten dabei außen vor zu bleiben. (Newsletter FFGZ Berlin, Juni 2014)

Stellungnahme des AKF - Arbeitskreis Frauengesundheit e.V. zur HPV-Impfung (PDF)

HPV-Impfung: Nur eine Geld-Spritze?"

Zurzeit wird diese Impfung sehr stark in den Medien und vielen Informationsmaterialien der Krankenkassen, Apotheken und gynäkologischen Praxen angepriesen und beworben. Dabei wird häufig suggeriert, dass eine Infektion mit humanen Papillomaviren die hauptsächliche Ursache für ein Zervixkarzinom sei. Deswegen ist, so die offizielle Leseart, eine umfassende Impfung aller jungen Mädchen gegen diese "Krebs-Viren" vor dem ersten Geschlechtsverkehr unabdingbar. Zusätzlich wird auch der Eindruck erweckt, Krebs sei quasi eine Art Seuche und es gäbe jetzt endlich eine Impfung gegen Krebserkrankungen.

Es ist jedoch schon mit Hilfe weniger Fakten und Einwände leicht möglich, diese offensichtlich einseitig konstruierten Aussagen und zu relativieren und zu entkräften.


In Deutschland liegt der gegenwärtige Anteil der Frauen innerhalb der Gesamtbevölkerung bei etwa 40 Millionen. Davon erkranken laut Statistik ca. 6500 bis 7000 Frauen jährlich an einem Gebärmutterhalskrebs, was in etwa einem Anteil entspricht, der weit unterhalb der Grenze von einer Promille liegt, also deutlich weniger als 0,1%. Obwohl nun statistisch gesehen, der größte Teil dieser 40 Millionen Frauen mindestens 1 x in ihrem Leben eine Infektionen mit HPV- Erregern durchmacht, erkrankt dabei tatsächlich nur ein Bruchteil an einem Zervixkarzinom.

Selbst wenn wir hierbei eine gewisse Fehlertoleranz oder statistische und demographische Schwankungen großzügig berücksichtigen, lässt sich rechnerisch aufzeigen, dass bislang auch schon ohne Impfung über 99% der Frauen in ihrem Leben nicht an einem Zervixkarzinom erkrankt sind! Trotzdem wird die Impfung gegenwärtig mit so einem Nachdruck empfohlen, als ob eine tödliche Seuche in den Unterleibern aller Frauen wütet und Geschlechtsverkehr eine sehr gefährliche Sache sei.

Auch lässt sich der diagnostische Nachweis oder eine manifeste Infektion mit HPV-Erregern keineswegs mit der zwangsläufigen Entstehung eines Zervixkarzinom gleichsetzen. In vielen offiziellen Darstellungen und Werbeaussagen wird jedoch sehr einseitig und bequem die Entstehung eines so komplexen Krankheitsbildes auf die Existenz von relativ weit verbreiteten Viren abgewälzt und verabsolutiert.

Grundsätzlich trägt der Mensch viele unterschiedliche Erreger oder dessen Vorstufen in sich, und eine so genannte Infektion ist meist das Resultat einer Schwächung des inneren Milieus und des Immunsystems. Das Auftreten und die verstärkte Aktivität von Viren oder anderer Erreger ist also sehr häufig eine Begleiterscheinung oder die Folge einer schon bestehenden Erkrankung oder disharmonischer Reizzustände und nicht unbedingt ihre primäre Ursache.


Unter den humanen Papillomaviren (HPV) gibt es verschiedene Typen, die man aufgrund ihres viralen Potentials in drei Risikogruppen einteilt:

Low-Risk HPV-Typen: 6, 11, 42, 43, 44. Diese Gruppe erzeugt u. a. spitze Warzen und führt zu leichten und relativ ungefährlichen Zellveränderungen.

Intermediate-Risk HPV-Typen
: 31, 33, 35, 51, 52, 59, 68. Diese Virustypen können mit allen Dysplasiegraden in Verbindung stehen, erzeugen aber meist kein Zervixkarzinom.

High-Risk HPV-Typen
: 16, 18, 45, 56. Hierbei handelt es sich um die häufigsten onkogenen Typen, die meist in Verbindung mit einem lokalen Karzinom stehen können

Selbst wenn es innerhalb von viralen Erregergruppen durchaus unterschiedlich große Pathogenitätsgrade gibt, wie beispielsweise bei den so genannten High-Risk HPV-Typen 16, 18, 45 und 56, ist ein Virus doch nur ein relativ machtloser Erreger. Das Virus besitzt, im Vergleich zu Bakterien, grundsätzlich eine sehr eingeschränkte Vitalität. Es benötigt für seine Verbreitung notwendigerweise Zellen, die angreifbar und bereit sind, auf biochemischem Wege sein virales Programm zu übernehmen und immer weiter zu kopieren. Das Virus ist also darauf angewiesen, dass die Zellen seines Wirtes keine ausreichende immunologische Gegenwehr leisten können und damit seine Ausbreitung stören. Deswegen ist ein intaktes und von irritierenden Impfungen unbeeinflusstes Immunsystem noch immer die beste und wichtigste Voraussetzung, eine virale Infektion zu verhindern oder zu begrenzen.

Und auch wenn es nachweislich zu einer Infektion mit High-Risk HPV-Typen gekommen ist, so bedeutet dies nicht, automatisch an einem Unterleibskrebs zu erkranken, sondern ist nur ein Hinweis auf ein erhöhtes Risiko, dass sich Laufe von Jahren eine Wucherung im Gebärmutterhals entwickeln könnte, wobei noch viele weitere Faktoren eine Rolle dabei spielen. Darüber hinaus schützt die HPV- Impfung bislang nur vor einigen wenigen HPV-Typen.

Unabhängig vom vermeintlichen oder tatsächlichen Nutzen dieser Impfung, ist auch öffentliche Kritik an der überraschend schnellen Zulassung und Anwendung der Impfpräparate laut geworden. Unter anderem wird bemängelt, dass der notwendige Erprobungszeitraum für die Vakzine offensichtlich zu knapp bemessen ist und mögliche Nebenwirkungen und Risiken noch nicht ausreichend erfasst und dokumentiert wurden.


Tatsächlich gab es schon verschiedene Todesfälle, die im Zusammenhang mit der Impfung aufgetreten sind. Dabei handelte es sich laut Pressemitteilungen in einem Fall um den plötzlichen Tod eines 17-jährigen Mädchens aus Deutschland, welche im Sommer 2007 nur einen Tag nach der zweiten Impfdosis aus bislang ungeklärten Gründen verstarb. Im Herbst 2007 verstarb eine 19-jährige Österreicherin drei Wochen nach der HPV- Impfung. In beiden Fällen sollen die Mädchen zum Zeitpunkt der Impfung nachweislich ohne gesundheitliche Probleme gewesen sein, sind aber nach offizieller Aussage an einem plötzlichen Herztod ungeklärter Ursache gestorben.

Auch in den USA wurde bislang über mindestens 8 Todesfälle berichtet, die in Verbindung mit der Impfung gebracht wurden. Dort haben sich verschiedene medizinische und juristische Fachkreise und Interessengruppen intensiver mit dem Risikopotential der HPV- Impfung auseinandergesetzt, sowie auch einige hundert Fälle von ernsthaften und schwerwiegenden Nebenwirkungen dokumentiert, um gegenüber der amerikanischen Zulassungsbehörde (FDA) entsprechende Konsequenzen einzufordern.


Zum Zeitpunkt der Verfassung dieses Artikels wurde in Deutschland offiziell nach folgenden Empfehlungen und Richtlinien gehandelt: die HPV-Impfung soll möglichst bei jungen Mädchen noch vor dem ersten Geschlechtsverkehr erfolgen. Dabei werden in einem Zeitraum von 3 bis 6 Monaten jeweils drei einzelne Injektionen verabreicht. Der angestrebte Impfschutz bezieht sich hierbei nur auf wenige HPV-Typen und ist abhängig von jeweiligem Impfpräparat. Es wird eine Auffrischung nach ca. 5 bis 6 Jahren empfohlen, da es im Laufe der Zeit zur einer Reduzierung und Abschwächung der Impfwirkung gegenüber den jeweiligen HPV- Erregern kommt.


Die gesetzlichen Krankenkassen sind mittlerweile verpflichtet worden, im Rahmen bestimmter Vorraussetzungen die Kosten für diese Impfung zu übernehmen. Durch persönliche Anfragen bei den Informations- und Servicestellen verschiedener gesetzlicher Krankenkassen ergab sich in diesem Punkt ein uneinheitliches Bild. Die meisten Kassen erstatten die Kosten, wenn die zu impfenden Mädchen zwischen 12 – 18 Jahre alt sind. Bei mindestens einem Versicherungsträger war diese Altersrahmen sogar von 12 – 26 Jahre erweitert. Die Kosten für die gesamte Impfung bewegen sich laut Auskunft der bis dato befragten Kassen zwischen 500 – 1500 Euro. Das ist gegenwärtig wohl die teuerste "Schutzimpfung", die jeder gesetzlich Versicherte indirekt mit seinen Beiträgen mitbezahlen muss! Geldmittel in Milliarden-Höhe, die an anderer Stelle fehlen werden. Ein zusätzlicher Grund, den tatsächlichen Nutzen dieser insgesamt doch sehr fragwürdigen Impfung äußerst kritisch und mit einem gesunden Misstrauen zu betrachten.


Trotzdem wird die Impfung von vielen Ärzten mit dem Argument, sie sei ein großer Gewinn für die moderne Medizin, nachdrücklich empfohlen. Fragt sich nur für wen?

Die Verantwortung für uns und unser Leben tragen wir immer selbst. Auch die Konsequenzen, wenn wir die Entscheidung darüber anderen überlassen. So gilt es immer wieder neu zu versuchen, bei uns zu bleiben und genau zu hinterfragen, was wirklich wichtig ist und uns nicht beirren lassen.

Peter Launhardt, Heilpraktiker, Berlin

Beitrag "Zervixdysplasie" PDF zum download


Eierstockkrebs

 

Eierstockkarzinom: Mit „Simple Rules“ treffsichere Ultraschalldiagnose

Eierstockkrebs entwickelt sich meistens in Zysten. Gleichzeitig sind aber die meisten Zysten gutartig. Deshalb war die Diagnose von Ovarialkarzinomen häufig erst während einer Operation möglich. Anhand von zehn Merkmalen, sogenannten „Simple Rules“ ist nun eine zuverlässige Unterscheidung von gutartigen und bösartigen Wucherungen mit sehr hoher Treffgenauigkeit bereits im Vorfeld möglich, wie jüngste Untersuchungen im American Journal of Obstetrics and Gynecology (2016; doi: 10.1016/j.ajog.2016.01.007) ergaben.
Mithilfe der zehn Merkmale kann die „Raumforderung“ als maligne, benigne oder „nicht eindeutig“ klassifiziert werden.  Die letztere Kategorie „nicht eindeutig“ war bisher ziemlich groß, so dass etwa 25 Prozent aller Patientinnen vorsorglich zu einer Operation geraten wurde.
Das in der IOTA-Gruppe (International Ovarian Tumor Analysis) überarbeitete neueste Modell mit 5 M-Merkmalen und 5 B-Merkmalen verspricht eine diagnostische Genauigkeit von 98 Prozent und somit in den meisten Fällen eine klare Entscheidung (Pressemitteilung des Imperial College London).

Die 5 sogenannten M-Merkmale, die auf ein Karzinom hinweisen:

1. ein unregelmäßiger solider Tumor

2. ein Aszites (Ansammlung von Flüssigkeit in der freien Bauchhöhle)
3. mindestens vier papilläre  (fingerförmig verästelte) Strukturen
4. ein unregelmäßiger multilokulärer-solider (vielfächriger) Tumor mit einem Durchmesser von mindestens 100 mm, und
5. ein sehr hoher Farbanteil in der Farb-Doppler-Untersuchung.

Die 5  sogenannten B-Merkmale, die für eine gutartige Zyste stehen:

1. eine unilokuläre (einfächrige) Zyste
2. das Vorhandensein von soliden Komponenten, die nicht größer als 7 mm im größten Durchmesser sein dürfen
3. das Auftreten von Schallschatten
4. ein glatter multilokulärer (vielfächriger) Tumor mit einem größten Durchmesser von weniger als 100 mm, und
5. das Fehlen eines Blutflusses in der Doppler-Untersuchung.

Quelle: Ärzteblatt 19.01.2016/www.aerzteblatt.de/nachrichten/65457

 

Endometriose

 

 • Frauen mit Endometriose zeigen ein höheres Herzinfarktrisiko
 • Endometriose bei Teenagern – Erfahrungen aus der Selbsthilfe
 • Endo-Test

 

Junge Frauen mit Endometriose zeigen höheres Herzinfarktrisiko


Da eine Endometriose häufig mit einer chronischen entzündlichen Reaktion und einem erhöhten oxidativen Stress verbunden ist, haben nach einem Bericht des Deutsche Ärzteblatt vom 31.03.2016, Mitarbeiter vom Brigham and Women’s Hospital in Boston in den Daten der Nurses' Health Study II nach Hinweisen auf ein erhöhtes Herzinfarktrisiko gesucht.

Von insgesamt 116.430 Teilnehmerinnen der prospektiven Beobachtungsstudie waren 11.903 an einer laparoskopisch bestätigten Endometriose erkrankt. Diese Frauen litten etwas häufiger an einer Angina pectoris als Frauen ohne Endometriose (1,91-mal). Davon war bei den Frauen unter 40 Jahren das Risiko um 3,08-fach häufiger, nahm aber mit zunehmendem Alter ab und war nach dem 55. Lebensjahr, in dem die meisten Frauen die Menopause hinter sich haben, nicht mehr vorhanden. 
Die Wissenschaftler vermuten deshalb, dass prämenopausale Faktoren eine Rolle spielen könnten. Insbesondere die Entfernung von Gebärmutter und/oder der Eierstöcke stehen in Verdacht.  So könnte der Verlust der Eierstöcke, der zu einem Östrogen­mangel führt, bei jüngeren Frauen das Herz-Kreislauf-Risiko steigern, und eine entfernte Gebärmutter könnte durch die gestörte Durchblutung die Funktion der Eier­stöcke beeinträchtigen.

Beweisen kann die prospektive Beobachtungsstudie diese Zusammenhänge aber nicht. Auch andere Faktoren, wie die hormonelle Behandlung der Endometriose, könnten ebenfalls eine Rolle spielen. www.aerzteblatt.de

PDF der Studie in Circulation

Pressemitteilung der American Heart Association

Endometriose bei Teenagern – Erfahrungen aus der Selbsthilfearbeit


"Zu den Mythen, die sich nach wie vor hartnäckig im medizinischen System aufrecht halten, gehört die Aussage, Endometriose trete erst bei Frauen ab dem 30. Lebensjahr auf. Diese Behauptung führt unter anderem zu der falschen Annahme, dass Endometriose bei Teenagern nicht in Erscheinung tritt, was leider nicht der Fall, wie sich in unserer 10-jährigen Beratungsarbeit zeigt", berichtet die Endometriose-Vereinigung Deutschland e.V. Darauf verweisen die vielen Anfragen von Müttern, deren Töchter erste Symptome oder eine Endometriose-Diagnose haben. Aber auch Endometriose-Erkrankte berichten, dass sie bereits seit ihrer frühesten Jugend starke Menstruationsschmerzen hatten. Diesen Beschwerden wird bis heute kaum Krankheitswert zugebilligt und den jungen Mädchen von ihrer Umgebung suggeriert, dass diese Schmerzen normal seien.

In einigen Fällen wurden bei den Endometriose betroffenen Teenagern Eierstockzysten diagnostiziert, so dass die Betroffenen bereits früh von stark eingreifenden chirurgischen Therapien betroffen sind. Wie schwierig muss für sie zusätzlich zu den Schmerzzuständen, die Konfrontation mit einer möglichen Organentfernung (Eierstock) und damit verbundenen Fruchtbarkeitsstörungen sein?

In den USA wurden deshalb von der Endometriosis Association spezielle Informationsprogramme für Mädchen und junge Frauen aufgelegt, um ihnen durch gezielte Information diese Unsicherheiten und lange unnötige Leidenswege zu ersparen. Endometriose-Vereinigung Deutschland e.V

Mit dem Endo-Test auf der Seite der Europäischen Endometriose Liga (EEL) können Frauen erste Hinweise abklären, ob sie von einer Endometriose betroffen sein könnten. Die im Fragebogen eingegebenen Antworten werden vom Computer direkt ausgewertet und sofort eine Einschätzung abgegeben.

 

Wechseljahre

 

 • Die Wechseljahre: Gynäkologische Fachgesellschaften setzen auf Desinformation und wollen
    die Hormontherapie wieder etablieren

 • Alarmierend: Wechseljahreshormone fördern
Brustkrebs, Eierstockkrebs und Bluthochdruck

 • Hormontherapie versus Krebsrisiko
 • Womens Health Initiative: Follow-up-Studie
 • Lesetipps zum Thema

 

 

Die Wechseljahre: Gynäkologische Fachgesellschaften setzen auf Desinformation und wollen die Hormontherapie wieder etablieren

Eine Stellungnahme des FFGZ Berlin

Im Mai 2016 gab die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe eine unsägliche Pressemitteilung heraus, in der sie Frauen in den Wechseljahren als Opfer ihrer Hormone stilisiert, um sie dann mit synthetischen Hormonen zu „beglücken“, deren Ruf ganz zu Unrecht so schlecht sei. Wir, das FFGZ Berlin, wie auch u.a. der Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin und Psychotherapie- AKF®, oder das arznei-telegramm® - wenden uns gegen diese Kampagne. Sie zeichnet ein verzerrtes Bild der Wechseljahre und ignoriert zum wiederholten Mal nicht nur die nachgewiesenen gesundheitlichen Nachteile synthetischer Hormone, sondern auch die Interessen und Bedürfnisse von Frauen in dieser Lebensphase.

Newsletter Feministischen Frauengesundheitszentrum Berlin e.V., Juli 2016


 

Buchtipp

Aktualisierte Ausgabe: Wechseljahre - Praktische Begleitung für diese Lebensphase
FFGZ, Berlin (Hrsg.)

Die 112-seitige Broschüre des FFGZ e.V. ist ein gut verständlicher, pharmaunabhängiger Ratgeber mit Literatur- und Serviceteil, der Frauen und Multiplikator_innen kompakt das Wichtigste zu der Lebensphase Wechseljahre und Älterwerden unter ganzheitlichen Aspekten und der Selbsthilfe bietet – informativ und gut handhabbar, als Nachschlagewerk zu nutzen – auch für gut Informierte.
ISBN: 978-3-930766-60-4 / € 8,00


Lesetipp: Wechseljahre Ein neuer Lebensabschnitt
Sexualität und Älterwerden


Die 36seitige Broschüre, herausgegeben von Pro Familia e.V., thematisiert "biologische Zusammenhänge, mögliche auftretende Wechseljahresbeschwerden und verschiedene Behandlungsoptionen.
Ein Blick über den Zaun zeigt kulturelle Unterschiede im Umgang mit dieser Phase der körperlichen Reife und nimmt auf die in den Blick gerückten Wechseljahre beim Mann Bezug."
Bei Pro Familia als
PDF zum download

Alarmierend: Wechseljahreshormone fördern Brustkrebs, Eierstockkrebs und Bluthochdruck

19,4 Prozent der invasiven Brustkrebserkrankungen lassen sich auf die Einnahme von Hormontherapien gegen Wechseljahresbeschwerden zurückführen, wie in der von der Deutschen Krebshilfe geförderten MARIE-Studie feststellt wurde. Das bedeutet, dass in Deutschland jährlich ca. 10.000 Frauen nur aufgrund der Hormoneinnahme an Brustkrebs erkranken (Ärzteblatt 4, 28.01.11).

Eine ausgewertete Nachbeobachtung der WHI ergab darüber hinaus, dass die Einnahme einer Östrogen-Gestagen-Kombination nicht nur das Brustkrebsrisiko an sich erhöht, sondern auch das Fortschreiten der Krebserkrankung forciert und so die Todesrate bei Brustkrebs erhöht.

Auch ein von der European Prospektive Investigation Into Cancer and Nutrition untersuchter Zusammenhang zwischen der Hormontherapie bei Wechseljahresbeschwerden und Eierstockkrebs weist auf ein stark erhöhtes Risiko.
Während der aktuellen Hormoneinnahme stieg die Wahrscheinlichkeit einer Eierstockkrebserkrankung um 29 Prozent, bei eingenommenen Östrogenen sogar um 63 Prozent. Hatten Frauen fünf Jahre oder länger Hormone eingenommen, war das Eierstockkrebsrisiko immer noch um 45 Prozent höher gegenüber den Frauen, die sich nie einer Hormontherapie unterzogen hatten.

In den seit 2009 bestehenden S 3 Leitlinien wird im Umgang mit der Hormontherapie ausdrücklich empfohlen, Hormone nur bei starken Hitzewallungen so kurz und niedrig dosiert wie nötig bei gleichzeitiger "Risikokommunikation" mit der Patientin zu verordnen.

Diese Empfehlungen decken sich in keiner Weise mit der gängigen Praxis. Abgesehen davon, dass die gesundheitlichen Risiken gerne klein geredet oder ganz verschwiegen werden, belegt der Arzneiverordnungsreport, dass selbst viele Frauen über 70 Jahre und älter nach jahrzehntelanger Hormontherapie weiterhin Hormone verordnet erhalten.

Zeitschrift CLIO, Heft 72, Mai 2011

Hormontherapie versus Krebsrisiko

Die deutsche Fallstudie MARIE des Deutschen Krebs-
forschungsinstituts in Zusammenarbeit mit dem Klinikum Hamburg-Eppendorf bestätigen die Ergebnisse seriöser ausländischer Studien hinsichtlich eines erhöhten Brustkrebsrisikos bei einer Hormonbehandlung in den Wechseljahren. Dazu wurden die Daten von 10000 Frauen im Alter von 50 bis 74 Jahren verglichen, davon 3464 Frauen mit Brustkrebs. Die Gruppe, die noch während der Erhebung Hormone einnahm, wies das am stärksten erhöhte Brustkrebsrisiko auf. Die Wahrscheinlichkeit stieg mit der Dauer der Therapie. Fünf Jahre nach dem Absetzen der Hormonbehandlung fiel das Risiko auf das Niveau zurück, das auch Frauen ohne Hormonbehandlung aufwiesen.

Einen eklatanten Unterschied im Ergebnis der deutschen Untersuchung zu denen der WHI-Studie (women`s-health-intitiative) zeigt sich allerdings bei der Östrogentherapie: Auch hier stieg die Zahl der an Brustkrebs erkrankten Frauen, wo hingegen in den Erhebung der WHI kein erhöhtes Risiko ermittelt wurde. Was zu dieser völlig unterschiedlichen Bewertung geführt hat, ist noch ungeklärt.

Darüber hinaus sank der Anteil der Frauen zwischen 45 und 65 Jahren, die eine Hormontherapie während der Wechseljahre akzeptieren, von 37 % im Jahr 2000 auf 12,7 % in 2007 (Dt. Ärzteblatt, 23, 6.6.08)

Mehr Informationen zur deutschen Studie: Zeitschrift Clio 67, FFGZ, Berlin (Hrsg.) 18.11.2008

Womens Health Initiative: Follow-up-Studie

Über die Vor- und Nachteile einer Hormontherapie in und nach den Wechseljahren hat die Womens Health Initiative eine Follow-up-Studie vorgelegt. Bei den in den USA über 16.000 untersuchten Frauen zeigte sich, dass das Risiko für Brust-, Darm- und Gebärmutterkrebs auch nach Abbruch der Hormontherapie im Vergleich zur Placebogruppe erhöht war. Dagegen war ein positiver Effekt der Hormontherapie auf die Knochensubstanz nicht über das Ende der Hormoneinnahme feststellbar (JAMA, Vol 299, Nr. 9, 5.3.2008)

Eine mögliche Verbindung zum erhöhten Risiko von Eierstockkrebs wurde durch die "Million Women Study" in England überprüft, bei der die Daten von 948576 postmenopausalen Frauen ausgewertet wurden, die zwischen 1996 und 2001 an einem Mammografie-Screening teilgenommen hatten. Die Auswertung zeigte ein sich erhöhendes Risiko für Eierstockkrebs mit fortlaufender Hormontherapie (Lancet 2007; 369; 1667)

Auch so vermeintlich harmlose Kalzium- und Vitamin D-Präparate, welche oft und gerne als Mittel gegen Osteoporose verabreicht werden, sind in Verruf geraten. In einer Studie neuseeländischer Ärzte, in der die Befürworter der Mineral- und Vitaminmittel belegen wollten, wie günstig sich die Einnahme auf das Herzinfarktrisiko von Frauen auswirkt, zeigte sich das Gegenteil: Die Frauen, die Kalzium einnahmen, wiesen im Zeitraum von fünf Jahren erheblich häufiger Herzattacken und Schlaganfälle auf. Wahrscheinliche Ursache dafür ist, dass die Pillen die Ablagerungen in den Blutgefäßen verstärken können.

Der Nutzen dieser Mittel ist darüber hinaus seit langem umstritten, da Vergleichsstudien gezeigt haben, dass Kalzium zwar die Knochen verdichtet, damit aber nicht ein zwangsläufig niedrigeres Frakturrisiko verbunden ist. Hier wird mehr Wirkung suggeriert und mit der Angst vor Osteoporose gehandelt (Süddeutsche Zeitung, 19.01.2008).
Clio 66/Mai 2008
www.ffgz.de

Frauen sind am häufigsten betroffen


 •
Sklerodermie — eine Autoimmunerkrankung
 • Hashimoto-Thyreoiditis — eine Erkrankung der Schilddrüse
 • Morbus Cushing — eine endokrine Erkrankung
 Morbus Cushing-Kinder auch Monate nach erfolgreicher Operation suizidgefährdet

 Patientenleitlinie Osteoporose

 

Sklerodermie - eine Autoimmunerkrankung

Sklerodermie ist eine seltene Erkrankung des Autoimmunsystems, deren Ursachen größtenteils noch unerforscht sind. Betroffen sind zumeist Frauen im Alter von 25 bis 45 Jahren.

Bei dieser Erkrankung verdickt das Bindegewebe, so dass die Haut zunehmend unelastischer wird. Da Bindegewebe auch in allen Organen wichtige Funktionen übernimmt, kann im schlimmsten Fall das Bindegewebe von Lunge, Nieren, Herz und den Magen-Darmtrakt verhärten - mit schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen!

Ein neues Reha-Konzept für Sklerodermie-Patienten und deren Angehörige bietet die Klinik Alpenhof deshalb im Rahmen einer Mutter/Vater & Kind-Kur.

Info: Klinik Alpenhof, Präventions- und Rehabilitations-einrichtung für Mutter, Vater & Kind
www.klinik-alpenhof.de
Selbsthilfegruppe Scleroderma Liga e.V.

 

Hashimoto-Thyreoiditis - eine Erkrankung der Schilddrüse

Hashimoto-Thyreoiditis ist eine Erkrankung der Schilddrüse, die zehnmal häufiger bei Frauen als bei Männern auftritt, und mit untypischen Symptomen, wie Müdigkeit, Aggressivität, Schlafstörungen, beginnt. Dabei können Anzeichen einer Überfunktion als auch Unterfunktion der Schilddrüse auftreten. Betroffene kennen sich meist selbst nicht wieder und glauben, nur überarbeitet zu sein oder schieben die Beschwerden auf den Menstruationszyklus, eine Gelbkörperschwäche oder beginnende Wechseljahre.

Da Hashimoto gleichzeitig das hormonelle Gleichgewicht und das Immunsystem durcheinanderbringt, liegt es nahe, neben der Schilddrüsenhormontherapie auch ganzheitliche Behandlungen einzusetzen ... mehr in Netzwerk Frauengesundheit

Morbus Cushing - eine endokrine Erkrankung


MC ist eine seltene endokrine Krankheit, die unterschiedliche Ausformungen hervorbringt und an der Frauen 4 bis 5mal häufiger erkranken als Männer. Der Erkrankungsgipfel liegt zwischen dem 30. und 40 Lebensjahr. Und MC ist nicht zuletzt eine jener seltenen Erkrankungen, über die z.T. fragmentarische und auch unterschiedliche Informationen kursieren.

Hervorgerufen wird das Cushing-Syndrom durch zu viel Cortisol im Blut, das in der Nebennierenrinde produziert wird und ähnlich dem Cortison wirkt, was als Medikament bekannt ist. Ausgelöst werden kann dies durch eine Überdosierung von cortisonhaltigen Medikamenten (exogenen Ursachen des Cushing- Syndroms), oder vom Körper selbst als Folge einer gestörten Regulation von Hypothalamus und Hypophysenvorderlappen (endogenen Ursachen). Im HVL (Hypophysenvorderlappen) wird ACTH erzeugt, das wiederum die Nebennierenrinde anregt, Cortisol auszuschütten. Wenn der vom Körper benötigte Cortisolspiegel erreicht ist, setzt ein hormoneller Rückkopplungsmechanismus ein, der bewirkt, dass kein ACTH mehr produziert und ausgeschüttet wird. Damit ist die Cortisolproduktion gehemmt. Erst, wenn neues Cortisol gebraucht wird, regt der Hypothalamus die erneute Freisetzung von ACTH in der Hypophyse an.

Häufige Ursache für eine Störung dieser Regulation ist ein Tumor der Hypophyse, der selbst ACTH produziert und dadurch die Hormonregulation durcheinanderbringt. Andere seltenere Ursachen können ein Nebennierenadenom, -karzinom oder Bronchialkarzinom sein.

Zu den klinischen Symptomen zählen Vollmondgesicht, Stammfettsucht, vermehrte Körperbehaarung (Hirsutismus), erhöhter Blutdruck (Hypertonie), Muskelschwäche, Ausbleiben der Regelblutung. Unbehandelt kann das Cushing-Syndrom in relativ kurzer Zeit zum Tode führen.

Ich hatte einen Tumor in der Hypophyse. Wo dieses Organ liegt, wusste ich bis zu jener Zeit nicht so genau. Warum auch? Doch dann wurde es plötzlich wichtig. In meinem Kopf befand sich ein winziges Gewächs, von medizinischer Seite auch als Mikroadenom bezeichnet. Diese wenige Millimeter kleine, gutartige Wucherung brachte eine seltene Krankheit mit dem Namen Morbus Cushing (sprich: Morbus Kasching) hervor. Ohne von dem Tumor zu ahnen, spürte ich schon lange Zeit vor dessen Sichtung die Symptome dieser Krankheit. Sie hatte sich in mein Leben geschlichen. Langsam, leise, aber spürbar, hatte es zunächst nur gefärbt, dann vergiftet und es schließlich total beherrscht.

Es begann mit Erschöpfungszuständen und Panikattacken. Eines Nachts, ich lag im Bett und konnte nicht schlafen, begann mein Herz zu rasen.  Angst toste in mir und zwar auf eine bedrohliche Weise neu und stark. In mir war eine Schwere, die ich nicht kannte. Ich hatte schon alles Mögliche erlebt, Existenzängste, Einsamkeit, Schmerz, Verlust und Zeiten großer Traurigkeit. Dieser Zustand aber war mir neu: Eine konkrete, körperlich empfundene Panik, die plötzlich auftauchte und dann wieder weg war, die mich wach hielt und einen leicht bitteren Geschmack und Angst vor der Wiederkehr hinterließ.

Dann folgte eine massive Depression, die mit körperlichen Symptomen, zunächst starkem Durst und Augenproblemen, einherging. Die Buchstaben tanzten vor meinen Augen – mein Blick hatte sich verändert. Später stellte ich fest, dass sich meine Augen einfach nicht mehr scharf stellten. Ich litt unter Akkomodationsstörungen. Dann folgten die Schlafstörungen. Zunächst wachte ich nachts ohne ersichtlichen Grund auf und mein Puls raste.

In den nächsten Wochen und Monaten verschlimmerten sich diese Zustände. Ich maß den Puls mit dem Finger am Handgelenk, den Blick auf den Sekundenzeiger des Weckers. Er war tatsächlich zu hoch, lag bei 80, 90 im Ruhezustand. Zeitweise konnte ich nachts gar nicht mehr schlafen, manchmal schlief ich einige Stunden, aber nie schlief ich durch. Immer wieder wurde ich von unruhigen Zuständen wach, litt unter anfallartigen Panikattacken oder anderen Formen verzweifelter Zustände. Mein Gesicht war runder geworden und meine sonst hervortretenden Wangenknochen in aufgeschwemmtes Gewebe eingebettet, was meine üblicherweise klaren Züge verwischte. Mein Nacken dagegen war breiter als früher und ich fand, dass mein Gesicht dadurch unangenehm männliche Züge bekommen hatte. Ich nahm an Gewicht zu, mein Gewebe erschlaffte, und ich war ohne Kraft, obwohl ich mehr aß als früher, um mich überhaupt noch aufrecht zu halten, und während die Körper- und Gesichtsbehaarung zunahm, wurden die Kopfhaare dünner.

Genauso wenig, wie ich wusste, wo meine Hypophyse ist, genauso wenig wusste ich über Stresshormone, Cortisol und hormonelle Rückkopplungen Bescheid. Als sich die ersten Symptome bei mir zeigten, spekulierte ich mit Freunden und Freundinnen hilflos herum – und übrigens nicht nur ich, sondern auch ÄrztInnen und TherapeutInnen, die ich konsultierte. Die besondere Hilflosigkeit derjenigen, die an Erkrankungen des Hormonsystems leiden, ist mir erst im Nachhinein aufgefallen. An wen soll ich mich wenden, wenn vage, verrückt erscheinende Symptome auftauchen, die der Hausarzt nicht erklären kann? Wer geht schon auf Verdacht zum Endokrinologen (Facharzt für hormonelle Erkrankungen)? Zum Zeitpunkt der Krankheit war auch ich davon betroffen, vom Hausarzt zu hören, dass ich mich lediglich in einer »psychischen Krise« befand, und von der Psychotherapeutin, alle Symptome könnten auf einer psycho-emotionalen Ebene erklärt werden. Damit begann der lange Weg des Leidens und Suchens.

Ich habe die Cushing-Krankheit gemeinsam mit Helfern und unter vielen inneren und äußeren Kämpfen hinter mir gelassen. Jetzt lebe ich und bin gesund, aber in meiner Geschichte nimmt meine Krankheit einen ganz speziellen Platz ein. mehr

 

Morbus Cushing-Kinder auch Monate nach erfolgreicher Operation suizidgefährdet

Laut Deutsche Ärzteblatt vom 29.03.2016 sind insbesondere Kinder nach einer erfolgreichen operativen Entfernung (transsphenoidale Resektion) des ACTH-produzierenden Hypophys-Tumors selbstmordgefährdet. Denn die Krankheit ist dadurch nicht beendet, wie Constantine Startakis, Leiter der Division of Intramural Research am National Institute of Child Health and Human Development in Bethesda/Maryland, warnt.  
Der hohe Cortisol-Spiegel sorgt dafür, dass Kinder mit Morbus Cushing oftmals extrem ehrgeizig sind und zu zwanghaftem Verhalten neigen. Wenn der Cortisol-Überschuss dann fehlt, fallen viele in eine tiefe psychische Krise. Es kommt zu Depressionen und Angstzustände, die nur wenige Patient*innen ihren Ärzt*innen offenbaren, da  sie ja eigentlich für die Heilung dankbar sein müssen. Da die Verhaltensauffälligkeiten nicht sofort auftreten, wird kein Bezug zur vorangegangenen Behandlung auffällig.


Wie Startakis berichtet, entwickelten nach der Operation neun Kinder aus einer Gruppe von 149 Patienten Selbstmordgedanken und zeigten Ausbrüche von Zorn, Wut und Depressionen, eine gesteigerte Reizbarkeit und Angstzustände. Bei sieben Kindern zeigten sich die Symptome  innerhalb der ersten sieben Monate nach der Operation, bei den beiden anderen Kindern erst 48 Monate nach der erfolgreichen Beseitigung des Tumors. Ein Kind nahm sich 60 Monate nach der Behandlung das Leben.
aerzteblatt.de

Abstract der Studie
Pressemitteilung des National Institute of Child Health and Human Development

 

Patientenleitlinie Osteoporose

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehört die Osteoporose heute zu den wichtigsten chronischen Erkrankungen. Da die Menschen immer älter werden, ist anzunehmen, dass diese Erkrankung weiter an Bedeutung zunehmen wird. Frauen nach den Wechseljahren sind besonders gefährdet, an Osteoporose zu erkranken. Etwa 30 Prozent der Frauen, die nach Eintritt der Menopause einen Knochenbruch erleiden, haben eine signifikant niedrige Knochendichte.

Die Leitlinie, herausgegeben vom Dachverband Deutschsprachiger Osteoporose-Selbsthilfeverbände und Patientenorientierter Osteoporose-Organisationen e. V. (DOP) ist allgemeinverständlicher Sprache abgefasst und geht u. a. auch auf den Stellenwert von Hormontherapie in den Wechseljahren zur Vorbeugung gegen Osteoporose (Knochenentkalkung) ein.

Die verschiedenen Arzneimitteltherapien und diagnostischer Verfahren zur Erkennung einer Osteoporose werden bewertet und auf eine knochenfreundlicher Ernährung und Bewegung hingewiesen.

Patientenleitlinie:www.osdev.org/downloads/
osteoporose_patienten_leitlinie.pdf

 

Brustkrebs

 

 Fettleibigkeit erhöht das Risiko auf hormonrezeptorpositive Tumore  nach der Menopause
 • Übertherapie bei DCIS (duktale Carcinoma in situ), einer Vorstufe des Mammakarzinoms
 • Nutzen und Schaden des Mammografie-Screenings - Mangelnde Information über die Probleme mit der Mammografie
 • Mammographie hat nur geringen Anteil an gestiegener Überlebensrate bei Mammakarzinom
 • Brustkrebs-Frühstadium: Komplette Entfernung der Lymphknoten sichert  keinen entscheidenden Überlebensvorteil
 • Positive Auswirkungen von Entspannungstraining auf die Heilungschancen
 • Das Geschäft mit dem Brustkrebs: Frauengesundheitsorganisationen fordern  Stopp des Missbrauchs
 • Innovative psychosoziale Nachsorge für an Brustkrebs erkrankte Mütter
 • Aus der Trauer zurück ins Leben: Kinder trauern anders

 

Brustkrebs: Fettleibigkeit erhöht das Risiko auf hormonrezeptorpositive Tumore  nach der Menopause

Bereits eine frühere Studie der Women's Health Initiative (WHI) ab 2002 hat gezeigt, dass Östrogene das Wachstum von Mammakarzinomen begünstigen und insbesondere die Hormonersatztherapie nach der Menopause, zu der Frauen viele Jahre geraten wurde, zu einem gestiegenen Brustkrebsrisikos führt. Auch die Adipositas  gilt als ein Risikofaktor, an Brustkrebs zu erkranken. Eine jetzt erfolgte umfangreiche Auswertung der Women's Health Initiative-Beobachtungsstudie im JAMA Oncology (2015; doi: 10.1001/jamaoncol.2015.1547) kommt zu dem Ergebnis, dass sich der Anstieg bei Fettleibigkeit zwar auf rezeptor-positive Brustkrebs-Tumore (Krebszellen mit Rezeptoren für die weiblichen Hormone Östrogen und Progesteron, die so deren Wachstum fördern) beschränkt, dass das Risiko bei einer Gewichtszunahme in den Wechseljahren aber relativ rasch ansteigt, da Fettzellen das Östrogenhormon produzieren. Quelle: Aerzteblatt.de vom 14.06.2015

Ausführliche und gut verständliche Informationen zur Charakterisierung von Brustkrebszellen unter: Mamazone Frauen und Forschung gegen Brustkrebs e.V. http://www.mamazone.de/brustkrebs/diagnose-brustkrebs/charakterisierung/


Übertherapie bei DCIS (duktale Carcinoma in situ), einer Vorstufe des Mammakarzinoms


Als Folge des flächendeckenden Mammografiescreenings ist der Anteil der diagnostizierten DCIS (duktale Carcinoma in situ), einer Vorstufe des Mammakarzinoms, stark gestiegen. In den USA wird der Befund inzwischen bei 20 bis 25 Prozent aller Brustkrebsdiagnosen gestellt und in den meisten Fällen operativ behandelt. Aufgrund einer neuen Analyse des US-Krebsregisters SEER in JAMA Surgery (2015; doi: 10.1001/jamasurg.2015.0876), in deren Ergebnis die operative Behandlung nur geringe Auswirkungen auf die 10-Jahres-Überlebensrate aufweist, muss die Frage nach einer Übertherapie bei dieser Vorstufe des Mammakarzinoms neu gestellt werden.

° Abstract der Studie in JAMA Surgery
° Pressemitteilung des Brigham and Women’s Hospital

Denn wie diese Untersuchung zeigt, entwickeln sich lediglich 25 bis 50 Prozent der DCIS zu einem invasiven Karzinom. Die anderen werden bei einer Operation unnötigerweise entfernt. Allerdings ist es bisher noch nicht möglich, die „gutartigen“ von den „bösartigen“ DCIS zu unterscheiden.

Quelle: aerzteblatt.de

Nutzen und Schaden des Mammografie-Screenings


Nach einer Analyse der vorhanden umfangreichen Studiendaten hat auch das unabhängige Swiss Medical Board (SMB), ein Schweizer Expertengremium aus Medizin, Ethik, Recht und Ökonomie,  die Beendigung des Mammografie-Screenings angeraten. In ihrem 83-seitigen Bericht kommen die Experten zu ähnlichen Ergebnisse wie bereits vorangehende andere Auswertungen, die wegen des ungünstigen Nutzen-Risiko-Verhältnisses ebenfalls eine Neubewertung des Mammografie-Screenings fordern. Denn pro 1000 Frauen, die sich screenen lassen, werden max. 1 bis 2 Todesfälle weniger verzeichnet. Dem gegenüber stehen hunderte Fehlbefunde die zu unnötigen Eingriffen und Behandlungen führen.

Eine Auswertung von sieben Studien mit 600.000 Frauen im Alter von 39 bis 74 Jahren durch Cochrane
Schweiz kommt zu ähnlichem Ergebnis mit dem Fazit, dass aufgrund großer Fortschritte in der Brustkrebs-Behandlung und zunehmender Sensibilisierung der Frauen die tatsächliche Wirksamkeit des Screenings heute noch geringer ist, als in den Studien.
Jüngste Beobachtungen mit Screening zeigten demnach sogar mehr Überdiagnosen und eine sehr geringe bzw. keine Verminderung des Auftretens von fortgeschrittenem Krebs.

Nachzulesen ist die allgemein verständlich verfasste Auswertung:
"Screening für Brustkrebs mittels Mammographie"

Eine aktuelle Umfrage von Barmer GEK und Bertelsmann-Stiftung hat darüber hinaus ergeben, dass jede dritte Frau glaubt, die Mammografie könne Brustkrebs verhindern. Über möglichen Schäden wussten dagegen die wenigsten Bescheid. Aufgrund der beunruhigenden wissenschaftlichen Ergebnisse der letzten Jahre über Nutzen und Schaden des Mammografie-Screenings fordern Ingrid Mühlhauser und Gabriele Meyer vom Deutschen Netzwerk für Evidenzbasierte Medizin (DNEbM) endlich eine ernsthafte, öffentliche Diskussion. (Newsletter FFGZ Berlin, Juni 2014)

Mammografie hat nur geringen Anteil an gestiegener Überlebensrate bei Mammakarzinom

Die Zahl der tödlich verlaufenden Brustkrebser-
krankungen ist in den meisten Ländern rückläufig. Welchen Anteil die Mammografie an diesem Rückgang hat, untersuchte Philippe Autier und Mitarbeiter vom International Prevention Research Institute in Lyon (Britischen Ärzteblatt - BMJ 2011; 343: d4411). Bei dieser Untersuchung stellte er die Entwicklung der Brustkrebssterblichkeit von jeweils zwei Ländern mit vergleichbaren Gesundheitssystemen gegenüber. Jeweils eines der Länder hatte die Mammografie um zehn bis 15 Jahre früher eingeführt, als das andere. Dabei hätte sich, wie auch bei der Früherkennung anderer Krebserkrankungen, ein Vorteil für das Land zeigen müssen, dass die Mammografie früher eingeführt hat, was allerdings nicht der Fall war.

Auch dass der Rückgang der Brustkrebssterblichkeit in den meisten Länder vor Einführung des Mammografie-Screenings einsetzte und am größten in der Gruppe der 40 bis 49-Jährigen war, die nicht in allen Ländern in das Screening einbezogen wurden, spricht für einen geringen Anteil der Mammografie an dieser Entwicklung. Vielmehr sind die Behandlungschancen im Frühstadium des Mammakarzinoms durch adjuvante Chemotherapie und Strahlentherapie heute so gut, dass auch Frauen, die nicht am Screening teilnehmen, gute Überlebenschancen haben, wenn der Tumor frühzeitig entdeckt wird.
Newsletter Ärzteblatt 29.07.2011


Broschüre über Nutzen und Risiko von Mammographiescreening
, veröffentlicht durch das Nordische Cochrane Zentrum 2012, kostenfrei herunterladen:
http://nordic.cochrane.org/screening-f%C3%BCr-brustkrebs-mit-mammographie

Brustkrebs-Frühstadium: Komplette Entfernung der Lymphknoten sichert keinen entscheidenden Überlebensvorteil

Nach der randomisierten Z001-Studie der Oncology Group des American Colleges of Surgeons mit 891 an invasivem Brustkrebs erkrankten Frauen kann bei Brustkrebs im Frühstadium auch dann auf die komplette Lymphknotenentfernung in der Axel verzichtet werden, wenn der Wächter-Lymphknoten (Sentinel-Lymphknoten) positiv auf Metastasen getestet wird.

Bei der Hälfte der Frauen wurde nach Entnahme der positiven Wächter-Lymphknoten auf eine Entfernung weiterer Lymphknoten verzichtet.

In der Kontrollgruppe wurden durchschnittlich 17 axilläre Lymphknoten entfernt. Im Vergleich konnte durch die Lymphadenektomie kein entscheidender Überlebensvorteil erzielt werden. Die Fünf-Jahres-Überlebensrate betrug 92,5 gegenüber 91,8 Prozent, die des krankheitsfreien Überlebens 83,9 gegenüber 82,2 Prozent. (US-amerikanisches Ärzteblatt JAMA 2011, 305; 606-7)

Das Geschäft mit dem Brustkrebs: Frauengesundheitsorganisationen fordern Stopp des Missbrauchs


Frauenorganisationen, wie AKF, Breast Cancer Action Germany, das FFGZ Berlin, Netzwerk Frauengesundheit Berlin, Treffpunkt Krebs – Selbsthilfe für jüngere Frauen, Terre des Femmes Deutschland, und Women in Europe for a Common Future e.V., treten jetzt entschieden der fortschreitenden Kommerzialisierung und ökonomische Ausbeutung des Themas Brustkrebs entgegen. Ihre Kritik: Diagnostik und Therapie von Brustkrebs sind eng mit ökonomischen Interessen verknüpft. Eine begleitende kritische Bewertung findet kaum statt. Besonders empörend ist der aktuelle Trend, bei dem globale Konzerne und Firmen den Aufmerksamkeitsfaktor des Themas Brustkrebs zu reinen Marketingmaßnahme für Geschäfte und Profite ummünzen und sich dabei gegenseitig mit PR-Kampagnen und Spendensammlungen überbieten. Aber Einnahmen und Verwendung der Spenden sind selten transparent. Wie die Krankheit zum Geschäftsmodell umfunktioniert wird, zeigen zwei aktuelle Kampagnen:

Am 18. Oktober hat Pink Ribbon Deutschland auf dem Potsdamer Platz „die größte pinkfarbene Schleife in Deutschland“ gebunden. Dazu boten die Macher jede Menge Werbung und viel Halbwissen aus PR-Kanälen. Im gleichen Zug wurde mit dem „pink“ angestrahlten Brandenburger Tor durch den Kosmetikkonzern Estée Lauder die Aufmerksamkeit auf hochpreisige Kosmetika gelenkt. Eine verständliche Deklaration von Inhaltsstoffen oder der Verzicht auf krebserregende Chemikalien in Kosmetika stehen dagegen nicht auf der Agenda. Diese Form der Wohltätigkeit, die auf Kosten kranker Menschen die geschäftlichen Interessen bedient, sehen die Frauengesundheitsorganisationen mit großer Sorge. Sie fordern deshalb für den Umgang mit dem Thema Brustkrebs in einem 6-Punkte-Programm u.a.:

- eine öffentlich geförderte und transparente Forschung zu Ursachen der Krebsentstehung, Diagnostik und Therapie, die weit über vermarktungsrelevante Eckpunkte hinausgeht,

- die Vermeidung von Krebserkrankungen genauso wie deren Behandlung zu priorisieren, und Umweltbelastungen und Umweltgefährdungen abzubauen,

- auf Spenden von Unternehmen und Institutionen zu verzichten, die für die Erzeugung und Verbreitung von Karzinogenen verantwortlich sind,

- Evidenzbasierte Informationsangebote bereitzustellen, die höchsten professionellen und ethischen Standards entsprechen, und die die Themen Vermeidung, Screening, Diagnostik und Therapie auf sachlicher anstelle rein emotionaler Ebene behandeln.

Positive Auswirkungen von Entspannungstraining auf Heilungschancen

Die Diagnose Krebs stürzt betroffenen Patienten meist in eine emotionale Stresssituation, verbunden mit tiefer Angst, die sich durch die auftretenden Nebenwirkungen der Therapie und dem Risiko eines Rezidivs im weiteren Verlauf der Behandlung noch verstärken. Dass sich dabei Entspannungsübungen positiv auf das Immunsystem auswirken können, wurde bereits in einigen Studien aufgezeigt. Vom Comprehensive Cancer Center der Universität in Columbus/Ohio wurde nun erstmals untersucht, welche Auswirkungen eine Psychotherapie auf das Überleben von Brustkrebsbetroffenen hat. An der Studie nahmen 227 Patientinnen mit Mammakarzinom im Stadium II oder III teil, deren Tumor entfernt worden war. Eingesetzt wurde bei der psychotherapeutische Begleitung u.a. Entspannungstraining (progressive muscle relaxation), sportliche Betätigung und therapeutische Unterstützung im sozialen und familiären Umfeld. Das Ergebnis zeigte, dass sich sowohl die Rezidivrate als auch das Sterberisiko am Brustkrebs senkte. Selbst die Gesamtsterblichkeit war nur halb so hoch wie in der Vergleichsgruppe, und Rezidive traten durchschnittlich sechs Monate später auf.
Zwar ist noch ungeklärt, welche Faktoren genau für die günstige Wirkung verantwortlich sind, schaden aber können Entspannungstrainings jedenfalls nicht. Und unabhängig welche Entspannungstechnik gewählt wird, bietet das Training Betroffenen die Möglichkeit, aktiv am Heilungsgeschehen teilzunehmen.
(Quelle: Deutsches Ärzteblatt v. 17.11.2008)



Abstract der Studie

Aus der Trauer zurück ins Leben: Kinder trauern anders


Angst, Wut, Hoffnungslosigkeit - kein Wort der Welt kann den Schmerz richtig beschreiben, wenn der Tod den Partner, die Mutter, den Vater, den Bruder oder die Schwester raubt. Eine Welt bricht dann zusammen: Zu groß ist die Lücke, die der Tod in die Familie reißt. Diese Lücke wird immer klaffen, aber gelebte und erlebte Trauer hilft, sie zuzulassen und mit liebevollen Erinnerungen an den verlorenen Menschen zu füllen. Die Trauer sollte zugelassen werden, um sich der Zukunft wieder öffnen zu können.

Trauer hat dabei viele Gesichter und jedes Familienmitglied erlebt seine Trauer anders. Erwachsene müssen mit dem Verlust, den eigenen Ängsten und ihrer Hoffnungslosigkeit umgehen lernen - eine große Herausforderung. Darüber hinaus müssen sie jederzeit für die Kinder erreichbar sein. Denn Kinder trauern anders und benötigen ein besonderes Verständnis für die oft sehr irritierenden Gefühle.

Oftmals lähmen Sprachlosigkeit und ein nicht enden wollender Schmerz die Familie, ebenso zeigt sich der Wunsch nach Normalität, denn der Alltag muss weiterhin bewältigt werden.

Das "Funktionieren" ist in der ersten Phase ein wichtiger Selbstschutz, doch später ist es wichtig, Kindern von Beginn an ehrlich und offen im Umgang mit Tod und Trauer zu begegnen, bevor der Kummer die Familie erdrückt.

Professionelle Hilfe für betroffene Familien bietet die Schwerpunktkur "Trauerbewältigung" im Rahmen einer Mutter/Vater & Kind-Kur. Trauernde Familien werden von ausgebildeten und erfahrenen Psychologinnen begleitet und als trauernde Gemeinschaft in den Mittelpunkt gerückt. Sie können anderen Trauernden nahe sein und spüren, dass gemeinsam trauern tröstlich sein kann. Eltern und ihre Kinder können in einer geschützten Atmosphäre von Verständnis und Wärme ihre Trauer spüren und Wege zueinander finden. Es werden hilfreiche Rituale erarbeitet und die therapeutischen Angebote zeigen Wege auf, das Leben neu zu gestalten und sich als gestärkte Familie erleben zu können.

Kostenloses Info-Telefon 0800-2255100, Infos im Internet: www.mutter-kind-hilfswerk.de



Buchtipp
zum Thema:

Mein wunderschöner Schutzengel - Als Nellys Mama Krebs bekam. Eine Erzählung für Eltern und Kinder von Dr. Kerstin Hermelink, Frauenklinik Großhadern

Diagnose Brustkrebs: Der Angst keine Chance geben Erfolgreiches Reha-Projekt "gemeinsam gesund werden"


Jedes Jahr werden in Deutschland rund 75.000 Frauen mit der Diagnose Brustkrebs konfrontiert. Davon haben rund 30 Prozent der Frauen Kinder, die unter 16 sind.

Das Familienleben wird überschattet von der ständigen Angst vor dem Krebs, und damit vor dem Sterben. Gemeinsam aber können Familien diese schwere Lebensphase bewältigen - im Rahmen der onkologischen Rehabilitationsmaßnahme „gemeinsam gesund werden“ des Mutter-Kind-Hilfswerk e.V.

 

Sprechstunde für Kinder krebskranker Eltern

Viele Eltern möchten ihren Kindern eine Krebserkrankung in der Familie am liebsten verschweigen. Kinder spüren es aber sehr genau, wenn die Eltern Sorgen haben, über die sie nicht reden wollen. Etwas Bedrohliches, das im Dunkeln bleibt, über das man nichts erfährt und mit dem man allein bleibt, ist schwerer zu ertragen als fast jede Realität. Dazu kommt die Kränkung, von einem für die Familie so wichtigen Thema ausgeschlossen zu sein und vielleicht sogar belogen zu werden.

Jede Familie muss ihren eigenen Weg finden, mit einer Krebserkrankung umzugehen. Wir wissen aber, dass es Kindern besser geht, wenn sie in verständlicher, kindgerechter Form über die Erkrankung informiert werden. Es ist nicht nötig, ihnen jedes Detail zu erklären, aber sie sollten Fragen stellen können und aufrichtige, klare Antworten bekommen. Hilfreich ist es, wenn Gefühle gezeigt werden dürfen, sowohl von den Eltern als auch von den Kindern. Gleichzeitig ist es für die Kinder entlastend, wenn sie ihre Eltern als kompetent im Umgang mit der Krankheit empfinden. Das heißt aber nicht, dass sie immer stark sein müssen. So ist es ein Zeichen von Kompetenz, sich bei übergroßen Problemen Hilfe zu holen. Prof. Hermann Faller

Seit Anfang 2008 bietet der Bereich Psycho-Onkologie der Universitätsklinik München-Großhadern eine individuelle psychologische Betreuung von Kindern, deren Eltern an Krebs erkrankt sind. In einem Elterngespräch können sich Betroffene informieren, wie sie ihr Kind über die Erkrankung aufklären können. Bei Bedarf unterstützt eine ausgebildete Kinder- und Jugendtherapeutin Eltern und Kinder im Rahmen einer Kurzzeittherapie und vermittelt wenn notwendig Familien an niedergelassene Therapeuten. Die "Kindersprechstunde" steht allen betroffenen Münchner Eltern offen. Klinikum Großhadern

BRK-Kindergruppe krebskranker Eltern
Nicolaidis-Stiftung
Hospiz macht Schule

Wunschkind | Wunschkaiserschnitt

 

 • Alarmierender Anstieg der Kaiserschnittrate in Deutschland
 • Vermehrte Fehlbildung
 •
Wunschkaiserschnitt: Das Beste für Mutter und Kind?
 • Wunschkaiserschnitt
versus natürliche Geburt

 

Alarmierender Anstieg der Kaiserschnittrate in Deutschland


2010 sind in Deutschland 31,9 Prozent der Kinder durch einen Kaiserschnitt zur Welt gekommen. Regionale Schwankungen liegen zwischen 15  und 36,6 Prozent und sind medizinisch nicht erklärbar. 1991 lag die Rate noch unter 15 Prozent. Diese Entwicklung ist weltweit zu beobachten. An der Spitze steht aktuell China mit 46 Prozent.

Der Kaiserschnitt ist eine lebensrettende Option aus mütterlicher oder kindlicher Indikation, und moderne Operations-, Anästhesie- und Therapieverfahren haben dazu geführt, dass Frauen auch bei Komplikationen sicher entbunden werden können. Was in Notfallsituationen sinnvoll ist, darf jedoch nicht zur Regel werden, sonst verkehren sich die Vorteile in Nachteile und ein rettender Eingriff wird zur riskanten Operation mit weitreichenden Folgen. Denn die hohe Zunahme der Kaiserschnitte ist nicht medizinisch begründet, sonder  strukturell, organisatorisch und ökonomisch.

Der Arbeitskreis Frauengesundheit (AKF) zeigt auf, welche Risiken für Mutter und Kind mit einer Wunschsectio verbunden sind und fordert strukturelle Veränderungen, um den Frauen und Familien in dieser einzigartigen Lebensphase das Erlebnis einer natürlichen Geburt zu ermöglichen.

Aufruf zur Unterstützung http://www.netzwerk-frauengesundheit.com/kampagne-zur-senkung-der-kaiserschnittrate-in-deutschland%e2%80%93-aufruf-zur-unterstutzung/

 

Vermehrte Fehlbildung


Nach einer dpa-Meldung wurde in einer Fallkontroll-
studie des Centers of Disease Control and Prevention in Human Reproduction, Atlanta, nachgewiesen, dass Kinder aus künstlicher Befruchtung doppelt so häufig mit Fehlbildungen zur Welt kommen.


In einem ausführlichen Kommentar weist das Deutsche Ärzteblatt darauf hin, dass die vorliegenden Daten der noch laufenden Studie, in der die genetischen und umweltbedingten Ursachen von Fehlbildungen untersucht werden, zwar ein erhöhtes Risiko bei künstlicher Befruchtung aufzeigen, aber bisher keine Kausalität zu den Techniken der Reproduktionsmedizin belegt werden.

Experten vertreten die Ansicht, dass die Fehlbildungen Teil der Störung sein können, die auch zur Infertilität führt. Mehr Klarheit sollen zukünftige Analysen bringen. (Newsletter, Deutsches Ärzteblatt 18.11.2008)

PDF der Studie

Wunschkaiserschnitt: Das Beste für Mutter und Kind?


In dem lesenswerten Beitrag hinterfragt Professor Ingrid Gerhard  kritisch die unterschiedlichen medizinischen, gesellschaftlichen und ökonomischen Bedingungen, die zu dem enormen Anstieg des Kaiserschnitts geführt haben, und beantwortet wichtige Fragen rund um dieses Thema für werdende Mütter und Väter. http://www.symptome.ch/blog/wunschkaiserschnitt-das-beste-fuer-mutter-und-kind/

Kaiserschnitt auf Bestellung – Der Tod der natürlichen Geburt?

Der Kaiserschnitt war (und ist) bislang ein operativer und drastischer Eingriff in die abdominale Körperhöhle der Frau gewesen, den die Ärzte nur im Notfall oder bei absehbaren Komplikationen ausführten, um das Leben der Mutter und/oder des ungeborenen Kindes zu schützen. In den letzten Jahren verstärkte sich ein Trend, bei dem immer mehr schwangere Frauen mit Hilfe des so genannten Kaiserschnitts (Sectio caesarean) ihre Kinder zur Welt bringen lassen, ohne dass eine medizinische Notwendigkeit vorliegt.

Die Statistiken und Schätzungen der letzten fünf Jahre sprechen von einem Anteil des Kaiserschnitts bei Entbindungen von 15 bis 20% in Deutschland. Dies besagt, dass – bei steigender Tendenz etwa jede 5. Schwangere hierzulande nicht durch eine spontane und natürliche Geburt entbindet. Im internationalen Vergleich schwanken diese Zahlen erheblich, hauptsächlich begründet durch die unterschiedlichen medizinischen, ökonomischen, gesellschaftlichen und kulturellen Vorraussetzungen der verschiedenen Länder. So liegt die Rate in den USA bei ca. 25%, in der VR China bei ca. 40%, in Brasilien im Landesdurchschnitt bei 30% und in den brasilianischen Großstädten sogar bis zu über 70%.

Grundsätzlich sind die weit entwickelte Medizintechnik und die Verbesserung und Verfeinerung der Operationsmethoden für viele Frauen und ihre ungeborenen Kindern ein Segen und oftmals auch lebensrettend sein kann. Auch die damit verbundene Entscheidungsfreiheit, den Ablauf ihrer Schwangerschaft mitbestimmen zu können, ist insgesamt als ein Fortschritt zu betrachten. Schwangerschaft und Geburt sind aber trotz ihrer deutlichen und scheinbar dramatischen körperlichen und seelischen Veränderungen keine Krankheiten, sondern ein besonderer, kostbarer und zeitlich begrenzter Ausnahmezustand, der spezielle Aufmerksamkeit und eine angemessene innere Haltung erfordert. Geburt und Tod sind im Leben eines Menschen von allen Urprinzipien und archaischen Qualitäten, mit denen er in Berührung kommen kann, die intensivsten und konsequentesten Erlebnisse. Sie markieren zwei gegensätzliche und gleichzeitig auch sehr verwandte Ereignisse, die den zyklischen Wandel allen Lebens und allen Seins repräsentieren und voraussetzen. Geburt und Tod sind darüber hinaus auch die elementarsten Initiationen, denen der Mensch auf der Reise seines Lebens begegnen kann.

Unsere moderne Gesellschaft und der gegenwärtige Zeitgeist neigen dazu, das Leben und lebendige Prozesse als etwas statisches, mechanistisches und dadurch kontrollierbares zu betrachten und es werden viele Anstrengungen unternommen, um das Leben und die lebendige Natur entsprechend den egoistischen Vorstellungen der Menschen anzupassen und zu unterwerfen. Insofern sind alle Zyklen und alle zyklischen Prozesse, die in ihrer Ursprünglichkeit das Grundmuster des Lebendigen bilden, dem modernen und rational-intellektuell denkenden Menschen, unheimlich und bedrohlich geworden.

Die elementaren Kräfte, Urprinzipien und zyklischen Muster existieren in jedem Menschen völlig unabhängig und autonom weiter und lassen sich auch auf Dauer nicht von Verstandeskraft, Logik und einem rein intellektuellen Weltbild beeinflussen oder wegrationalisieren. Es ist nur möglich, mit ihnen und durch sie zu leben und zu existieren; auf Dauer kann man nicht gegen sie oder ohne sie leben. Die unterschiedlichen Abschnitte und Qualitäten innerhalb dieser Zyklen werden naturgemäß von verschiedenen Übergangsereignissen eingeleitet und beendet.

Diese Ereignisse können als Initiationen bezeichnet werden und sollten im Leben eines Menschen einen angemessenen Platz einnehmen. Werden die verschiedenen Übergänge und die damit verbundenen Initiationen nicht ausreichend berücksichtigt, bewusst erfahren und "erlebt", besteht die Gefahr, dass der Mensch die vielen kleinen und großen Zyklen seines Lebens nicht vollständig abschließen und in seinem inneren Wesen integrieren kann. Dadurch fehlt dem Menschen etwas Grundsätzliches und er ist - in diesem Sinne betrachtet - aus dem Rhythmus des Lebens geraten.

Bringt eine Frau – ohne den Einsatz von Betäubungs- und Schmerzmitteln – aus eigener Kraft und Motivation ihr Kind zur Welt, begegnet sie ihrerseits dadurch der tiefen und manchmal auch erschütternden Erfahrung, die eine Kindsgeburt mit sich bringt. Nach einer intensiven Reifezeit von neun Monaten, welche die Frau seelisch und körperlich geprägt hat, drängt jetzt in ihr das Urprinzip des Gebärens mit seiner gesamten archaischen Kraft in den Vordergrund und kann eine fundamentale Initiation ihres Wesens bewirken. In Verbindung durch die sehr starken Wehenschmerzen und damit verbunden Kraftanstrengungen kommt es in dieser Situation sehr rasant zur einer intensiven Krise, die den Bewusstseinszustand der gebärenden Frau vorübergehend verändert und sie an ihre Grenzen führen kann. Diese "Grenzerfahrung", die meistens mit starken Gefühlen und Wahrnehmungen von Angst, Todeseindrücken, Halluzinationen, außerkörperlichen Erfahrungen, Euphorie, Identitätsstörungen und sogar Besessenheit einhergehen kann, ist die notwendige Konsequenz, um den vorausgegangenen Zyklus der Schwangerschaft durch den Höhepunkt der Geburt zum krönenden Abschluss zu bringen. So ist der natürliche Geburtsvorgang immer eine – mehr oder weniger –dramatische und transzendente Erfahrung, die auf der einen Seite sehr viel aggressive Energie und aktive Willenskraft erfordert, und auf der anderen Seite ein Urvertrauen und die Hingabe an ein höheres Prinzip voraussetzt, bei dem das Ego der gebärenden Mutter vorübergehend außer Funktion gesetzt wird. Einer Erfahrung von dieser Intensität und Kompromisslosigkeit begegnet man (freiwillig) im Laufe seines Lebens nicht sehr oft und ist deswegen für die weitere seelische Entwicklung der Mutter und auch des Kindes so wertvoll.

Auffällig viele Frauen, die mit Hilfe der PDA entbunden hatten, berichteten später immer wieder, dass sie das Gefühl haben, einen wichtigen Teil der Geburt verpasst zu haben oder das sie nicht richtig "da" waren und sich teilweise innerlich leer fühlen, als ob ihnen etwas fehlen würde. Diese Aussagen können schon ein deutlicher Hinweis darauf sein, was im Falle einer Schnittgeburt für seelische Konsequenzen für Mutter und Kind zu erwarten wären, ganz abgesehen von den rein körperlich-medizinischen Risiken, die auch heute noch solch ein Eingriff mit sich bringen kann.

Die verlockende Möglichkeit, das Kind zu einem relativ festgelegten Termin "aus dem Bauch" holen zu lassen steht deutlich im Gegensatz zu dem angesprochenen Hintergrund einer natürlichen und spontanen Geburt. Die meisten Schnittentbindungen finden unter Vollnarkose oder einer örtlichen Betäubung statt, bei denen das Bewusstsein der Frauen stark eingeschränkt ist. Darüber hinaus findet in dieser Situation wohl kaum eine aktive Beteiligung der Schwangeren statt. Viele Frauen wählen diese Art der Entbindung ganz bewusst, da sie sich aus Gründen der Angst oder anderen inneren Widerständen nicht mit diesem schmerzhaften und archaischen Akt der Geburt auseinandersetzen wollen. Dabei scheinen weder die werdende Mutter noch die Geburtshelfer sich darüber bewusst zu sein, was für seelische Auswirkungen eine Schnittgeburt auf das Kind haben könnte.

In den Forschungen der transpersonalen Psychologie wurden die unterschiedlichen Traumata und Verhaltensmuster, die einem Geburtserlebnis zugrunde liegen, ausführlich diskutiert und unter verschiedenen Aspekten betrachtet. Der bekannte Arzt und Psychotherapeut Dr. Dr. Stanislav Grof berichtet aus seinen zahlreichen Untersuchungen und Forschung in seinem Buch "Geburt, Tod und Transzendenz" über folgende Erkenntnisse und Erfahrungsberichte:

    "Es hat den Anschein, als ob das Geburterlebnis die grundlegenden Anschauungen über die Existenz, das Weltbild, die Einstellungen zu anderen Menschen, das Verhältnis von Optimismus zu Pessimismus, den gesamten Daseinsentwurf und sogar so spezifische Dingen wie das Selbstvertrauen, den Umgang mit Problemen und die Fähigkeit zur Verwirklichung von Plänen bestimmt. ... Zudem scheint das Erlebnis der Enge des Geburtskanals die Grundlage für das Gefühl der eigenen Grenzen zu bilden. Die Menschen, die durch einen geplanten Kaiserschnitt auf die Welt kamen, wissen unter Umständen nicht so recht, welchen Platz sie in der Welt einnehmen und wie viel sie von anderen erwarten können."

Diese Ausführungen mögen uns verdeutlichen, wie nachhaltig und zeitunabhängig schon am Beginn eines Menschenlebens grundlegende und meistens unbewusste Verhaltensmuster — in positiver wie auch in negativer Ausprägung — miterschaffen werden können und die Missachtung der natürlichen Prozesse während der Schwangerschaft und Geburt einen lebenslangen Einfluss auf die seelische Verfassung des Kindes haben. Als Therapeuten und Heiler sind wir herausgefordert, das gesellschaftliche Bewusstsein für dieses Thema zu erweitern und zu sensibilisieren. Denn eines ist sicher: Spätestens mit der letzten großen Initiation des Menschen – dem Tod - wird jede Seele auf ihre Weise in den Genuss kommen, einem alles verschlingenden und transformierenden Urprinzip zu begegnen.

Mögen diese Seelen bei ihrer Wiedergeburt auf eine hingebungsvolle und nicht-kaiserschnittfreudige Mutter treffen.

Peter Launhardt, Heilpraktiker, Berlin


Geschlechterspezifische Medizin

 

 • Blutfettwerte mit Geschlechterunterschieden
 • Gender-Effekt bei Hornhauttransplantationen
 • Genderaspekte spielen auch bei Krebserkrankungen eine wichtige Rolle
 • Informationspflicht zu Unterschieden der Arzneimitteltherapie bei Frauen und Männern

 
Männer pflegen anders Gendermedizin in der Pflege
 • Frauen verarbeiten Nikotin schneller als Männer
 • Geschlechterspezifisches Rheuma
 • Frauen-Herzen altern anders
 • Herzinfarkt bei Frauen: Häufig fehlgedeutete weibliche Symptome
 • Frauen mit hohem "Job-Stress" haben ein erhöhtes Herzerkrankungsrisiko
 • Mütter-Kind-Kurkonzept ausschließlich für Mütter und ihre Kinder
 Lesetipp: Meilensteine für die Gleichstellung der Geschlechter in 2015

 

Blutfettwerte mit Geschlechterunterschieden


Einer ersten Studie der TU Dresden zufolge – veröffentlicht in nature Scientific Reports (doi:10.1038/srep27710) - weisen die Blutfettwerte von Frauen und Männern erhebliche Unterschiede auf.

Ziel der Studie ist es, durch frühzeitiges Erkennen von veränderten Bluttfettmustern Schäden an Organen und Gefäßen vorzubeugen. Untersucht wurden dazu 35 gesunde Frauen und 36 gesunde Männer unter 33  Jahren.

Das erste unerwartete Ergebnis war, dass sich 112 der 281 gemessenen Blutfettmoleküle deutlich zwischen den Geschlechtern unterschieden. Dabei hat sich auch gezeigt, dass die bisher stoffwechselmäßig als harmlos geltenden Anti-Baby-Pillen doch Auswirkungen auf den Fettstoffwechsel haben. Bei den Frauen, die orale Kontrazeptiva einnahmen, waren die Blutfettmuster auffällig verändert und deuteten auf eine Reizung der Leberzellen und eine allgemein erhöhten Entzündlichkeit hin.
Bei den untersuchten Männern wiesen ca. 20 Prozent ein Blutfettmuster auf, wie es sich auch in ausgeprägter Form beim metabolischen Syndrom (gestörter Stoffwechsel) findet, obwohl diese Männer zu diesem Zeitpunkt einen normalen Body-Mass-Index und normale Blutfettwerte hatten. Bei den Frauen war diese Konstellation deutlich seltener erkennbar. Damit könnte Stoffwechselstörungen bereits vor den ersten Erkrankungsanzeichen entgegengewirkt werden.
Für weitere Studien zu den Blutfettmusters bedeutet das: separate Analysen für Frauen und Männer!

aerzteblatt 14.07.2016

Gender-Effekt bei Hornhauttransplantationen


Bei Hornhauttransplantationen sind Abstoßungsreaktionen selten. Die meisten verlaufen erfolgreich. Ein Gender-Effekt scheint die Erfolgschancen aber noch zu begünstigen.

Bei einer Studie der Universität Liverpool (American Journal of Transplantation  - 2016; doi: 10.1111/ajt.13926) zeigte sich: Hatten Spender und Empfänger das gleiche Geschlecht versagten nur 180 von 1.000 Transplantationen nach einem Zeitraum von fünf Jahren.
Hatten dagegen weibliche Patienten eine „männliche“ Hornhaut transplantiert erhalten, lag die Fehlerquote bei 220 von 1.000 Transplantationen.
Insbesondere bei der Fuchs'schen Endotheldystrophie traten in dieser Konstellation häufiger Komplikationen auf.

Völlig "Gender-Effektlos" zeigte sich die Transplantationen, bei denen männlichen Empfängern eine „weibliche“ Hornhaut verpflanzt wurde. aerzteblatt 15.07.2016

Lesetipp: Englischsprachiger digitaler Jahresrückblick 2015

Englischsprachiger digitaler Jahresrückblick 2015 von UN Women, in dem Meilensteine für die Gleichstellung der Geschlechter, wie den Beschluss zur Quote in Deutschland oder das Verbot der weiblichen Genitalverstümmelung in Nigeria, dargestellt sind: www.unwomen.org/en/digital-library/multimedia/2015/12/timeline-year-in-review

Genderaspekte spielen auch bei Krebserkrankungen eine wichtige Rolle


Biologische und soziokulturelle Faktoren wirken sich bei vielen Krankheiten geschlechterabhängig auf die Diagnostik und die Therapie aus. Diese Genderaspekte spielen auch bei Krebserkrankungen eine wichtige Rolle. So erkranken Männer häufiger an Krebs und sterben früher daran als Frauen. Biologischen Faktoren, wie der Hormonstatus, sind dabei ausschlaggebender als kulturelle, weiß Wolf-Dieter Ludwig, Vorsitzender der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft beim Bundeskongress Gendermedizin am 12. Mai 2016 in Berlin.  

So weisen bei den untersuchten Spätfolgen von Arzneien bei Krebserkrankungen im Kindesalter (Studie aus dem Journal of clinical oncology), die betroffenen Organe deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen auf. Forscher vermuten die Ursachen darin begründet, dass bisher nicht genauer untersucht wurde, wie Dosis und Konzentration der Arneistoffe die Verarbeitung im Körper beeinflussen (Pharmakokinetik und –dynamik).  
Trotzdem werden in der Praxis den Genderaspekten kaum Bedeutung beigemessen. Einzige positive Ausnahmen sind die Leitlinien zu Herzkrankheiten und zur Depression.


• Petra Thürmann über Gendermedizin
Warum Herzinfarkte bei Frauen anders verlaufen
Krebsüberleben in Europa: Große Unterschiede
„Gendermedizin gilt zum Teil noch als Frauenmedizin“

arzteblatt 7.05.2016

Informationspflicht zu Unterschieden der Arzneimitteltherapie bei Frauen und Männern

 

In einer Stellungnahme für das Bundesgesundheits-ministerium fordert der Deutsche Ärztinnenbund: "Ärztinnen und Ärzte, Patientinnen und Patienten müssen zum Beispiel in der Packungsbeilage und in den Fachinformationen darüber informiert werden, ob und mit welchem Ergebnis eine nach Geschlecht differenzierende Untersuchung stattgefunden hat oder nicht".

Dass Frauen und Männer unterschiedlich auf Arzneimittel reagieren können, ist eine gesicherte Erkenntnis. Die Forschung orientiert sich aber bislang überwiegend an Männern und überträgt diese Ergebnisse dann einfach auf Frauen. So halten zum Beispiel die Wirkungen von bestimmten Arzneimitteln bei Frauen länger an, oder die Dosierung kann - wie bei bestimmten Schmerzmitteln - niedriger oder höher sein, so dass Frauen häufiger von unerwünschten Arzneimittelwirkungen betroffen sind als Männer.

In seiner Pressemitteilung vom 21.01.2009 weist deshalb auch der Deutsche Ärztinnenbund erneut darauf hin, dass Unterschiede in der Aufnahme und Verstoffwechselung zu unterschiedlichen Wirkungen und Nebenwirkungen von Arzneimitteln bei Frauen und Männern führen können und hat sich bei der 12. AMG-Novelle (Gesetz zur Änderung des Arzneimittelgesetzes und anderer Vorschriften) dafür eingesetzt, dass bei klinischen Arzneimittelprüfungen nun Frauen angemessen zu berücksichtigen sind.

Die Präsidentin des Deutschen Ärztinnenbundes, Dr. Astrid Bühren, plädiert entsprechend ihrer langjährigen Forderung nach geschlechtsdifferenzierter pharmakologischer Forschung und Therapie, die Informationspflicht für die Gesetzesnovelle zu erweitern: "Arzneimittel dürfen nur zugelassen werden, wenn Arzneimittelhersteller verpflichtet werden, bei den beschriebenen Wirkungen, Dosierungen, Anwendungsgebieten, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen eines Arzneimittels entweder darüber zu informieren, dass Unterschiede zwischen Frauen und Männern nicht festgestellt wurden oder angeben, dass nicht bekannt ist, ob Unterschiede bestehen oder aber die jeweils bekannten Unterschiede klar benennen".
Deutscher Ärztinnenbund e.V.

Frauen verarbeiten Nikotin schneller als Männer

Frauen scheinen Nikotin wesentlich schneller zu verstoffwechseln als Männer, was neben dem vermuteten Einfluss weiblicher Hormone zu einer höheren Überlebenschance  bei Lungenkrebs führt, die im Vergleich zu der von Männern immerhin zwei Monate beträgt.  www.lungenaerzte-im-netz.de

 

Geschlechterspezifisches Rheuma

Patientinnen mit Rheumatoider Arthritis leiden häufiger unter Depressionen und Schilddrüsenunterfunktion, wohingegen Männer mit RA häufiger eine Herz-Gefäß-Erkrankung oder Diabetes aufweisen, wie Forscher des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums Berlin festgestellt haben. Der Berufsverband Deutscher Rheumatologen Berlin rät, bei der Untersuchung und Diagnostik von RA-Patienten und -Patientinnen stärker auch auf mögliche geschlechtsspezifische Aspekte zu achten, um die Behandlung zu optimieren.

Quelle:
www.rheumatologen-im-netz.de


Lesetipp:  „Medizin – Gesundheit – Geschlecht“, Freiburger Zeitschrift für GeschlechterStudien, Jg. 21, Nr. 2 (2015):
Geschlechterforschung in Medizin und Public Health von Elisabeth Zemp free download (PDF)          

 

 

Männer pflegen anders – Gendermedizin in der Pflege

Im höheren Lebensalter sind es mehr Männer, die ihre Frauen pflegen (Barmer GEK 2011), und bei der Frage „Wie organisiere ich Pflege“, denken und handeln Männer anders als Frauen, wie Dr. Ute Seeland, Gendermedizinerin am Institut für Geschlechterforschung in der Medizin, Berlin, herausfand.  Ihre Untersuchung der Ergebnissen einer Interviewstudie von Prof. Manfred Langehennig, Universität Frankfurt, ergab, dass Männer in der Pflege eher ein „Arbeitsprojekt“ sehen, bei dem der ‚Handwerker‘ im Mann“ gefordert ist.  So suchen sie vorrangig nach Optionen, wie etwa bauliche Maßnahmen und technische Erfindungen von Hilfsmittel, wie Pflegelifte, mit denen eine größtmögliche Mobilität so lang wie möglich erhalten werden kann. Denn der Verlust sozialer Kontakte und die Gefahr, nicht mehr am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können, werden von pflegenden Männern als eines der größten Probleme angesehen. Das Bemühen, dem entgegenzuwirken, wirkt sich dabei meist auch positiv für die zu pflegende Frau aus.

Mehr Informationen: https://www.kirchentag.de

Frauen-Herzen altern anders

In einer Studie (Radiology (2015; doi: 10.1148/radiol.2015150982) der MESA zeigte sich, dass bei gesunden Frauen die Herzmasse im Alter gleich bleibt oder sich durchschnittlich um 1,6 Gramm verringert.  Dagegen nahm die Herzmasse bei gesunden Männern um 8,0 Gramm im Mittel zu. Gleichzeitig blieb die Herzleistung bei beiden Geschlechtern gleich. Da ausschließlich Gesunde an der Studie teilnahmen, waren die Unterschiede nicht krankheitsbedingt.
Der vergrößerte Herzmuskel bei Männern sei aber kein „Zeichen von Stärke“ wie der Studienleiter John Eng von der Johns Hopkins University School of Medicine in Baltimore, hinwies: „Wenn Männer eine größere Muskelmasse benötigen, um die gleiche Menge Blut zu pumpen, spreche dies eher dafür, dass der Herzmuskel der Frauen im Alter effizienter arbeitet.“ Gründe für die geschlechtsspezifischen Unterschiede konnte er aber noch nicht nennen. Quelle: rme/aerzteblatt.de; Oktober 2015
Pressemitteilung der Johns Hopkins University School of Medicine

Herzinfarkt bei Frauen: 
Fehlgedeutete weibliche Symptome


Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind weit vor den Krebserkrankungen die häufigste Todesursache bei Frauen. Der Herzinfarkt spielt hierbei die größte Rolle und hat sich für Frauen zum Risiko Nummer eins entwickelt: Es sterben heute weitaus mehr Frauen als Männer an einem Infarkt des Herzens, auch ihre Überlebenschancen sind bedeutend schlechter. Der Grund: Sowohl betroffene Frauen als auch manche erstbehandelnde Ärzte deuten die Beschwerden fehl, da die besonderen "weiblichen" Symptome häufig eher untypisch für einen Herzinfarkt sind. Die Folge: Die Frauen kommen viel zu spät oder gar nicht in die Klinik. Dadurch geht wertvolle Zeit verloren, die über Leben und Tod entscheiden kann.


Die Symptome

"Wichtigstes Zeichen für einen Herzinfarkt sind plötzlich auftretende starke Schmerzen hinter dem Brustbein (Vernichtungsschmerz), die zumeist in den linken Arm ausstrahlen." So werden die Anzeichen des Herzinfarktes in nahezu jedem Gesundheitslexikon beschrieben. Grundsätzlich kann sich ein Herzinfarkt bei Frau wie Mann in dieser Weise äußern. Neue Untersuchungen haben jedoch ergeben, dass diese als typisch geltenden Anzeichen eher "typisch männlich" sind.


Eine amerikanische Studie von Wissenschaftlern der Universität Arkansas zeigte: 70 Prozent der Frauen hatten vor dem Infarkt keine Schmerzen im Brustbereich, sondern stattdessen ungewöhnliche Müdigkeit und Schlafstörungen. Zu den akuten Beschwerden vor dem Infarkt zählten Kurzatmigkeit und Schwäche. Nur 30 Prozent der Frauen in dieser Studie berichteten von Schmerzen in der Brust, dem bei Männern typischen Symptom. Vor allem eine Kombination aus Kurzatmigkeit, ungewöhnlicher Müdigkeit und Schwäche, Schlafstörungen sowie Übelkeit und Erbrechen unter körperlicher Belastung gilt heute als "weiblicher Symptomkomplex".

Jede Frau sollte deshalb wissen, dass neu auftretende Beschwerden, etwa Müdigkeit und Schwäche, erste Zeichen für einen drohenden Infarkt sein können, vor allem, wenn gleichzeitig Risikofaktoren für eine Herzerkrankung, wie Bluthochdruck oder ein Diabetes mellitus Typ 2 vorliegen. Um einen Herzinfarkt frühzeitig zu erkennen, empfiehlt der wissenschaftliche Beirat der Initiative Frauenherz die NAN-Regel. "NAN" steht für Nase-Arm-Nabel:

Alle plötzlich auftretenden Beschwerden zwischen Nasenspitze, Armspitze und Nabel, die nicht innerhalb von 15 Minuten wieder verschwinden, können auf einen drohenden Infarkt hindeuten. In diesem Fall ist eine sofortige ärztliche Untersuchung notwendig und unter Umständen lebensrettend.

Auszug aus Frauensache Herzinfarkt - Eine Information der Initiative Frauenherz, Frankfurt/M

Frauen mit hohem "Job-Stress" haben ein erhöhtes Herzerkrankungsrisiko
Bericht der American Heart Association

Frauen mit starkem beruflichem Stress haben ein um 40 Prozent höheres Risiko für Herz-Kreislaufer-
krankungen und Herzinfarkt, als Frauen mit geringem "Job-Stress". Die Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren ist häufig mit hohem Blutdruck und erhöhtem Cholesterinwert verbunden. Besonders gefährdet waren Frauen, deren Arbeit eine hohe Beanspruchung forderte aber gleichzeitig geringe
Entscheidungsfreiheit bot, sowie auch Frauen, bei denen hohe Beanspruchung mit starker Kontrolle über die Arbeit verbunden war.

Der Bericht der AHA steht in englischer Sprache unter dem angegebenen Link zur Verfügung. http://www.newsroom.heart


Herzinfarkt: Was müssen Frauen wissen?
Broschüre der Autoren Geibel-Zehnder, Annette/ Bode, Christoph, herausgegeben von der Deutschen Herzstiftung, als Printausgabe erhältlich bei der Deutschen Herzstiftung




Von Frauen erdacht, für Mütter gemacht: Eltern-Kind-Kurkonzept ausschließlich für Mütter und ihre Kinder

Frauen wissen am besten, was Frauen gut tut. Mütter, die aufgrund körperlicher Beschwerden oder psychischer Probleme eine Mutter-Kind-Kur in Anspruch nehmen, während dieser Genesungszeit aber keine Männer um sich haben wollen, bleiben in der Klinik Schwedeneck an der Ostsee unter sich. Hier werden nämlich ausschließlich Mütter mit ihren Kindern aufgenommen. Mutter-Kind-Hilfswerk

Das geht uns alle an!

 

 • Hormonspirale: Schlechte Aufklärung über Nebenwirkungen
 • Deutscher Ärztetag kritisiert Verschwendung von Milliarden Beitragsgeldern für e-Gesundheitskarte
 • "Viagra für die Frau"
- Eine Kampagne der Pharma-Lobby
 • Der foodwatch-Report "Kinder kaufen"
– Wie die Lebensmittelindustrie Kinder zur falschen Ernährung verführt
 • Leitungsgremium der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit
eng verbandelt
     mit der Nahrungsmittelindustrie



Hormonspirale: Schlechte Aufklärung über Nebenwirkungen


Die Hormonspiralen Mirena und Jaydess, die zur Empfängnisverhütung und - insbesondere jungen Mädchen - gegen Blutungen eingesetzt werden, können erhebliche Beschwerden, wie Panikattacken, Angstgefühle, Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen und Unruhe auslösen. Viele Betroffene aber haben davon keine Ahnung, da diese Nebenwirkungen nicht im deutschen Beipackzettel aufgeführt sind.   
2009 hat die Arzneimittelkommission bereits vor diesen Nebenwirkungen gewarnt. Trotzdem klären viele Gynäkolog*innen ihre Patientinnen nicht oder nur unvollständig über Wirkweise und mögliche Beschwerden der Hormonspirale auf.

Das Frauengesundheitszentrum Graz hat in den vergangenen Jahren über 2000 Berichte von betroffenen Frauen gesammelt. Ebenso finden sich in einschlägigen Internetforen hunderte Frauen, die von ähnlichen Nebenwirkungen in Verbindung mit einer eingesetzten Hormonspirale berichten, und darüber, dass diese Beschwerden von Frauenärzt*innen als psychosomatische Störungen ohne Zusammenhang mit der Hormonspirale diagnostiziert werden, weil diese angeblich „lokal“ wirke.

Hier zeigt sich das Ausmaß der Desinformation! Auch hinsichtlich der angeblich „niedrigen“ Dosierung weisen kritische Ärzt*innen darauf hin, dass die täglich ins Blut abgegebene Wirkstoffmenge der Hormonspirale Mirena dem entspricht, was in 2 bis 6 Minipillen enthalten ist.  

Im englischsprachige Beipackzettel und dem Beipackzettel der in Österreich verkauften Präparate sind Nervosität, Libidoverlust und Gewichtszunahme als Nebenwirkungen aufgezählt.
Warum nicht auch im deutschen Beipackzettel?
Dafür macht sich die Patientinnen-Initiative
Risiko Hormonspirale stark - damit Frauen bei der Wahl ihres Verhütungsmittels eine informierte Entscheidung treffen können.
Die Aktion wird von der Gynäkologin Prof. Dr. Ingrid Gerhard Hormonspirale: Mangelnde Aufklärung und viele Nebenwirkungen unterstützt
Newsletter FFGZ Berlin, Juli 2016


"Viagra für die Frau"- Eine Kampagne der Pharma-Lobby


„Viagra für die Frau“ könnte nun doch trotz nachgewiesener geringer Wirksamkeit und erheblicher Nebenwirkungen zumindest in den USA zugelassen werden. Verantwortlich dafür ist nach Ansicht der  New York Times und anderer Medien die intensive Lobby-Arbeit des Herstellers, der mit einer als feministisch getarnten Meinungsmache die öffentliche Stimmung für das Mittel forciert, so Leonore Tiefer, Psychiaterin an der Universität von New York, und  der mit vorgeschobenen feministischen Argumenten die Zulassung eines profitablen Medikaments von zweifelhafter Wirkung durchzuboxen versucht, wie der australische Journalist Ray Moynihan schon 2014 im Britischen Ärzteblatt hinwies.

Zum Unterstützerkreis des Präparates gehört u.a. die Website eventhescore.org, die in Allianz mit einigen Frauenorganisationen, der US-amerikanischen Zulassungsbehörde FDA eine frauenfeindliche Haltung vorwirft,  weil sie ein Potenzmittel für Männer zugelassen habe, nun aber Frauen das gleiche Recht verweigere. Dieser Marketing-Trick des Herstellers zeigt Wirkung. Denn: Die FDA hatte in der Vergangenheit zwar mehrfach die Zulassung des Mittels aufgrund der Ergebnisse mehrerer Studien abgelehnt, nun haben sich aber trotz der früheren Bedenken überraschenderweise 18 der 24 externen Berater der FDA für die Zulassung des Präparates ausgesprochen(aerzteblatt 25.06.2015).

Dabei ist die erstmals 1980 im US-Diagnosemanual als „Inhibited Sexual Desire Disorder" aufgenommene, später als „Hypoactive Sexual Desire Disorder“ (HSDD) und ganz aktuell als „female sexual interest/arousal disorder“ (FSIAD) bezeichnete „weibliche sexuelle Fehlfunktion“ keinesfalls eine wissenschaftlich gültige Diagnose, wie Cindy Pearson vom National Women´s Health Network (USA) in der "Washington Post" hinweist. Vielmehr diene sie als Legitimation für Pharmafirmen, gesunden Frauen Medikamente zu verschreiben, so Cindy Pearson weiter. Und der Markt scheint riesig, denn schon wird behauptet, dass bis zu 43 Prozent der Frauen unter solchen Problemen leiden. Alleine in den USA wären das 68 Millionen potenzieller Kundinnen für "Pink Viagra" (Newsletter FFGZ Berlin, Juni 2015)

 Deutscher Ärztetag kritisiert Verschwendung von Milliarden Beitragsgeldern für e-Gesundheitskarte



Die Beitragsgelder der gesetzlich Krankenversicherten gehörten in die medizinische Behandlung und nicht in das längst gescheiterte Projekt "elektronische Gesundheitskarte", kritisierte der Ärztetag in Hamburg und forderte das Bundesgesundheitsministerium auf, für den sachgerechten Einsatz der Versichertengelder zu sorgen und eine neue Kosten-Nutzen-Analyse in Auftrag zu geben. Denn „bis heute ist dem Gesundheitswesen, den Patienten und Ärzten noch kein erkennbarer Nutzen der eGK entstanden“, wie Dr. Silke Lüder, Vizevorsitzende der Freien Ärzteschaft (FÄ) betont.


Auch nach 14 Jahren Planungszeit ist die eGK  immer noch nicht einsatzbereit. So müssen bis 2017 aus Sicherheitsgründen alle Gesundheitskarten ausgetauscht werden. Kostenpunkt:  350 Millionen Euro. Zudem müssten laut Dr. Lüder die Kartenlesegeräte ausgetauscht und sogenannte Konnektoren angeschafft werden, von denen noch nicht einmal die Prototypen existierten.

Die kürzlich bekanntgewordenen Hackerangriffe auf Computersysteme in deutschen Kliniken haben auch die Risiken der zentralen Vernetzung im Gesundheitswesen offensichtlich gemacht. Der Ärztetag hat deshalb gefordert, dass bei IT-Anwendungen die Sicherheit der Patienten, Behandlung und der Daten an erster Stelle stehen muss. Auch die Bestrebungen der Kassen, auf die elektronischen Patientenakten zugreifen zu wollen, wird von den Ärzten kategorisch abgelehnt. Patientenakten müssen in der Hand von Ärzten und Patienten bleiben.


http://www.presseportal.de/pm/57691/3337902
https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2016/06/01/das-e-rezept-war-langsamer-als-papierrezepte-br

Eng verbandelt: Mitglieder im Leitungsgremium der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und die Nahrungsmittelindustrie


Eine aktuelle Studie der Nichtregierungsorganisation Corporate Europe Observatory zeigt: Gleich mehrere Mitglieder im Leitungsgremium der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) sind eng mit der Nahrungsmittelindustrie verbunden.

Deutschland ist in der EFSA-Leitung sogar mit einem waschechten Industrielobbyisten vertreten: Matthias Horst, dem Geschäftsführer des deutschen Spitzenverbands der Ernährungsindustrie.
Die Leitung der Behörde sieht in diesen Verbindungen kein Problem. Wir meinen: Nahrungsmittellobbyisten gehören nicht in eine Behörde, die über die Sicherheit von Lebensmitteln für die Verbraucher entscheidet. Die EU-Kommission muss die Behörde neu strukturieren und die Verbindungen zur Industrie effektiv kappen. (Newsletter Lobbycontrol Februar 2011) Mehr unter http://www.lobbycontrol.de

 

Der foodwatch-Report "Kinder kaufen":

Wie die Lebensmittelindustrie Kinder zur falschen Ernährung verführt, Eltern täuscht und die Verantwortung abschiebt ... wurde in einem umfangreichen Markt-check an mehr als 1.500 "Kinder"-Lebensmitteln untersucht, mit einem ebenso deutlichen wie besorgniserregendem Ergebnis: Drei Viertel der angebotenen Waren sind Snacks und Süßigkeiten, die nur in geringen Mengen verzehrt werden sollten. Selbst Frühstücksflocken oder Milchprodukte sind in der Regel überzuckert und aromatisiert. Eine ausgewogene Ernährung für Kinder ist mit Industrieprodukten praktisch unmöglich.

Die Lebensmittelindustrie trägt damit eine massive Mitverantwortung für die Fehlernährung von Kindern. Im Vergleich zu den 80er- und 90er-Jahren ist der Anteil übergewichtiger Kinder um 50 Prozent gestiegen. Folgen sind erhöhte Risiken für Diabetes, Herzkreislauf- und andere schwerwiegende Erkrankungen.

Die Branche wehrt Kritik höhnisch ab: Eltern müssten auch mal "Nein" sagen können, und wer übergewichtig sei, müsse eben mehr Sport treiben - ganz einfach. Aber die Hauptursache für das gestiegene Übergewicht bei Kindern ist nicht der vermeintliche Bewegungsmangel, sondern vor allem eine falsche, zu kalorienreiche und zu zuckrige Ernährung.

Durch medienwirksame gesponserte Sportveranstaltungen, Bewegungsinitiativen und Ernährungs-Tipps, mit denen sie sich als Kämpfer gegen Übergewicht inszeniert, lenkt die Industrie vom Kernproblem ab: das den Kindern rücksichtslos aufgedrängte, ungesunde Produktangebot. Denn mit Obst und Gemüse lässt sich nur wenig Geld verdienen.
Aus „Newsletter foodwatch“
: Mehr Informationen zum Thema und den Report "Kinder kaufen" zum Download www.foodwatch.de/kinder